Fábio Evangelista Santana im PromisGlauben-Interview: „Mit Jesus fühle ich mich vollständig.“

26. Juli 2026 10:00 Uhr

Dr. Fabio Evangelista Santana ist eine vielseitige Persönlichkeit!

Er ist ein erfolgreicher brasilianischer Leichtathlet (Sprinter) im Master-Bereich (Seniorensport), der in Deutschland lebt und für die LG Aachen bzw. den Stammverein Aachener TG an den Start geht. Er tritt in der Altersklasse M45 an und gehört zur europäischen Spitze im Seniorensprint. Im März 2026 gewann der 48-Jährige zweifaches Gold bei den Deutschen Masters-Hallenmeisterschaften in Düsseldorf über die 200-Meter- und die 400-Meter-Langsprintstrecke (siehe HIER).

Er vertritt Deutschland auch international bei den European Masters.

Überdies ist Fábio Evangelista Santana Professor am Instituto Federal de Santa Catarina (IFSC) in Brasilien! Er erlangte seinen Doktor (Ph.D.) im Bereich der Produktionstechnik (Engineering). Seine akademische Laufbahn führte ihn unter anderem an die Universität Stuttgart und die Technische Universität Kaiserslautern. Seine Forschung und Lehre umfassen Maschinenbau, Präzisionsmechanik, Produktionsgestaltung sowie Inklusion und Bildungstechnologien.

Neben Beruf und Sport engagiert er sich stark in der christlichen Hochschularbeit. Er arbeitet als Berater und Referent für Glaubens- und Wissenschaftsfragen („Faith and Science“), für die Initiative Navigators Germany (oder einfach: für die Navigatoren Deutschland).

Unter dem Namen @faithandspeed betreibt er einen Instagram-Kanal, auf dem er Einblicke in sein Training gibt. Seine sportliche Reise verbindet er eng mit seinem christlichen Glauben und vermittelt Werte wie Disziplin und Zielstrebigkeit.

siehe HIER

Im Interview mit PromisGlauben-Chefredakteur Markus Kosian sprach Fábio Evangelista Santana über die Orientierung, die ihm seine Verbindung zu Jesus Christus im Sport, in seinem Wirken als Wissenschaftler sowie in seinem Privatleben gibt.

PromisGlauben (PG): Grüß Gott Fabio, herzlich willkommen zum PromisGlauben-Interview. Sie sind eine vielseitige Persönlichkeit: Wissenschaftler, Leistungssportler und christlicher Influencer. Berichten Sie mal kurz, was Sie in diesen drei einzelnen Bereichen so machen und wie Sie das alles unter einen Hut bekommen?

Fábio Evangelista Santana (FS): Als Wissenschaftler und Sportler habe ich das Privileg, meinen Glauben außerhalb eines religiösen Umfelds zu leben – dort, wo Menschen sind, die Jesus noch nicht kennen. Es ist, als wäre ich ein Botschafter, der sein Heimatland verlässt, um es an einem anderen Ort zu vertreten. Genau das ist übrigens eines der prägenden Merkmale der Navigatoren: **„Botschafter mittendrin.“**

So trainiere ich einfach mit meinem Team und liebe meine Mannschaftskollegen so, wie Jesus es uns aufgetragen hat. Dabei bete ich um Gelegenheiten, Menschen ganz bewusst einzuladen, Jesus kennenzulernen. Zurzeit treffe ich mich bereits mit vier jungen Sportlern, um gemeinsam die Bibel zu lesen.

Mein Ziel ist das, was Jesus selbst gesagt hat: dass keiner von ihnen verloren geht.

Ähnlich lebe ich meinen Glauben auch unter Ingenieuren und anderen Studierenden. Das geschieht in einer internationalen Bibellesegruppe sowie in einer Bibellesegruppe mit Brasilianern. Ich spreche die Sprache der Ingenieure und kann mich mit ihnen ganz natürlich über fachliche Themen austauschen.

PG: Sie sind in diesem Jahr zweifacher deutscher Meister in der Altersklasse M45 über die 200-Meter- und die 400-Meter-Langsprintstrecke geworden. In der Presse war die Schlagzeile zu lesen „Deutscher Meistertitel für unseren Brasilianer“. Seit wann betreiben Sie Leistungssport, was gibt Ihnen das Laufen und was bedeutet Ihnen der Erfolg bei den Deutschen Masters-Hallenmeisterschaften?

