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Der Schweizer Schriftsteller, Journalist und Kommunikationsberater Giuseppe Gracia setzte sich aktuell in einem Gastbeitrag für das Schweizer Nachrichtenportal Nau mit der Frage auseinander, ob die Welt ohne Religion eine bessere wäre. Seine Antwort ist eindeutig.

Auch wenn es viele glauben würden, dass es ohne Religion weniger Fanatiker und weniger Kriege gäbe, sieht dies Giuseppe Gracia diametral anders. Mit Blick auf seinen aktuellen Roman „Der letzte Feind“ erklärte der 53-Jährige, dass einige Protagonisten des Romans „an die Tatsache“ erinnern, dass im 20. Jahrhundert mit dem Kommunismus und dem Nationalsozialismus „zwei große Bewegungen versucht haben, eine bessere Welt ohne Judentum und Christentum zu bauen“, was als Resultat „100 Millionen Tote durch kommunistische Regimes, 50 Millionen Tote durch den 2. Weltkrieg“ nach sich gezogen habe. Dazu betonte Gracia:

„Man könnte sagen: Der Atheismus hat allein im 20. Jahrhundert mehr Menschen getötet als alle Religionen zusammen.“

Weiter stellte er die Frage in den Raum, wie frei die Menschen heute ohne Kirche wirklich sind. Mit eindringlichen Worten erklärte er diesbezüglich:

„Bessere Computer, Operationen, Handys: Bedeutetet das eine Evolution der Seele und Humanität? Nein.“

Vielmehr erkennt Gracia „ein spirituelles Vakuum“ als Folge „unserer Hightech-Kultur“.

Mit Blick auf große Denker des 19., des 20. sowie des 21. Jahrhunderts beschrieb der Schweizer Schriftsteller und Medienbeauftragte des Bistums Chur, wie der Verlust des Glaubens an Gott, den Menschen unfrei bis depressiv werden lässt.

So erkennt Giuseppe Gracia u.a. im Schwinden der Religion die entstehende Gefahr, „dass wir Menschen uns gegenseitig wie Objekte behandeln“, sowie eine „Gesellschaft digital gerüsteter Ameisen, ohne Erinnerung an den Himmel, ohne Sinn für die Unverfügbarkeit der Seele“.

Auch weist er darauf hin, dass ein Eintreten für Freiheit immer auch mit einem Eintreten für Religionsfreiheit einhergehen müsse. In diesem Kontext betonte er:

„Alle Staaten, die keine Religionsfreiheit garantieren und religiöse Gruppen nicht schützen, sind verbrecherisch und totalitär.“

Dazu schlussfolgerte Gracia, dass derjenige, der für Freiheit kämpfe, „nicht nur religiös motivierte Angriffe auf die Freiheit Nichtgläubiger ablehnen“ müsse, sondern sich genauso auch gegen „atheistische Programme zur Abschaffung von Religion“ stellen müsse.

 

Bereits im November 2017 erklärte Giuseppe Gracia in einem Kommentar für die Neue Zürcher Zeitung mit dem Titel „Keine Meinungsfreiheit für Katholiken“, dass seiner Meinung nach Menschen, die öffentlich christlich-konservative politische Ansichten vertreten, auch in unseren Breiten heutzutage mit Repressalien rechnen müssen. Dazu schrieb er u.a.:

„Auch wenn Westeuropa Werte wie Freiheit, Pluralismus und Toleranz hochhält, schwindet in der Realität die Akzeptanz der Meinungsäußerungsfreiheit unbequemer Stimmen – besonders von Christen, die sich weigern, ihren Glauben anzupassen.“

In einem Interview mit dem Schweizer Magazin Watson äußerte Gracia im Oktober 2017, dass er als Sprecher des Bistums Chur selbst diese Erfahrung mache. Dabei betonte er:

„Wenn man die Meinung konservativer Gruppen vertritt, wird man gleich als Anwalt von Hinterwäldnern oder Fanatikern betrachtet.“

In seinem neuen Roman „Der letzte Feind“, der aktuell  im Fontis Verlag, Basel erschienen ist, erzählt Giuseppe Gracia eine Fiktion vom „Dritten Vatikanischen Konzil“ in Rom, das von der katholischen Kirche unter der Führung eines neuen Papstes, der für viele ein rückständiger Traditionalist ist, geplant wird und von heftigen Richtungskämpfen geprägt ist. Mit den Stories rund um dieses Ereignis gelingt Gracia ein philosophischer Thriller zwischen Technikgläubigkeit und Christentum, zwischen Humanismus und globaler Totalverwertung des Menschen. Grandios ausbalanciert und inszeniert.

Quellen: nau.ch, pro-medienmagazin.de, watson.ch

 

Mehr Infos zum neuen Roman „Der letzte Feind“ von Giuseppe Gracia gibt’s HIER