Jena-Marie Pfaff: „Zuerst musst du ein guter Mensch sein, dann ein guter Torwart“

Kurz vor dem Weihnachtsfest wird am 20. Dezember die Autobiografie vom ehemaligen belgischen Nationaltorwart Jean-Marie Pfaff erscheinen, der in den 1980er Jahren zu den weltbesten Torhütern zählte und im Vereinsfußball mit dem FC Bayern München große Erfolge feierte. Darin beschreibt der 68-Jährige seinen Weg vom Straßenfußballer zum Welttorhüter, auf dem ihm seine Familie und der Glaube an Gott Halt gaben.

In seinem Buch betont der Welttorhüter von 1987, dass er immer gewusst habe, wo er herkommt und wo er hinwill. Aufgewachsen in einer Großfamilie in einfachen Verhältnissen, geprägt durch seinen früh verstorbenen Vater und seine liebevolle Mutter, hat sich der bodenständige Familienmensch mit Können und Ehrgeiz vom Straßenfußballer zum Welttorhüter entwickelt. Dazu erklärt Pfaff:

„Zuerst musst du ein guter Mensch sein, dann ein guter Torwart!“

Orientierung gibt ihm dabei der christliche Glaube. Bereits im Jahr 2011 titelte die Münchner TZ mit der Schlagzeile „Pfaff: Ich hoffe auf Gottes Hilfe“. In einem Bericht zu Pfaffs Autobiografie berichtet die Mallorca-Zeitung nun, dass der ehemalige Weltklasse-Torhüter bei einem Flug nach Palma aufgrund von Flugangst Beistand bei Gott suchte. So berichtet Pfaff in seinem Buch, dass nicht das damalige Turnier auf Mallorca, bei dem er mit der belgischen U17-Nationalmannschaft antrat, „die größte Herausforderung“ für ihn gewesen sei, sondern der Flug auf die Insel. Dazu erklärt er:

„Ich glaube, ich bin in den gut zwei Stunden mehr als hundert Mal gestorben und habe den lieben Gott angefleht, das Flugzeug nicht abstürzen zu lassen.“

Heil angekommen, habe er dann „ein Top-Turnier gespielt“.

In seinem Buch wird auch erfahrbar, dass Jean-Marie Pfaff trotz seiner enormen Erfolge und trotz seines Ruhms die Bodenhaftung nicht verloren ging. Der entscheidende Grund dafür liegt wohl darin, dass in seinem Leben seine Familie und der Glaube an Gott für ihn das Wichtigste darstellen.

Ein wichtiger Begleiter während der Fußball-Karriere von Jean-Marie Pfaff  war der Autor und Theologe Günther Klempnauer, der Fußballpfarrer beim Deutschen Fußball-Bund und seelsorgerischer Berater und Freund zahlreicher Fußball-Profis war. Wie Klempnauer im Juli 2018 gegenüber domradio.de berichtete, bat ihn der belgische Ausnahmetorhüter seinerzeit, sein seelsorgerischer Berater zu werden. Pfaff habe ihm damals folgendes erklärt:

„Du kennst uns, wir sind mehrfache Millionäre. Wenn wir unter uns sind, dann reden wir über Aktien, Autos und Frauen, aber wie es da drinnen aussieht, darüber sprechen wir nicht. Was ist der Sinn meines Lebens, wie werde ich mit meinen Ängsten fertig, gibt es eine Hoffnung über den Tod hinaus?“

Für Klempnauers Buch Keiner kommt an Gott vorbei: Fußball-Legenden über Glaube. Liebe. Hoffnung.“ steuerte der ehemalige Welt-Torhüter eine Kapitel bei. Wie auf der Internetpräsenz von Günther Klempnauer zu erfahren ist, identifiziert sich Pfaff mit dem alttestamentlichen Psalm 118, in dem der Psalmensänger u.a. zum Ausdruck bringt: „Als ich von allen Seiten eingeschlossen war, schrie ich zum Herrn um Hilfe. Er antwortete mir und machte mich frei. Der Herr steht mir bei. Was könnte ein Mensch mir schon antun.“

 

Bis heute verbindet den Theologen mit Jean-Marie Pfaff eine enge Freundschaft, in der die beiden sich ganz selbstverständlich über ihren Glauben austauschen. Wie Klempnauer gegenüber domradio.de berichtete, habe Jean-Marie Pfaff einmal folgendes zu ihm gesagt:

„Irgendwann sind alle Pokale und Erfolge Schnee von gestern. Entscheidend ist, dass ich daran glaube, dass Jesus Christus für mich den Pokal des ewigen Lebens durch seinen Kreuzestod und seine Auferstehung erworben hat und dass ich über den Tod hinaus eine Hoffnung habe. Das wiegt mehr als jeder Weltpokal, der letztlich vergänglich ist.“

Im September 2019 erklärte Günther Klempnauer im Interview mit „Paulinus – Wochenzeitung im Bistum Trier“, dass seiner Erfahrung nach Promis oft realisieren würden, „wie sehr ihr Ruhm und ihre Titel auf Sand gebaut sein können“. Beispielhaft zitierte er hierfür erneut Jean-Marie Pfaff, der ihm folgendes gesagt habe, nachdem er gerade zum besten Torwart der Welt gewählt worden war:

„Vor einem halben Jahr ist meine Schwester gestorben – dann merkt man auf einmal, wie vergänglich das alles ist.“

Weiter habe er damals erklärt, dass ihm der Glaube an Christus und die Auferstehung inzwischen wichtiger als alle Pokale seien, die er mit Bayern München gewonnen hat.

Quellen: mallorcazeitung.es, tz.de, domradio.de, klempnauer.de, vivat.de, paulinus.de