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Dr. Matthias Belafi: „Christliche Werte entstehen im Gespräch über den Glauben“

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Im Pausengong-Podcast der KEG Bayern war aktuell der Leiter des Katholischen Büros Bayern, Dr. Matthias Belafi, zu Gast. Mit dem promovierten Politologen ist seit dem 1. März 2023 erstmals ein Nicht-Priester an der Spitze der Kontaktstelle zu Politik und Gesellschaft. Im Talk mit dem KEG-Landesvorsitzenden Martin Goppel und Pfarrer Rainer Maria Schießler entwickelte sich ein spannender Austausch zur Bedeutung von Glaube, Kirche und Religionsunterricht für die Gesellschaft.

In einer Zeit, in der sich weltweit 84 Prozent der Menschen mit steigender Tendenz zu einer Religion bekennen (Quelle: sueddeutsche.de) und das Christentum global auch im Jahr 2024 nach Christus mit 1,18 Prozent weiter wächst (Quelle: ntv.de), singen in unseren Breiten so manche Stimmen den Abgesang von Glauben und Kirche herbei. Dass es gute Gründe gibt, sich an diesem Abgesang nicht zu beteiligen, zeigt die aktuell stattfindende Fußball-Europameisterschaft, in der sich in jedem Spiel überwältigend viele Spieler zur Orientierung bekennen, die ihnen der christliche Glaube gibt (wir berichteten).

Im aktuellen KEG-Podcast „Pausengong“ zeigt sich im Gespräch zwischen Dr. Matthias Belafi, Pfarrer Rainer Maria Schießler und Martin Goppel, welche Bedeutung der christliche Glaube und die damit verbundenen Werte in der Tiefendimension unseres Lebens und für unsere Gesellschaft im Ganzen haben.

Nach Klärung über Funktion und Aufgaben des Katholischen Büros verwies Pfarrer Schießler auf lauter werdende Stimmen in Politik und Gesellschaft, die eine noch stärkere Säkularisierung bis hin zum Säkularismus fordern. Diesen Stimmen, die eine noch stärkere Trennung zwischen Staat und Kirche wünschen, entgegne er mit den Worten:

„Wollt’s ihr wirklich einen laizistischen Staat? Wollt ihr das wirklich?“

Dazu erklärte Dr. Matthias Belafi:

„Wir haben vor Kurzem das Jubiläum ‚100 Jahre Bayerisches Konkordat‘ gefeiert. Zu diesem Anlass haben wir noch einmal ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass das deutsche Modell zum Verhältnis von Staat und Kirche eigentlich mit das Freiheitlichste ist.“

Staat und Kirche seien im Grundsatz voneinander getrennt, was ein großer Erfolg sei. Dass die Kirche nicht so tue als wäre sie der Staat und anderseits der Staat auch nicht so tue als wäre er die Kirche, sei „eine super Errungenschaft in der Geschichte“. Trotz dieser Trennung berge aber das deutsche Modell die Möglichkeit in sich, dass Staat und Kirche in Deutschland in Freiheit gemeinsam entscheiden und an verschiedenen Stellen zusammenarbeiten können, etwa da „wo es ihnen um die gleichen Leute geht, um das gleiche Problem geht, um die gleichen Menschen mit ihren Sorgen und Nöten“. Dass man an diesen Stellen gemeinsam zusammenarbeite, sei „ein tolles System“, so der 47-Jährige. Zur Bedeutung der Kirche für die Gesellschaft erklärte der Leiter des katholischen Büros in Bayern:

„Wir haben Werte und wir kämpfen dafür, dass wir sie in der Politik hörbar machen und auch zum Tragen bringen.“

Wenn dann die Politik eine andere Entscheidung treffe, sei diese, wenn sie sich im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung bewege, wiederum zu respektieren. So lebe „die Kirche in diesem Staat mit und ist jetzt keine Sonderwelt, sondern gestaltet Staat und Gesellschaft mit“, führte Belafi weiter aus.

