Foto: Evang.-Luth. Kirche in Bayern, PR-Bild Bedford-Strohm, als gemeinfrei gekennzeichnet

Die Bibelstelle Johannes 14,6, wo Jesus sagt „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“, wird in manch christlichen Kreisen sehr eng und absolutistisch ausgelegt, womit dem interreligiösem Dialog die Grundlage entzogen ist. Kann Jesus, der die Barmherzigkeit über die enge Gesetzestreue stellte, das wirklich so gemeint haben?

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, sieht dies anders. Mit Blick auf den Weg Jesu, den roten Faden des Evangeliums, der in Lukas 6,36-38 komprimiert auf den Punkt gebracht ist, betonte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland:

„Das Faszinierende an Jesus war seine radikale Liebe. Er hat Menschen einfach angenommen.“

Diesbezüglich erklärte Bedford-Strohm in einem Facebook-Video weiter, dass der Weg und die Wahrheit Jesu dort gegenwärtig sei, wo „Liebe, Achtung, Respekt gegenüber jeden Menschen, eine ehrliche Neugier gegenüber dem anderen und ein wirkliches Wahrnehmen dessen, was ihm im Innersten wichtig ist“, vorzufinden ist.

Abschließend resümiert der Landesbischof:

„Der Satz ‚Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich‘ ist kein Aufruf zum Überstülpen der eigenen Überzeugungen auf andere, sondern eine Einladung zur radikalen Liebe und damit zur Wertschätzung und zur Toleranz.“

Eine Auslegung, die sich mit dem roten Faden des Evangeliums deckt und ihm nicht widerspricht!

 

 

Auch der katholische Theologe und Benediktinerpater Anselm Grün teilt u.a. mit Blick auf das II. Vatikanuum diese Ansicht: