Günther Jauch über die Faszination der Antarktis: „Da soll man Gott am nächsten sein“

Allein in Deutschland sahen 2008 über 3,8 Millionen Kinozuschauer die Dokumentation „Unsere Erde“. Nun ist eine Fortsetzung entstanden, für die mehrere Drehteams an die verschiedensten Orte reisten, um Pinguine, Zebras, Faultiere und sogar Insekten ganz nah an die Linse zu bekommen. Kommentiert werden diese Wunder der Welt von Günther Jauch. Über die Dokumentation und über Gottes Nähe in dieser Welt sprach der TV-Moderator in Interviews zum Film.

In „Unsere Erde 2“ werden die schönsten Orte der Welt gezeigt. Auf die Frage, welche davon er gerne sehen würde, antwortet Günther Jauch:

„Die Antarktis soll ein großartiger Ort sein, an dem man ins Grübeln kommen soll – darüber, was unseren Kosmos zusammenhält. Da soll man Gott am nächsten sein.“

Das hätten ihm Kapitäne auf Kreuzfahrtschiffen so weitergegeben.

Dass der Mensch, Einfluss auf den Erhalt der Schöpfung hat, sollte er sich immer vor Augen führen. Weiter betonte Jauch mit Blick auf den Erhalt der Schöpfung:

„Der Mensch hat das Gleichgewicht durcheinandergebracht, das sollten wir uns schon klarmachen.“

Der Film lasse ihn staunen und die Natur als Wunder begreifen. Auf die Frage, ob der bei ihm mit Blick auf seine persönliche Öko-Bilanz etwas verändert habe, sagt Jauch mit Verweis auf die Bibel:

„Ein klassisches Saulus-Paulus-Erlebnis war damit nicht verbunden. Aber ich denke schon, dass jeder mit der festen Überzeugung aus dem Film geht, dass die Natur ein Wunder ist und sich auf faszinierende Weise immer in der Ba­lance hält.“

Dieses Gleichgewicht der Kräfte störe im Grunde nur der Mensch. Diese Erkenntnis gewinne man, obgleich in dem Film „praktisch kein einziger Mensch“ zu sehen sei.

Quellen: bz-berlin.de, morgenpost.de und rnz.de

Dass ihm die Schöpfung und die Beschäftigung aus genau dieser Perspektive wichtig ist, zeigte Günther Jauch, als er sich 2010 für die Initiative „Pro Reli“ einsetzte, die in Berlin für den Volksentscheid zur Einführung des Religionsunterricht als Pflichtfach eintrat. Anliegen war es, dass, wie in fast allen Bundesländern gemäß Art 7 (3) GG, auch in Berlin die Schüler zwischen Ethik und Religionsunterricht wählen können. Die Berliner Bürger entschieden sich damals dagegen, so dass das vernunftbegründete Gespräch über Gott in den öffentlichen Schulen in Berlin weiterhin nicht stattfinden kann.

Günther Jauch äußerte damals:

„Religion als gleichberechtigtes Fach ist mir wichtig, weil Ethik als alleiniges Pflichtfach Ausdruck staatlicher Intoleranz ist. Religionsunterricht wird in Berlin in die Randstunden verdrängt und schulpolitisch diskriminiert.“

Quelle: sueddeutsche.de

Dass es neben der moralischen Bildung eben auch die religiöse Bildung braucht, wenn der Staat ernst nimmt, dass es Menschen gibt, die aus tiefem Gottvertrauen heraus agieren, erkennt Jauch an, wenn er sagt:

„Ich kenne Menschen, bei denen sich eine Widrigkeit an die nächste reiht. Die sind trotzdem fröhlich und gar nicht gebeugt. Das hat ganz oft mit Gottvertrauen zu tun. Muss ich sagen. Muss ich wirklich sagen.“

Weiter setzte sich Günther Jauch viele Jahre für die Gründung einer katholischen Grundschule in Potsdam ein. 2008 wurde dann die Marienschule eröffnet. Es gehe nicht nur um reine Wissensvermittlung. Die Kinder lernten an einer solchen Schule in besonderem Maße, auch für andere da zu sein, so der TV-Moderator. Weiter sagte Jauch damals:

„Eine katholische Schule ist eine sinnvolle Ergänzung zum staatlichen Bildungsangebot. (…) Für viele Eltern ist es ein großes Bedürfnis, ihren Kindern neben Wissen auch noch ganz bestimmte Werte zu vermitteln. Und das finde ich gut.“

Quelle: bild.de

2009 veröffentlichte das Magazin chrismon ein Gespräch über Glück zwischen Günther Jauch und dem Glücksforscher Gerhard Schulze. Darin gab Jauch auch Einblicke in seinen persönlichen Glauben. U. a. sagte er:

„Die Möglichkeit durch die Beichte mit Gott ins Reine zu kommen, habe ich immer als beruhigend empfunden.“

Weiter hob er das Getragensein in Gott als Lebensqualität hervor. Dazu äußerte er:

„In Momenten, in denen man kreuzunglücklich ist und sich von der Welt verlassen fühlt, mit einer höheren Instanz zu kommunizieren, bei der man durch den Glauben die Gewissheit hat: Die liebt mich, die sieht mich als einzigartig an, die hält ihre schützende Hand über mich und sieht einen Sinn in allem, was ich tue und was mir widerfährt – das ist eine große Hilfe.“

Das komplette Gespräch gibt’s unter chrismon.evangelisch.de

 

Autor: Markus Kosian