Zudem merkte er an, dass insbesondere bei ethischen Fragen die Mehrheit der Gesellschaft sich auch wünsche, „dass Kirche ihre Stimme einbringt“. Dies sei „eine wichtige Funktion, die wir zu erfüllen haben und die wir auch gerne erfüllen“. Kirche werbe für ihren Standpunkt und bringe ihre Stimme ein, aber am Ende müsse die Politik entscheiden, so Belafi mit Blick auf das Verhältnis von Staat und Kirche hierzulande.

Pfarrer Schießler befand, dass hinsichtlich der Aufgaben und der Werteorientierung, die Kirche in der Gesellschaft übernimmt, sowie der grundsätzlichen Rolle von Kirche in der Gesellschaft ein großer Aufklärungsbedarf bestehe.

Diesbezüglich betont der Leiter des katholischen Büros in Bayern, dass es wichtig sei, dass Kirche und Gesellschaft im Dialog bleiben und Kirche sich nicht aus der Gesellschaft zurückzieht. Dabei brachte er zum Ausdruck, dass ein Rückzug aus der Gesellschaft auch den Auftrag des Evangeliums konterkarieren würde, wo es heißt, dass wir in diese Welt gestellt sind. Weiter sagte Belafi:

„Das ist schon wichtig, damit wir keine Sekte werden, sondern sagen: Wir haben den Anspruch in der Mitte der Gesellschaft zu stehen und mitzugestalten.“

Der KEG-Landesvorsitzende Martin Goppel merkte an, wie wichtig es ist, dass Staat und Kirche Entscheidungen miteinander angehen und nicht gegeneinander. Dabei sprach er die gute Zusammenarbeit mit Blick auf den schulischen Religionsunterricht an.

Zum aufkommenden Argument, dass es immer weniger Religionslehrer gäbe, stellt Dr. Belafi nüchtern fest:

„Lehrer suchen wir überall, ob in Mathe oder Deutsch und anderen Fächern. Es geht vielmehr darum, gemeinsam Zukunft zu gestalten und dabei ist der Religionsunterricht ein wichtiges Element.“

Pfarrer Schießler merkte an, dass an den Schulen, an denen er involviert ist, „ganz tolle Religionslehrer“ seien, die Schule im Sinne der Herz- und Charakterbildung mitgestalten und nach vorne bringen. Die Rückmeldung der Eltern seien entsprechend positiv. Bei der Frage „Braucht es den Religionsunterricht?“ warne er immer davor, diese Frage nur vom Kopf her zu diskutieren im Sinne eines ausschließlichen „Was braucht’s?“ und dann zu übersehen, wie schön es beispielsweise ist, ein Instrument zu spielen oder das Handwerk des Schnitzens zu beherrschen. Dazu betonte er:

„Wenn ich mein Leben reduziere, dann braucht’s relativ wenig.“

Für ein erfülltes Leben brauche es aber mehr.

Auf die anschließende Frage von Martin Goppel zur künftige Bedeutung des Christentums in der Gesellschaft, verwies Dr. Belafi auf die die 100-Jahr-Feier zum Bayerischen Konkordat. Dabei sei es wichtig, nicht nur museumsmäßig zurückzublicken, sondern mutig nach vorne zu schauen und auf die Aktualität der christlichen Botschaft für Gegenwart und Zukunft zu blicken. Weiter betonte er:

„Wir wollen Zukunft gestalten und nicht die Vergangenheit.“

Dabei gelte es gesellschaftliche Prägekräfte wie die Säkularisierung und die Pluralisierung im Blick zu haben und in diesem Kontext das Verhältnis von Staat und Kirche weiter zu gestalten. Belafi ermutigte:

„Da würde ich schon darauf setzen, dass wir die große freiheitliche Errungenschaft der Prägung des Verhältnisses von Staat und Kirche fortschreiben.“

Es gelte, das Verhältnis von Staat und Kirche auf der geltenden Grundlage fortzuentwickeln und fortzuschreiben, und nicht zurückzugehen ins Laizistische. Es gehe darum, die Kirche nicht aus der Öffentlichkeit heraus zu drängen, sondern sie in einer pluralistischen Gesellschaft hineinzunehmen, so „wie wir es mit allen Religionen machen“. So wie es wichtig sei, auch die Muslime in die Mitte der Gesellschaft reinzuholen, müsse man dann auch „gucken, dass die Kirche da auch bleibt“. Überdies sollte ein neues Bewusstsein entstehen, dass unser Modell von Staat und Kirche ein gutes Modell ist und ein ausgewogenes Verhältnis von Trennung und Zusammenarbeit bietet, führte Belafi weiter aus.