FS: Sport hat in meinem Leben schon früh eine wichtige Rolle gespielt. Mit zwölf Jahren begann ich, an Radrennen teilzunehmen, und blieb bis zu meinem 18. Lebensjahr im Radsport aktiv. Während meines Studiums entdeckte ich das Laufen – und seitdem habe ich nie wieder aufgehört.

Zunächst spezialisierte ich mich auf die 800-Meter-Strecke. Mit einer Bestzeit von 1:51 Minuten gehörte ich damals zu den besten Läufern Brasiliens. Doch erst als ich nach Aachen zog, begann ich mit dem Sprinttraining – und verliebte mich in diese Disziplin. Seit 2023 trainiere ich gezielt Sprint und konnte mich jedes Jahr weiter verbessern.

Das Laufen schenkt mir Gesundheit und die Kraft für meine vielen anderen Aufgaben.

FS: Gleichzeitig motiviert es andere Menschen, unabhängig von ihrem Alter, ebenfalls in ihre Gesundheit zu investieren. Da ich meinen Glauben ganz selbstverständlich in meinem Alltag und in den sozialen Medien thematisiere, wissen die Menschen, die mir folgen, dass ich an Jesus glaube und für ihn laufe.

Ich erinnere mich noch gut an meinen bislang besten 100-Meter-Lauf in diesem Jahr: 11,62 Sekunden. An diesem Morgen betete ich, dass ich unter 11,70 Sekunden laufen und damit den Rekord der Region Südwest in Nordrhein-Westfalen brechen könnte. Ich betete, dass die Menschen, wenn sie meinen Namen in der Rekordliste sehen, an Jesus erinnert werden. Und genau das geschah – ich stellte einen neuen Rekord auf!

PG: Sie betreiben den Insta-Kanal @faithandspeed. Welche Rolle spielt der Glaube für ihr Wirken als Wissenschaftler, als Sportler, als Mensch?

FS: Als ich vor etwa einem Jahr, im Juli 2025, meinen Kanal gegründet habe, hatte ich von Anfang an ein klares Ziel: Jesus bekannt zu machen.

Ich wollte das jedoch nicht über einen rein religiösen Kanal tun, sondern authentisch – indem ich meinen Glauben im Training, in schwierigen Momenten, bei Erfolgen und in allen anderen Lebenssituationen sichtbar mache.

Als Sportler möchte ich Menschen auf natürliche Weise im Glauben ermutigen.

Dafür arbeite ich zunächst daran, den Kanal wachsen zu lassen, damit immer mehr Menschen durch den Sport mit dem Glauben in Berührung kommen. Dabei ergeben sich immer wieder gute Gelegenheiten, mit anderen Athleten ins Gespräch zu kommen, sie zu ermutigen und ihnen zu sagen, dass ich für sie bete.

Mit der Zeit erkennen viele, dass Glaube und Religion nicht dasselbe sind und dass es durchaus möglich ist, einen echten, schlichten und lebendigen Glauben zu leben. So können die falschen Vorurteile überwunden werden, die unsere Gesellschaft rund um Religiosität aufgebaut hat.

PG: Sie haben Ihren Doktortitel (Ph.D.) im Bereich der Produktionstechnik (Engineering). Wie geht das mit Ihrem christlichen Glauben zusammen? Ich frage Sie das, weil in unserer Gesellschaft das Dogma „Glaube und Naturwissenschaft schließen sich aus“ weit verbreitet ist.

FS: Es ist bedauerlich, dass dieses Dogma so weit verbreitet ist. Dem französischen Philosophen und Mathematiker René Descartes wird folgendes Zitat zugeschrieben: *„Ein wenig Wissenschaft entfernt uns von Gott, viel Wissenschaft führt uns zu ihm zurück.“*

Der Gedanke dahinter ist, dass wir mit zunehmendem Wissen immer deutlicher erkennen, wie viele Fragen unbeantwortet bleiben – Fragen, die sich letztlich nur durch den Glauben beantworten lassen.

Im Rahmen einer Promotion besteht eine der zentralen Aufgaben darin, die Grenzen des Wissens zu erweitern und Neues zu schaffen.

Ich sage deshalb oft: Gott hat alles geschaffen und weiß alles. Wissenschaft ist für mich eine Möglichkeit, Schritt für Schritt etwas von dem Wissen zu entdecken, das bei Gott bereits vollkommen vorhanden ist.

