Foto: Daniela Haufe und Detlef Fiedler, 1502 Leisner, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Am 12. August jährt sich zum 75. Mal der Todestag von Karl Leisner, der ein Gegner des Nationalsozialismus war und in der katholischen Kirche als seliger Märtyrer verehrt wird. Leisner wurde im KZ heimlich zum Priester geweiht und spendete dort über Jahre seinen Mithäftlingen Trost und Hoffnung.

Anlässlich des 75. Todestages startete der Internationale Karl-Leisner-Kreis eine 9-tägige Gebetsinitiative, die von Leisner’s Nichte Monika Kaiser-Haas initiiert wurde, auf der IKLK-Webseite zu finden ist und bis zum 12. August täglich unter „Aktuelles“ zum Mitbeten einlädt.

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Karl Leisner wurde am 25. März 1939 von Bischof Graf von Galen zum Diakon geweiht. Während einer Heilkur im Fürstabt-Gerbert-Haus in St. Blasien wurde Leisner am 9. November 1939 wegen seiner Hitler-Kritik von der Gestapo verhaftet und kam in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Am 14. Dezember 1940 wurde er ins Konzentrationslager Dachau (im Pfarrerblock dieses Konzentrationslagers waren die meisten geistlichen Häftlinge inhaftiert) eingeliefert. Dort war der Jesuitenpater Otto Pies sein geistlicher Begleiter, der auch seine heimliche Priesterweihe maßgeblich förderte. Am 17. Dezember 1944 weihte der ebenfalls in Dachau inhaftierte Bischof des französischen Bistums Clermont, Gabriel Piguet, mit Erlaubnis von Leisners Heimatbischof Graf von Galen den jungen Mann zum Priester, nachdem die unter dem Decknamen Mädi agierende Ordensfrau Josefa Mack die erforderlichen liturgischen Gegenstände in das Konzentrationslager eingeschmuggelt hatte. Mithäftlinge hatten im Vorfeld einen Bischofsstab geschnitzt. Leisner war der Einzige, der jemals in einem Konzentrationslager die Priesterweihe empfing. Seine Primizfeier am 26. Dezember 1944 blieb die einzige heilige Messe, die Leisner feierte. Der Altar, an dem Priesterweihe und Primiz stattfanden, befindet sich heute im Priester- und Bildungshaus Berg Moriah in Schönstatt. Der Primizkelch von Karl Leisner befindet sich in dessen Nachlass. Als das Lager am 29. April 1945 befreit wurde, war Karl Leisner so krank, dass er ins Tuberkulose-Sanatorium Planegg bei München eingeliefert wurde. Wenige Monate später verstarb er an den Folgen seiner Krankheit. Sein Grab befindet sich in der Krypta des Xantener Domes.

 

Am Fest des Heiligen Jakobus (25. Juli 1945) schrieb Karl Leisner seine letzte Tagebucheintragung:

“Segne auch, Höchster, meine Feinde.”

Karl Leisner ist Glaubenszeuge und Vorbild für unsere Zeit. Seine letzte Tagebucheintragung ist gleichsam sein Vermächtnis, Aufruf zur Versöhnung gegen Hass und Gewalt, wie er sie erduldet hatte, Ausdruck seiner gelebten Nächstenliebe und sein Appell zur Versöhnung der Völker in einem christlichen Europa.

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Quellen: karl-leisner.de, wikipedia.org