Daraufhin berichtete Pfarrer Schießler von seiner Erfahrung, dass er immer mehr Menschen „mit großen Sinnlöchern“ in der Gesellschaft entdecke, dass er Menschengruppe sehe, „wo du nichts mehr von Glauben und Glaubenssehnsucht spürst“ und auch bei getauften Christen der Glaube an die Auferstehung nicht mehr vorhanden sei. Kirche müsse künftig mehr denn je ein „hilfreiches Glaubensangebot für den Menschen machen“, auch damit diese Sinnlöcher nicht von extremen Haltungen in der Gesellschaft aufgegriffen werden.

Dem zustimmend merkte der promovierte Politologe Matthias Belafi an, dass es Menschen braucht, die vermitteln können, warum es bedeutsam ist, den Glauben zu leben. Auch er sei als zweifacher Familienvater täglich herausgefordert, seinen drei und sechs Jahre alten Kindern den Glauben mitzugeben. Dazu erklärte er:

„Das fordert mich jeden Tag, jede Woche und jeden Sonntag, wenn es in Richtung Kirche geht.“

Es sei bedeutend, sich immer wieder als Eltern bewusst zu werden, wie wichtig eine kontinuierliche, zwanglose Prägung im Glauben ist und dabei zu vermitteln:

„Da gibt es etwas Größeres als das, was hier von Montag bis Samstag passiert. Da gibt es noch eine andere Dimension im Leben, die wichtig ist.“

Belafi verwies auf die Problematik, dass es immer weniger Menschen, die für sich selbst den Glauben als wichtig erachten, gelingt, den Glauben an die nächste Generation weiterzugeben. Weiter sagte er:

„Taufen lassen ist natürlich das Eine. Aber ich muss den Kindern natürlich irgendwo etwas mitgeben. Das fordert die Eltern, aber das fordert auch den Religionsunterricht.“

Das Kreuzeichen, regelmäßiges Beten und der Gottesdienstbesuch seien wichtige Dinge, um das Angebot des Glaubens zu leben. Dazu bemerkte der KEG-Vorsitzende Martin Goppel:

„Gott ist immer online. Man braucht dafür nicht einmal ein Handynetz.“

Goppel verwies auf die große Bedeutung des Religionsunterrichts mit Blick auf die vorhandene Sehnsucht nach einem vernunftbegründeten Gottesbild sowie für ein Bewusstsein, die Herausforderungen der Zukunft in Verantwortung vor Gott und den Menschen anzugehen.

Zur Situation des Religionsunterrichts erklärte Dr. Belafi:

„Die große grundsätzliche Debatte ist noch ein Randphänomen. Dass man den Religionsunterricht ganz in Frage stellt, erlebe ich nicht so intensiv.“

Wenn Stimmen von Schulleitern laut werden, dass ein ‚Ethikunterricht für alle‘ besser wäre, gelte es nicht nur auf die verfassungsrechtliche Grundlage hinzuweisen, sondern klar zu machen, was den Religionsunterricht ausmacht. Danach gefragt, was den Religionsunterricht vom Ethikunterricht unterscheidet, erklärte Dr. Belafi:

„Der Religionsunterricht ist mit dem Glauben verbunden.“

Dabei brachte der 47-Jährige zum Ausdruck, dass man verständlich machen müsse, dass der Gottesbezug für gläubige Menschen hinsichtlich ihrer Werteeinstellung grundlegend ist. Zudem sagte er:

„Wie reden immer ganz oft und ganz schnell von christlichen Werten, aber in erster Linie steht hinter und in dem Religionsunterricht ein Glaubensbekenntnis.“

Es sei wichtig, klarzumachen, dass die christlichen Werte ein wichtiger Part des Religionsunterrichts sind. Darüber hinaus gehe es im Religionsunterricht aber hauptsächlich um den Glauben. Dazu betonte Belafi:

„Die christlichen Werte entstehen im Gespräch über den Glauben.“

Es sei bei der Unterscheidung zwischen Religionsunterricht und Ethikunterricht wichtig zu erkennen, „dass der Religionsunterricht an Glaubensfragen gebunden ist und keine reine vernunftmäßige Ethik ist“.

