Franz Beckenbauer feiert heute seinen 75. Geburtstag. Aufgrund seiner großartigen Erfolge (Weltmeister 1974 als Spieler, Weltmeister 1990 als Teamchef oder Leiter des Organisationskomitees für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland) wird er oft als die Lichtgestalt im Fußball bezeichnet. Doch auch dunkle Ereignisse wie der Tod seines Sohnes Stephan im Jahr 2015 („Der größte Verlust in meinem Leben“) und persönliche gesundheitliche Einschränkungen liegen auf seinem Weg. Ein Begleiter in den Höhen und Tiefen seines Lebens ist der Glaube an Gott. Darüber sprach er auch im aktuellen Interview mit der BILD-Zeitung zu seinem 75. Geburtstag.

Gegenüber BILD erklärte Franz Beckenbauer, dass er anders als bei seinem 50. oder 70. Geburtstag nun beginne, über das Lebensende nachzudenken und ihm die Endlichkeit bewusst werde. Dazu sagte er:

„75 ist ein Alter, da kannst du das Ende erahnen. Ich hoffe, dass mir vom Lieben Gott noch viele Jahre gegeben werden.“

Vor dem Tod selbst habe er keine Angst, weil er sich nicht über etwas aufrege, „was ich eh nicht ändern kann“. Er denke nur im Alter häufiger darüber nach als in jungen Jahren, so Beckenbauer. Trost findet er dabei im Glauben an ein Leben nach dem Tod. Dazu erklärte er:

„Wir haben eine Seele. Die kommt von irgendwoher. Und ich denke, dass sie irgendwann dorthin zurückkehren wird.“

Wo dies sei, wisse er nicht, aber ihm sei klar, dass alles einen Sinn haben müsse. Auch wenn „diese Unendlichkeit für uns nicht zu begreifen“ sei, müsse es seiner Meinung nach einen Ursprung geben.

Eine Ahnung vom Ursprung aller Dinge erhielt Franz Beckenbauer durch seine katholische Prägung. Auch heute ist er Mitglied der Kirche. Dazu sagte er im BILD-Interview:

„Ich habe nie daran gedacht auszutreten.“

Auch wenn er heute „allerdings kaum noch“ Gottesdienste besuche, ist ihm das regelmäßige Gebet wichtig, in denen er seine Dankbarkeit gegenüber Gott zum Ausdruck bringt. Diesbezüglich erklärte er weiter:

„Ich bedanke mich für das schöne Leben, das ich führen durfte. Da ist es schon angebracht, sich jeden Tag zu bedanken.“

Er vor kurzem verriet Franz Beckenbauer, dass er sich in einem der größten Momente seiner Karriere an Gott wandte. Als er unmittelbar nach dem WM-Triumph 1990 mutterseelenallein über den den Rasen des Olympiastadions in Rom lief (ein Bild, das sich ins kollektive Bewusstsein eingeprägt hat), bedankte er sich „beim lieben Gott“ (wir berichteten).

Dass das Gebet grundsätzlich von großer Bedeutung für ihn ist, erklärte Franz Beckenbauer bereits im Jahr 2008 in der Bild-Weihnachtsumfrage mit dem Thema „Wofür wir beten“. Damals sagte er:

„Ich bete jeden Tag das Vaterunser. Es hilft mir bei der Bewältigung der täglichen Aufgaben und für meine Familie da zu sein. Es ist für mich das Gebet der Gebete, es gibt mir Kraft und Stärke.“

Zu Ostern 2019 bekannte sich Franz Beckenbauer in der BamS zur Relevanz des christlichen Glaubens in seinem Leben mit folgenden Worten:

„Ich bin Katholik. Das steht nicht nur in meinem Pass, ich lebe auch nach christlichen Werten.“

Im aktuellen BILD-Interview zu seinem 75. Geburtstag betonte der Fußball-Kaiser hinsichtlich der gelebten Werte in der Gesellschaft, dass ihm auffalle, „dass der Umgang miteinander nicht mehr so ist, wie er einmal war“ und dass heutzutage seiner Meinung nach „oft der nötige Respekt“ fehle, insbesondere auch der „Obrigkeit“ gegenüber wie etwa Polizisten oder Schullehrern, so Beckenbauer.

Quellen: bild.de (1), bild.de (2),  bild.de (3), bild.de (4)