In einem spannenden Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) sprach der Entertainer Harald Schmidt aktuell auch über seine katholische Prägung und seinen Bezug zum Glauben heute.

Harald Schmidt, der 1957 im bayrischen Neu-Ulm geboren wurde, wuchs im katholischen Glauben auf, zu dem sich der 5-fache Familienvater auch heute bekennt. Im Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung gab er nun zu verstehen, dass er sich angesichts der massiven Missbrauchsskandale damit aber schwer tue.

Als er mit der Aussage konfrontiert wird, dass er sich als gläubigen Katholiken bezeichne, antwortete der Entertainer u. a.:

„Das mit dem Glauben ist im Moment aber schwierig, wenn man schaut, was in der katholischen Kirche los ist.“

Und weiter:

„Unfassbar, wie sich die Kirche zerlegt.“

Wie sehr der Missbrauchsskandal und der Umgang damit die Gläubigen irritiere, sehe er „bei Leuten wie meiner Mutter, die ihr Leben lang strammst katholisch ist“. Das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs sei eine „Nummer, die nicht einfach weggedrückt werden kann“, so Schmidt. Es könne nicht sein, dass man in der Kirche so tue, „als hätte man nichts mit dem Rechtsstaat zu tun“, nach dem Motto: „Ja, wir fühlen uns schuldig, wir schämen uns und sind auch bereit, mal einen Aktenordner aus dem Keller zu holen“, so der 61-jährige weiter. Ein Übertreten in die reformierten Kirchen schließt er aber aus.

Auf die Frage, was der Glaube für ihn bedeute, antwortete Harald Schmidt:

„Ich glaube, dass es etwas Größeres gibt als das irdische Wandeln.“

Im Interview klingt auch durch, dass das Bewusstsein des Vergänglichen Auswirkungen auf seine Lebenssicht hat. So äußerte Schmidt, dass er mit zunehmenden Alter, immer mehr mitbekomme, „wie die Einschläge näherkommen“. Dazu führte er weiter aus:

„Gerade eben ist man noch Bienenschützer, schon hat man schlechte Blutwerte. Das relativiert vieles.“

Mit Blick auf sein Leben hält Harald Schmidt fest:

„Ehrlich gesagt: Ich bin einfach zufrieden!“

Das komplette, sehr lesenswerte Interview, in dem Harald Schmidt auch über seine Sicht zur aktuellen Showbranche sowie über sein Vaterbild spricht,  gibt’s unter nzz.ch