Hanns-Ferdinand Müller: „Verantwortungsvoll führen heißt denken lernen vor Gott“
Der deutsche Top-Manager, Musiker und Komponist Hanns-Ferdinand Müller, der seit 1989 in unterschiedlichen Geschäftsfeldern Führungspositionen bekleidet, hat aktuell im Remote Verlag ein Buch mit dem Titel „
Seit 2011 ist Hanns-Ferdinand Müller Honorarprofessor an der ISM – International School of Management und überdies Mitglied des Kuratoriums der ISM. Wie catholicnewsagency.com berichtet, ist der 60-Jährige nicht nur Top-Manager und Autor, sondern auch bekennender Katholik, dessen Glaube sein Verständnis von Verantwortung und Führung prägt. Seit 1985 ist er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Aenania München. Er engagiert sich für zahlreiche soziale Projekte im Heiligen Land. 2006 wurde er vom Kardinal-Großmeister Carlo Kardinal Furno zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt (Quelle: wikipedia.org).
In seinem aktuell erschienenen Buch „Der Ton macht die Führung. Wie emotionale Intelligenz, Klarheit und Entschlossenheit dich zu einer Führungspersönlichkeit machen, der Menschen wirklich folgen“ formuliert Hanns-Ferdinand Müller einen ganzheitlichen Ansatz einer Führung mit Klarheit, Empathie und entschlossenem Handeln, hinter dem ein Managementkonzept steht, bei dem es um Haltung, um Verantwortung vor dem Menschen und um Rechenschaft vor Gott geht.
Im Gespräch
Zu seinem Bild der Führung als Zusammenspiel von „Hirn, Herz und Hintern“, das er in seinem Buch beschreibt, erklärt Müller im EWTN-Interview den christlichen Kontext seines Konzepts. Das Hirn stehe für die Unterscheidung der Geister, wozu der 60-Jährige betont:
„Verantwortungsvoll führen heißt denken lernen vor Gott – abwägen, prüfen, zuhören, nicht vorschnell urteilen.“
So werde Führung „zur geistlichen Übung, die sich der Wahrheit verpflichtet weiß und nicht dem schnellen Applaus“, fügt der Top-Manager an.
Das Herz symbolisiere, dass Führung immer auch Leben berühre, was Müller wie folgt weiter erklärt:
„Christlich verstanden ist Führung daher immer Beziehungsgeschehen – getragen von Barmherzigkeit, Mitgefühl, Dankbarkeit und Demut.“
In Orientierung am Handeln Jesu werde ersichtlich, dass Führung nicht aus Distanz, sondern aus Nähe zu geschehen habe. Für sein Führungsverhalten folgert Müller daraus:
„Ich leite nicht über andere, sondern für sie!“
Zum Bild vom Hintern merkt er an, dass es „vielleicht das Unfrommste und zugleich Evangelischste“ an seinem dargestellten Gesamtbild sei. Es stehe „für Erdung, Standfestigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung auszuhalten“. Dazu betont
„Christliche Führung sitzt nicht bequem über den Dingen, sondern bleibt dran, hält Spannungen aus, bleibt sitzen, wenn es unbequem wird, und steht auf, wenn Handeln gefragt ist.“
Im Dreiklang von Hirn, Herz und Hintern werde Führung „zur verantworteten Berufung“, die sich nicht „im schönen Leitbild, sondern im Durchhalten, im Dienen, im täglichen Treu-Bleiben“ zeige. So werde Führung zu einem „Dienst, der denkt, liebt und trägt“, wobei es nicht um Selbstverwirklichung, sondern ganz im Sinne des Evangeliums um das Öffnen von Räumen gehe, „in denen Menschen aufatmen, wachsen und ihre eigene Berufung entdecken können“, schildert Müller zu seinem Gesamtbild.
Als weiteren wichtigen Aspekt von gelingender Führung benennt der Top-Manager den Ton, mit dem geführt wird und der auf das zugrundeliegende Menschenbild verweist. Der Ton ist seiner Meinung nach gar „ein Würdetest“, weil aus ihm heraus festzustellen sei, „ob ich dem Gegenüber als Ebenbild Gottes begegne – oder nur als Funktion, Ressource oder Störfaktor“, erklärt Müller aus christlicher Perspektive heraus.
Ein würdiger Ton sei dabei auch ein ökonomischer Erfolgsfaktor, was der Top-Manager wie folgt darlegt:
„Wer Menschen respektvoll anspricht, aktiviert Verantwortung, Loyalität und Kreativität.“
Der Ton präge in einem Unternehmen „Kultur, Motivation und letztlich auch Nachhaltigkeit“, zeigt sich Müller überzeugt.
Auch für die Gesellschaft sei der wahrnehmbare Ton ein Gradmesser für ihr Intaktsein. Dazu sagt der Top-Manager u.a.:
„Wo der Ton verroht, wird Würde verhandelbar.“
Weiter bezeichnet
Als bedeutenden Wert im unternehmerischen Kontext hebt der Honorarprofessor an der ISM – International School of Management zudem den Wert der Demut hervor, was er u.a. wie folgt darlegt:
„Christlich demütige Führung weiß: Ich entscheide – aber ich bin nicht Gott.“
Mit Blick auf Jesus werde klar, dass dessen Autorität sich nicht durch ein Handeln aus Angst oder Selbstbehauptung, sondern aus Hingabe bildete. Die demütige Haltung, die Jesus an den Tag legte, habe ihn „nicht zögerlich, sondern konsequent“ gemacht, schildert Müller zum Vorbild Jesu.
Hinsichtlich einer nachhaltig-erfolgreichen Unternehmensführung stellt der 60-Jährige resümierend fest:
„Glaubwürdige, authentische Vorbilder und Führungskräfte handeln nicht laut oder dominant, sondern aus einem festen Zentrum von Werten, Überzeugung und Verantwortungsbewusstsein.“
Für „glaubwürdige Chefs“ gelte es „auf Gott, auf ihr Gewissen, auf die Menschen“ zu hören und „aus dieser Verwurzelung“ zu sprechen, fügt Müller an und betont in ganzheitlicher Perspektive, dass es nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in Gesellschaft und Kirche Menschen brauche, „deren Handeln nachklingt, statt nur zu befehlen“.
Quellen: catholicnewsagency.com, ewtn.de


