In einem aktuellen Interview mit der Bild-Zeitung wurde der Grünen-Chef Robert Habeck, den die Bild einleitend als neuen Superstar der Politik bezeichnete, auch nach seinem Glauben gefragt. Diesbezüglich erklärte Habeck, dass er nicht in einer Kirche sei und dass er „wohl zu viele Philosophen gelesen habe“, um „im eigentlichen Sinn“ glauben zu können. Die „Mitleidsethik des Christentums“ sei aber für ihn wichtig, woraus er schlussfolgerte:

„Ich bin sozusagen ein weltlicher Christ.“

Auch zur Glaubensumfrage der Bild-Zeitung zu Ostern 2019 gab der 49-jährige ein Statement ab und sagte:

„Ich glaube daran, dass Leben und Engagement Sinn ergeben, egal wie es ausgeht.“

Insbesondere dass Habeck’sche Statement, dass er aufgrund seiner Philosophie-Kenntnisse nicht glauben könne, veranlasste Thomas Strobl, Landesvorsitzender der CDU in Baden-Württemberg, zu einem kritischen Einwand. Dieser erwiderte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur:

„Im Klartext bedeutet das: Menschen, die an Gott glauben, sind halt ein bisschen unbelesen. Ja, was ist denn das für eine unglaubliche, peinliche Arroganz?“

Neben Arroganz sieht Strobl in der Habeck’schen Sichtweise auch „wenig Substanz“.

Das dürfte wohl Habeck’s Parteikollegin Katrin Göring-Eckardt ähnlich sehen. So wie auch Priester und Ordensleute war sie im Rahmen ihres Theologie-Studiums mit philosophischen Texten konfrontiert. In der Oster-Umfrage der Bild brachte sie zum Ausdruck, welche immense Bedeutung der christliche Glaube für ihr Leben hat (wir berichteten gestern darüber).

Auf dem Titel des Spiegels fand sich zu Ostern 2019 übrigens der verwirrende Satz „Warum selbst Christen keinen Gott mehr brauchen“, der vermutlich mit der Schlagzeile „Warum weltliche Christen keinen Gott brauchen“ treffender formuliert wäre.

Quellen: bild.de (1), bild.de (2), stuttgarter-zeitung.de