Pfarrer Schießler merkte an, dass die christlichen Werte nicht aus einem luftleeren Raum kommen, sondern, dass das Christentum eine Offenbarungsreligion und Schriftreligion ist. Dazu erklärte er:

„Wir haben eine Grundlage, die direkt auf Gott zugeht und wir haben Menschen, die – von der ersten Stunde an – diese Grundlage für ihr Leben umgesetzt haben und auch weitergeben haben.“

Schießler verdeutlichte anschaulich, wie unser personengebundener Glaube unsere Gesellschaft über Jahrhunderte gehalten und gestaltet hat. Diesbezüglich mahnte er:

„Wenn ich mich von dem entferne, bedeutet das auch einen Bruch mit dieser Tradition. Aus Schrift und Tradition besteht unser Glaube. Und das ist der Unterschied zum Ethikunterricht. Religionsunterricht ist mehr als nur zu sagen ‚Ich will ein guter Mensch sein‘.“

Bei einem Christen seien Christ-Sein und Mensch-Sein miteinander verbunden, was Pfarrer Schießler wie folgt weiter darlegte:

„Ich muss kein Christ sein, um ein guter Mensch zu sein, aber wenn ich ein guter Mensch bin, dann habe ich eine realistische Chance, auch ein guter Christ zu werden.“

Diese Perspektive unterscheide den Religionsunterricht vom reinen Ethikunterricht.

Pfarrer Schießler illustrierte mit folgendem Beispiel die Bedeutung des Gottesbezuges im Leben und Sterben von Christen. Wenn er sich auf dem Friedhof mit Blick auf Beerdigungen mit einem weltlichen Bestatter über den Inhalt der Trauerrede unterhalte, dann sage ihm dieser: ‚Ich sag dasselbe wie du, nur das Wort Gott kommt nicht vor.‘ Dazu erklärte Schießler:

„Bei mir darf es [das Wort Gott] vorkommen und bei mir darf der Mensch mit Gott in Berührung kommen. Und ich sag den Leuten: ‚Ich bin hier nicht Papagei und nicht Schallplattenspieler. Ich habe nicht einfach nur ein Leben wiederzugeben, sondern ich darf euch behilflich sein, euch in die Beziehung zu Gott zu bringen, in dem Moment, wo ihr euch von einem Menschen verabschieden müsst‘.“

Dies sei der Unterscheid zu einer rein säkularen Verabschiedung. Diese Worte von Pfarrer Schießler inspirierten Martin Goppel dazu, über folgende Erfahrung zu berichten:

„Ich habe im Religionsunterricht den Film ‚Gladiator‘ angeschaut. Am Schluss sagt der Diener von Maximus zu ihm am Grab: ‚Wir werden uns wiedersehen, aber jetzt noch nicht.“

Diese Hoffnung habe ihm der Religionsunterricht mitgegeben sowie das Bewusstsein eines lebensrelevanten Bekenntnisses. Dazu erklärte Goppel aus der Sicht eines Christenmenschen:

„Der Glaube steht nicht an der Bushaltestelle und ich warte bis wer vorbeikommt, sondern ich kann etwas dafür tun. Ich will mich in die Gesellschaft einbringen, die guten Menschen hinführen, den Wert der Vergebung und Verzeihung zu leben. Und das sind so Dinge, die kann ich nur mit einem klaren Bekenntnis zu unserer Religion.“

Daraufhin hielt Dr. Matthias Belafi fest:

„Der Religionsunterricht ist wohl vielfach besser als sein Image.“

Pfarrer Schießler fügte noch an, dass er auf die Frage, warum er glaube, folgendes antworte:

„Ich glaube, weil ich intensiv leben will.“

Das sei die schönste Begründung des Glaubens, dass man dadurch im Hier und Heute „ganz intensiv“ lebe und seine Verantwortung im Leben vor dem Tod wahrnehme. Aus der Hoffnung der Heilstat Christi heraus zu leben, sei charakteristisch für einen Christenmenschen und mache den Religionsunterricht aus, schilderte der Münchner Stadtpfarrer.

