Die Bundesministerin Julia Klöckner war lange Jahre im Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Im Interview mit domradio.de  erklärte die 48-Jährige nun, warum sie trotz der tiefgreifenden Krise ihrer Kirche die Treue hält. Dabei betonte sie aber, dass sie dringenden Reformbedarf sieht und es an der Zeit ist, die „Dinge auch anzugehen“.

Darauf angesprochen, dass sie eine engagierte Katholikin und eine Mutmacherin sei, brachte Julia Klöckner zum ausdruck, dass sie für sich die Entscheidung getrofen hat, „zuversichtlich in die Welt blicken“, gerade weil durch eine pessimistische Grundeinstellung, der Tag „dann nicht besser“ werde. Dabei spielt ihr Gottvertrauen eine bedeutende Rolle, was sie wie folgt beschreibt:

„Man muss seine Talente, die sehr unterschiedlich sind, die aber jeder in irgendeiner Form bekommen hat, nutzen und wissen, dass alles andere in Gottes Hand liegt und man nicht tiefer fallen kann.“

Mit dieser Einstellung sollte man ihrer Meinung an die täglichen Herausforderungen des Lebens herangehen.

Weiter erklärte die CDU-Politikerin gegenüber domradio.de, dass für ihren Glauben auch die Gemeinschaft der Glaubenden eine wichtige Rolle spielt, auch wenn sich ihrer Meinung nach in der Kirche „echt was ändern“ müsse, etwa mit Blick auf die Position der Frau oder auf den Umgang mit der sexuelle Orientierung eines Menschen. Bezüglich ihrer Kirchenzugehörigkeit betonte Klöckner:

„Ich bin ganz bewusst Mitglied der katholischen Kirche und bleibe es auch trotz Kritik, weil ich getauft und im Glauben aufgewachsen bin und weil ich mich nur als Mitglied über Missstände beschweren kann.“

Überdies merkte sie an, welchen Beitrag die Kirche „nach wie vor“ für das Gemeinwohl leistet, was ihr erst kürzlich deutlich vor augen geführt wurde, als sie eine Kita in Trägerschaft der Kirche besuchte. Dazu sagte sie:

„Wenn wir sehen, welche Botschaften Kirche in die Welt senden kann, für ein Miteinander, Hilfe und den kritischen Umgang miteinander, ist das viel wert.“

 

Über die Bedeutung des christlichen Glaubens für ihr Leben sprach sie bereits im März 2018  mit  domradio.de. Damals erklärte sie, dass sie den Glauben zwar nicht wie eine Monstranz vor sich hertrage, dass sie der christliche Glaube aber seit klein auf präge und sie lange Zeit als Lektorin in der Kirche engagiert war und auch heute regelmäßig den Gottesdienst besucht. Dazu betonte sie:

„Der Glaube ist etwas Selbstverständliches für mich.“

In einem Beitrag zum Thema Zweifel in der Wochenzeitung Die Zeit verwies Julia Klöckner im Juni 2018 auf ihren Glauben. Dazu schrieb sie u.a.:

„Mir wurde der Glaube in die Wiege gelegt.“

Das, was ihre Eltern in der Erziehung grundgelegt haben, gibt ihr auch heute Orientierung. Dazu erklärte sie weiter:

„Glauben kann man nicht lernen. Aber der Glaube hilft mir, meine Begrenztheit zu akzeptieren.“

Gerade in existenziellen Krisen-Zeiten wie der Corona-Pandemie erfahren viele Menschen auch heute durch den Glauben und das Gebet Trost, Kraft und Hoffnung, so auch Julia Klöckner, die im April 2020 als prominente Vertreterin der Politik die Aktion „Deutschland betet gemeinsam“ unterstützte. Mit Blick auf das bevorstehende Osterfest betonte sie gegenüber BILD.de:

„Jesu Auferstehung, Gottes Zusage an uns Menschen, bleibt bestehen.“

Quellen: domradio.de (1), domradio.de (2), zeit.de, bild.de