Als Menschen sind wir in allen unseren Fähigkeiten begrenzt. Unser Sehvermögen ist begrenzt – wenn wir zum Himmel schauen, können wir nur bis zu einer bestimmten Entfernung sehen. Dasselbe gilt für unser Gehör und ebenso für unseren Verstand. Diese Grenzen anzuerkennen bedeutet für mich nicht, Wissenschaft und Glauben gegeneinander auszuspielen. Im Gegenteil: Gerade deshalb können Wissenschaft und Glaube sehr gut zusammenarbeiten.

PG: Wie leben Sie Ihren Glauben im Alltag? Was gibt er Ihnen?

FS: Ich beginne meinen Tag mit einem persönlichen und innigen Gebet. Ich danke Gott für das Vorrecht, in seiner Gegenwart sein zu dürfen. Ich danke Jesus dafür, dass er sein Leben hingegeben hat, um für meine Sünden zu bezahlen, und ich danke dem Heiligen Geist, dass er jeden Tag bei uns ist. Dann lege ich ihm das Leben, für das er diesen hohen Preis bezahlt hat, erneut in seine Hände. Ich bitte ihn, mein Herz, meine Gedanken und alle meine Körperteile zu leiten. Außerdem bete ich, dass meine eigene sündige Natur sich nicht erhebt, sondern zusammen mit Christus gekreuzigt bleibt (Galater 2,20).

Nach dem Frühstück bete ich gemeinsam mit meiner Frau für unsere Ehe, unsere Familie, unsere Freunde und unsere Arbeit.

Im Laufe des Tages treffe ich mich mit verschiedenen Menschen zu persönlichen One-by-One-Gesprächen – eine weitere wichtige Säule der Navigatoren. Hinzu kommen die Treffen mit unseren Gruppen sowie deren Vorbereitung. Dazu gehört nicht nur das Erarbeiten biblischer Inhalte, sondern auch ganz praktische Dinge wie Einkaufen und das Zubereiten von Mahlzeiten.

Fast alles findet bei uns zu Hause statt. So vermeiden wir, Menschen, die Jesus noch nicht kennen, in ein religiöses Umfeld einzuladen, das für viele zunächst eine Hürde darstellen würde.

PG: Was bedeutet für Sie Christ-Sein und wer ist Jesus für Sie?

FS: Wie die meisten Brasilianer war auch mein Glaube zunächst vor allem kulturell geprägt.

Ich glaubte immer an Gott, aber ich kannte Jesus nicht wirklich.

Es wäre so, als würde ich Ihnen ein Foto meiner Mutter zeigen und fragen, ob Sie sie kennen. Sie könnten sagen, dass Sie ihr Bild kennen – aber Sie wären ihr nie persönlich begegnet. So war mein Leben bis zu meinem 26. Lebensjahr.

Als mich jemand von den Navigatoren an der Universität einlud, gemeinsam die Bibel zu lesen, dauerte es nicht lange, bis ich durch das Johannesevangelium entdeckte, wer Jesus wirklich ist. Ich verliebte mich einfach in ihn und begann sofort, ihn meiner Familie und meinen Freunden vorzustellen. Seitdem habe ich ihn nie mehr losgelassen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie mein Leben ohne ihn verlaufen wäre.

Christ zu sein ist ein Begriff, der viele vorgefasste Vorstellungen mit sich bringen kann – und darüber nachzudenken lohnt sich. Bedeutet es, sonntags in die Kirche zu gehen, vor dem Essen zu beten, bestimmte Kleidung zu tragen oder bestimmte Lieder zu singen? Oder bedeutet es vielmehr, sein Leben in Jesu Hände zu legen und ihm nachzufolgen?

Deshalb sage ich lieber, dass ich ein **Nachfolger Jesu** bin, als einfach zu sagen, dass ich Christ bin.

PG: Was würde Ihnen fehlen, wenn Sie Ihren Glauben nicht hätten?

FS: Bevor ich Jesus kennenlernte, hatte ich die üblichen Lebensziele: einen guten Beruf finden, heiraten, Kinder bekommen und eines Tages in den Ruhestand gehen. Heute kenne ich viele Menschen, die all diese Ziele erreicht haben und dennoch eine innere Leere verspüren.

Ich glaube, mein Leben wäre ohne Jesus ebenfalls sinnlos geblieben. Mit ihm jedoch fühle ich mich vollständig.

Es ist tatsächlich so, wie er gesagt hat: Wer zu ihm kommt, wird niemals mehr hungern oder dürsten. Jesus bekannt zu machen und anderen Menschen zu helfen, ihn ebenfalls kennenzulernen und ihm nachzufolgen, ist zum größten Ziel meines Lebens geworden.

