Schauspiel-Legende Mario Adorf, der zu den profiliertesten zeitgenössischen Darstellern auf der Bühne, im Kino und im Fernsehen gehört, feiert heute seinen 90. Geburtstag. Wie schon im Interview im Vorfeld seines runden Geburtstages mit dem Magazin stadtgottes (wir berichteten) betonte Adorf nun auch im Interview zu seinem 90. Geburtstag mit der Berliner Morgenpost, dass er kein Atheist sei.

Zu seinem Weltbild sagte der Schauspieler gegenüber der Berliner Morgenpost, dass er von der grundsätzlichen Gutheit des Menschen ausgehe:

„Ich gehe davon aus, dass Menschen nicht böse geboren werden.“

Dazu erklärte er weiter, dass seiner Meinung nach manche Menschen „Anlagen mitbekommen, die sie leichter ins Böse abgleiten lassen“. Zudem seien „noch viele andere Faktoren wie Erziehung und soziales Umfeld“ entscheidend dafür, in welche Richtung sich ein Mensch entwickelt.

Der anschließenden Anmerkung des Interviewers, dass der Gegenpol zum Bösen Gott wäre, an den er aber nicht glauben würde, widersprach Mario Adorf derart, dass er nicht an Gott glaube, wie er in verschiedenen Religionen dargelegt wird. So glaube er nicht , dass Gott „auf irgendeine Art“ an der menschlichen Existenz teilhat, und auch nicht an „die trostreiche Aussicht auf eine Existenz nach dem Tod“. Dazu betonte er:

„Dieser Trost wird mir durch mein Nichtglaubenkönnen nicht zuteil. Das heißt aber nicht, dass ich ungläubig bin.“

Zu seinem Glauben erklärte Adorf:

„Ich meinte vielmehr, dass ich an eine unbegreifliche, unvorstellbare Kraft glaube, die das Universum geschaffen hat.“

Diese Macht, die er als „noch umfassender als Gott“ bezeichnet, sei „so viel größer“, als dass sie mit jeden Menschen in Beziehung stehen könne, so der Schauspieler.

Bereits Anfang Juli brachte Mario Adorf im Interview mit dem Magazin stadtgottes zum Ausdruck, dass er kein Atheist ist. Vielmehr sagte er wie nun auch im Morgenpost-Interview, dass er an Gott glaube in Form einer Macht, die das Universum „mit all seiner Schönheit, Kraft und Unendlichkeit“ geschaffen habe.

Quellen: morgenpost.de, stadtgottes / 07-08/2020, Seite 21-23