Dazu hob Dr. Matthias Belafi hervor:

„Ich glaube, dass der Religionsunterricht auch deshalb wichtig ist, weil er diese neue Dimension aufmacht, die kein anderes Fach geben kann.“

Diese Dimension sei auch „dem Menschen gemäß“, weil er die Sehnsucht nach dieser Dimension in sich trage und die Frage danach stelle. Mit Blick auf die Bedeutung des Religionsunterrichts erklärte er weiter:

„Diese Dimension, diese Beziehung zu Gott auch in der Schule aufrechtzuerhalten, das ist der große Mehrwert.“

Martin Goppel äußerte die Vermutung, dass sich fast alle Schüler an ihren Religionslehrer erinnern. Um seine These zu unterstreichen, erzählte er von einer aktuellen Begebenheit, die zeigt, in welcher Atmosphäre des Vertrauens Schüler ihren Relilehrern begegnen. Ein Religionslehrer habe ihm kürzlich erzählt, dass ein Schüler sehr traurig nach dem Unterricht zum ihm gekommen sei und ihm mitteilte, dass seine Freundin sich von ihm getrennt habe. Die Freundin habe ihm gesagt, dass sie Zeit brauche, um klar zu bekommen, ob es noch eine neue Chance für die Beziehung gebe. Er komme nun mit dieser ungewissen Situation nicht klar. Nach einem Rat gefragt, habe der Religionslehrer gesagt, dass es in dieser Situation nicht ratsam sei, weiter die Exfreundin anzurufen, die um Bedenkzeit bat. Vielmehr habe der Religionslehrer geraten:

„Ruf Gott an und rede mit ihm den ganzen Tag darüber. Gott ist immer für dich da und vertraue darauf, dass wieder eine bessere Zeit kommt.“

Mit diesem Bezug zu Gott habe der Religionslehrer diesem jungen Menschen eine hoffnungsvolle Orientierung gegeben und genau das mache den Religionsunterricht so besonders.

Pfarrer Schießler erklärte darauf mit Blick auf die Religionslehrer, dass Kirche „in diesen Personen sichtbar“ werde. Bei seinen Schulbesuchen stelle er ein großes Interesse bei den jungen Menschen fest, ganz konkret Fragen zu existenziellen Themen zu stellen. Diese personelle Begegnung und das Teilhaben an konkreter Erfahrung sei ein wichtiger Part von Schule.

Daraufhin merkte der Leiter des katholischen Büros in Bayern an, dass wieder mehr gesehen werden sollte, welch hohe Verantwortung auf den Schultern der Religionslehrer liegt. Während im Mathematikunterricht Fakten vermittelt werden, die zum größten Teil immer gleich bleiben, sei die Aufgabe im Religionsunterricht „schon eine Besondere“. Vor dieser Aufgabe und der damit verbundenen Verantwortung habe er „einen hohen Respekt“, so Belafi.

Für den Religionsunterricht der Zukunft wünscht er sich, dass er weiterhin die Zeichen der Zeit erkennt und ein lebendiges, die Schule belebendes Fach bleibt, und die Menschen mit dem anspricht, was sie bewegt und damit immer an den Menschen orientiert, modern und auf der Höhe der Zeit bleibt. Als Modell für die Zukunft sieht er die weitere Etablierung des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts.

Anbei der Pausengong-Podcast mit Dr. Matthias Belafi, Pfarrer Rainer Maria Schießler und Martin Goppel zum Nachhören: 

 

Weitere Themen darin sind:

  • Die Herausforderung der Mission und Glaubensweitergabe in unserer Zeit, in der viele Menschen in unseren Breiten, den Glauben an Gott verloren haben und nicht zwingend danach suchen.
  • Der Wert der Institution Kirche für eine vernunftbegründete und nachhaltige Glaubensvermittlung
  • Das Phänomen eines moralisierenden, unfreien Juhu-Christentums im „poppigen“ Gewand
  • Der künftige Kurs der katholischen Kirche