PG: Ein weiteres „Dogma“ in unserer heutigen Gesellschaft lautet „Die Kinder sollen später einmal selbst entscheiden, woran Sie glauben“, was mit Stimmen einhergeht, die meinen, dass der Glaube im Elternhaus und in Schulen nicht vermittelt werden sollte. Warum haben Sie Ihren Kindern den Glauben vermittelt? Und warum sollte Ihrer Meinung nach die Frage nach Gott / die Ressource Glaube auch Thema in Schulen sein?

FS: Ich sage oft: “Gott hat keine Enkelkinder.” Jeder Mensch muss selbst ein Kind Gottes werden. In diesem Sinne stimme ich dem Dogma zu, dass unsere Kinder sich später selbst für Jesus entscheiden müssen. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass wir als Eltern keine wichtige Aufgabe in diesem Prozess hätten. Gott selbst macht uns in 5. Mose 6,6–7 deutlich: “Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen. Du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst.”

In unserer Familie beten wir von klein auf mit unseren Kindern, lesen mit ihnen Kinderbibeln und sprechen viel über den Glauben.

Wenn sie älter werden, brauchen sie ihren eigenen Weg und ihre eigene Zeit. Manchmal scheint es, als würden sie sich von Gott entfernen – doch diesen Eindruck habe ich nicht. Wir sehen, dass der Glaube weiterhin in ihrem Leben präsent ist.

Wir wissen noch nicht, wie sie ihren Glauben später leben werden. Deshalb geben wir ihnen die Freiheit, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Wir können – und ich glaube auch, wir sollten – ihnen nichts aufzwingen. Meine Frau und ich beten jedoch jeden Tag für sie und sind fest davon überzeugt, dass Gott jedes dieser Gebete hört.

Unsere Kinder erzählen uns häufig, dass sie sich in der Schule mehr biblische Inhalte wünschen.

Das hängt sehr von der jeweiligen Lehrkraft ab. Grundsätzlich halte ich es für gut, wenn biblische Themen auch in der Schule vermittelt werden. Deshalb bin ich Gott sehr dankbar, wenn Nachfolger Jesu als Religionslehrer an Schulen tätig sind.

PG: Welche Bedeutung messen Sie dem Glauben an Gott im Umgang mit künftigen Herausforderungen wie etwa der KI bei? Welche Werte sehen Sie dabei als entscheidend?

FS: Ich halte Künstliche Intelligenz heute für ein sehr nützliches Werkzeug – auch wenn es um tiefgehende Fragen des Glaubens geht. Dennoch sollte jede Aussage sorgfältig anhand der Bibel geprüft und beurteilt werden. Deshalb muss die Bibel weiterhin das Fundament unseres Glaubens bleiben. Der einzige Punkt, bei dem ich im Umgang mit Künstlicher Intelligenz vorsichtig wäre, ist die Geschwindigkeit, mit der Informationen verfügbar sind.

Der persönliche und intime Weg jedes Menschen mit Gott hat sein eigenes Tempo.

KI wird oft genutzt, um Prozesse zu beschleunigen. Ich bete deshalb dafür, dass diese Beschleunigung den Glaubensweg eines Menschen und seine persönliche Gemeinschaft mit Jesus nicht beeinträchtigt.

PG: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass jeder Mensch auf der Welt die Möglichkeit bekommt, den einfachen und unverfälschten Glauben kennenzulernen, der auf Jesus gegründet ist. Dass Menschen ihre Glaubensentscheidungen auf dieser Grundlage treffen und nicht aufgrund von Vorurteilen, die im Laufe der Zeit gegenüber menschlichen Organisationen entstanden sind. Ich bete darum, dass ich weiterhin ein Werkzeug in Gottes Hand sein darf, um sein Wort bekannt zu machen – sei es durch die Wissenschaft oder durch den Sport. Und ich wünsche mir, stets sensibel für Gottes Stimme zu bleiben, damit ich erkenne, welche Entscheidungen er für mein Leben möchte.

PG: Lieber Fabio, vielen Dank für dieses Interview.

FS: Ich danke euch von Herzen für die Möglichkeit zu diesem Interview. Durch eure Fragen habe ich viel über mich selbst gelernt. Herzlichen Glückwunsch zu der wertvollen Arbeit, die ihr mit PromisGlauben leistet. Möge Gott euch weiterhin führen und euch in eurem Dienst vorangehen!