In wenigen Wochen feiert der große deutsche Schauspieler Mario Adorf, der am 8. September 1930 in Zürich geboren wurde, seinen 90. Geburtstag. Zu diesem Anlass gab er dem Magazin stadtgottes ein beeindruckendes Interview, in dem er über sein Leben, ihm wichtige Werte sowie über seine Vorstellung vom Tod sprach. An ein Leben nach dem Tod glaubt Adorf nicht, an den Schöpfer jedoch schon.

Bezüglich seiner Werteeinstellung umschrieb Adorf gegenüber stadtgottes, dass ihm Genügsamkeit wichtig ist, mit folgenden Worten:

„Luxus ist das Überflüssige. Das halte ich für etwas sehr Gefährliches.“

Seiner Ansicht nach sei nichts dagegen zu sagen, „wenn alle Menschen in einem maßvollen Wohlstand leben“. Was er ablehnt, ist „dieses Streben nach mehr und immer mehr“. Für ihn sei es Luxus und mit großer Freude verbunden, heute „noch hin und wieder arbeiten zu können“, so der Schauspieler.

Auf die Frage, ob er anlässlich seines 90. Geburtstages über die eigene Endlichkeit nachdenke, erklärte Mario Adorf, dass das Reflektieren über den Tod in seinem Alter „völlig normal“ sei und er dabei „weniger über den Tod als über das Sterben an sich“ nachdenke. Dabei beschäftige ihn die Frage, ob er krank werde oder wie seine Mutter im Sterben leiden müsse. Diesbezüglich kommt er zu einem klaren Ergebnis, was er wie folgt betont:

„Aber, egal, wie es kommt. Ich werde es annehmen.“

Weiter erklärte Mario Adorf, dass er keine Angst vor dem Tod habe und das Sterben für ihn zum Leben dazu gehöre. An ein Leben nach dem Tod glaubt Adorf indes nicht. Er ist sich gewiss, dass danach „Nichts“ komme. Dabei betonte er aber, dass er „alle“ bewundere, die im Glauben leben „und daraus Kraft schöpfen“.

Auch wenn er „nicht gläubig im Sinne von Religionen“ sei, die er als „von Menschen geschaffen“ sieht, um der „Angst vor der Endlichkeit“ etwas entgegenzusetzen, so glaubt Mario Adorf dennoch an einen Schöpfer. Dazu sagte er:

„Ich glaube an einen Gott, der dieses Universum geschaffen hat. Mit all seiner Schönheit, Kraft und Unendlichkeit.“

Zudem brachte die lebende Filmlegende zum Ausdruck, dass seine Mutter zu Lebzeiten einen großen Einfluss auf ihn gehabt habe und er auch heute noch mit ihr in Verbindung stehe. Dazu sagte er:

„Ich träume von ihr. Und wundere mich im Traum, dass sie noch lebt.“

 

Im Oktober 2019 sprach Mario Adorf im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) schon einmal über seinen Umgang mit dem Thema Tod (wir berichteten). Dabei äußerte der Schauspieler, dass er hoffe sich auch beim Thema Tod eine gewisse Gelassenheit zu bewahren, die ihn zeitlebens ausgezeichnet habe und dass Sterbehilfe für ihn kein Thema sei. Vielmehr möchte er eines Tages „das Sterben so akzeptieren, wie es mir widerfährt“, und nicht „in die Schweiz fahren und Pillen schlucken“, so Adorf im RDN-Interview.

Auch erklärte er in diesem Interview bereits, dass er nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt. Dazu sagte der Schauspieler:

„Meiner Ansicht nach kommt nach dem Tod gar nichts mehr.“

Dabei zeigte er sich bewusst, dass der Glaube an Gott Trost bedeutet. So erklärte Adorf:

„Es wäre mir allerdings lieber, wenn ich das anders sehen könnte.“

Und weiter:

„Es würde den Gedanken ans Sterben sicher erleichtern, wenn man die Gewissheit hätte, dass es ein Danach gibt.“

Quellen: stadtgottes / 07-08/2020, Seite 21-23, stadtgottes.de, rnd.de