In einem aktuellen Vortrag sprach der Künstler und Kunsttheoretiker Bazon Brock zum Thema „Das Pfingstwunder in zeitgemäßer Erscheinung“. Dabei räumte Brock auch mit dem Irrglauben auf, dass Wissen und Glauben zwei entgegengesetzte Sphären seien, wie die Westdeutsche Zeitung berichtet. Im Gegenteil mache erst der Glauben das Wissen möglich.

Gott sei auch für beinharte Naturwissenschaftler „eine Denknotwendigkeit“.

Bis heute gelte: „Alle Wissenschaft ist Theologie!“, so der emeritierte Professor für Ästhetik und Kulturvermittlung.

Quelle: wz.de

 

Auf seiner Webseite bazonbrock.de hat der 81-jährige einen Beitrag mit dem Titel „Denkerei: Über die Einheit von Glauben und Wissen“ veröffentlicht.

Darin beschreibt er, dass entgegen „heute allgemeiner Annahme“ Glauben und Wissen nicht „unterschiedlichen Verfahren der Vergewisserung“ angehören, sondern vielmehr „eine notwendige Einheit der gedanklichen Arbeit“ bilden. Denn gerade in der Wissenschaft sei man auf Glauben angewiesen sei.

„Jede normalwissenschaftliche Arbeit beginnt mit der Aufstellung von Hypothesen als Form des Dafürhaltens, also des Glaubens.“

Wissenschaftlich erfolgreich arbeite derjenige, der „solche Hypothesen widerlegt und damit Unsicherheit des Wissens verringert“.

Die Einheit von Glauben und Wissen werde vor allem in methodischen Vorgehensweisen sichtbar. Dazu formuliert Brock weiter:

„Wissenschaft wird produktiv durch Kritik, Glaube durch Zweifel. Wer nicht zweifelt, kann auch nicht glauben, wer zu radikaler Kritik nicht fähig ist, kann nicht Wissenschaftler sein.“

Das gelte „in jedem Fall seit Luthers und Descartes’ Zeiten“.

Für den Glauben gelte „seit frühmittelalterlichen Zeiten, dass man wissen muss, was man glaubt, wenn man den Glauben bekennen soll, weil Glaube ohne dessen Bekenntnis nicht erfahrbar und bestimmbar ist“.

Quelle: bazonbrock.de

 

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„Ist der Glaube an Gott (ir)rational?“