Nach dem brutalen Tod von George Floyd, symbolisieren derzeit weltweit Menschen mit einem Kniefall ihren Protest gegen Rassismus. Den Ursprung findet die „Take a Knee“-Bewegung beim ehemaligen NFL-Star Colin Kaepernick, der seine Karriere für seine Überzeugung opferte. Kraft, Rückgrat und Stärke bezieht der 32-jährige aus dem christlichen Glauben.

Vor vier Jahren trat Colin Kaepernick eine Lawine los, als er bei einem Vorbereitungsspiel der NFL zur Nationalhymne niederkniete, um „gegen Unterdrückung und die Tötung von schwarzen Jugendlichen durch die Polizei“ zu protestieren. Dazu sagte er:

„Ich weiß, dass meine Aktion Konsequenzen haben wird. Viele Menschen wollen diese Debatte nicht führen, weil sie Angst haben, ihren Job oder ihre Sponsoren zu verlieren oder davor, plötzlich anders behandelt zu werden.“

Seine Motivation sah er darin, in den USA darauf aufmerksam zu machen, was im Zeichen des Rassismus geschehe. Dazu betonte Kaepernick:

„Menschen werden ermordet und niemand wird zur Rechenschaft gezogen. Ich kann nicht in den Spiegel schauen und zusehen, wie Menschen sterben, die die gleichen Chancen wie ich verdient hätten.“

Seither findet der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers keinen Job mehr, obwohl niemand ernsthaft an den sportlichen Qualitäten Kaepernicks zweifelt. Jedoch ist, wie Malte Schindel in einem Kommentar auf gmx.net berichtet, den Teams im Milliarden-Geschäft Football, das von Sponsoren und Werbeverträgen bestimmt wird, das ökonomische Risiko zu groß, den polarisierenden Quarterback zu verpflichten, zu groß. Während die einen den 32-Jährigen für einen Abtrünnigen halten, der seinen Sport verraten hat, ist er für die anderen ein Held, der mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, auf Ungerechtigkeiten in Amerika hinweist.

Im September 2018 wagte es dann der Sportkonzern Nike mit Colin Kaepernick zu werben, was in den Medien damals als durchaus brisant dargestellt wurde, da Nike auch offizieller Ausrüster der NFL ist. Der Slogan, den Kaepernick im Rahmen des 30-Jahr-Jubiläums der Kampagne „Just Do It“ sprach, lautete:

„Glaube an etwas. Selbst wenn es bedeutet, alles zu opfern.“

Kraft, Rückgrat und Stärke bezieht der 32-jährige aus dem christlichen Glauben. Im Vorfeld des Erreichens des Super-Bowl-Finales im Jahr 2013 mit seinem Club den San Francisco 49er bekannte Colin Kaepernick, dass der Glaube ihn für den Druck des Wettbewerbs vorbereitet und sagte:

„An Gott lehne ich mich immer an. Mein Glaube sorgt dafür, dass ich mit beiden Beinen am Boden stehe und vernünftig bleibe.“

Und an anderer Stelle betonte der ehemalige Football-Star:

„Ich glaube daran, Gott wacht über jeden. Ich glaube nicht, dass er für das eine oder andere Team jubelt. Ich glaube daran, dass er jedem hilft und versucht, jeden zu retten. Er hat einen Plan für jeden.“

Kaepernick trägt ein Tattoo, mit Psalm 18,39 aus der Bibel. Darauf steht „You arm me with strength for battle“ („Du, Herr, hast mir die Kraft für diesen Kampf gegeben“).

Quellen: gmx.net, zeit.de, spiegel.de, bote.ch, jesus.ch, livenet.de