Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zählt zu den bekanntesten Orthopäden weltweit. Der langjährige Mannschaftsarzt der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft und des FC Bayern München sprach zur Veröffentlichung seiner Autobiografie „Mit den Händen sehen“ in Interviews auch darüber, dass sein Vater für seinen Werdegang prägend war, sich aber wünschte, dass er Pastor geworden wäre. Er entschied sich stattdessen, gegen den Willen seines Vaters, für das Medizin-Studium.

Dazu sagt Müller-Wohlfahrt:

„Mein Vater hatte ja die Hoffnung, dass ich Pastor werde.“

Und weiter:

Ich habe sehr großen Respekt vor dem Studium und dem Beruf eines Theologen. Aber ich fühlte mich dazu nicht geeignet, der Wunsch, Sportarzt zu werden, war bereits in meiner Jugend sehr ausgeprägt. Mein Bruder Hajo ist übrigens Theologe geworden.“

Sein Vater sah die Mediziner seiner Zeit sogar kritisch. Dazu sagt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt:

„Mein Vater wollte unbedingt verhindern, dass ich Medizin studiere, weil er schlechte Erfahrungen machen musste. Zu seiner Zeit waren Ärzte noch eitle Halbgötter, die meinten, man brauche keinen Gott, dieses Amt könnten die Herren in Weiß übernehmen.“

Diese Haltung seines Vater prägte den Sohn. Seine Berufung zum Arzt beschreibt er u.a., wie folgt:

„Ich erhalte an vielen Tagen von Patienten ein Dankeschön. Das liegt auch daran, dass ich mich meiner Sache mit Haut und Haaren hingebe, mich ganz meinen Patienten zuwende. Ich will ihnen das Gefühl vermitteln, sie seien das Wichtigste auf der Welt, und dass ich alles in meiner Macht Stehende tun werde, um die Diagnosen richtig zu treffen, um ihre Leiden zu lindern. Spüren Patienten dies, fühlen sie sich gut aufgehoben.“

Quellen: tz.de und profil.at