Die 6-jährige Auszeit im Kloster, die sich der Musiker Michael Patrick Kelly vor Jahren nahm, um sich mit der Endlichkeit des Lebens und seiner Beziehung zu Gott auseinanderzusetzen, war dieser Tage Thema im TV und in Zeitschriften. Während am gestrigen Freitagabend in der WDR-Sendung „Kölner Treff“  die Moderatorin Bettina Böttinger tiefgehend nach seinen Erfahrungen fragte, interessierten sich die Klatschblätter vor allem für seine Enthaltsamkeit.

Im „Kölner Treff“ sprach Michael Patrick Kelly sehr detailliert über seine Vorstellung von Gott und seine grundlegenden Erfahrungen im katholischen Klosterleben, das entgegen der gängigen Vorstellung auch viele Momente des Feierns bot.

In seinem Kloster der katholischen Gemeinschaft vom heiligen Johannes in der französischen Region Burgund seien über 20 Nationalitäten zusammengekommen. So habe es immer wieder Kulturwochen gegeben, wo Mönche, z.B. aus Mexiko, ihre „Kultur, Musik und Kulinarik“ vorgestellt haben. Am amerikanischen Abend habe er sich als Hip-Hopper verkleidet und vor 75 Mönchen gerappt. Wie unter Hip-Hoppern begrüßte er seine Mitbrüder mit „Yo Bro“.

Bettina Böttinger sprach ihn dann darauf an, dass er im Kloster den Namen Bruder Jean-Paul Mary und damit auch eine neue Identität angenommen habe. Sie wollte anschließend wissen, was er, der einst mit seiner Familie um die Welt zog, dann in ein Kloster nach Frankreich ging, um sich nun wohnlich in Niederbayern niederzulassen, unter dem Begriff Heimat verstehe. Darauf sagte Kelly, dass er keine wirklichen kulturellen Wurzeln habe und auch in einem Campingbus geboren worden sei. Das „Unterwegs-Sein“ sei Programm seines Lebens gewesen. Dazu merkt der 40-jährige an:

„Ich habe im Glauben meine Heimat gefunden.“

„Spiritualität ist vielleicht eine ganz andere Art von Heimat.“

Seine geographische Heimat sei am ehesten Irland, hier liege „die mentality“, mit der er sich am meisten zuhause fühle.

Auf die Frage, was der Grund bzw. die Reißleine für seinen radikalen Kurswechsel im Leben gewesen sei, betont der Musiker, dass viele Menschen sich nach einem Leben in der Glamour-Welt sehnen, weil für viele Ruhm und Geld die Glückssymbole seien. Aber auch in der Glamour Welt, die man vielleicht idealistisch bewundere, fänden Scheidungen, Suizid und Depressionen genauso statt. Weiter führt er dazu aus:

„In meinem Fall war es einfach so, dass ich mit Anfang 20 sehr viel erlebt habe.“

Dies formuliert er mit Blick auf Status-Symbole wie Ruhm und Geld und sagt weiter:

„Das hat für mich nicht gereicht. ich hatte Sehnsucht nach Mehr. Und dieses Mehr hat sich dann über 3-4 Jahre in einer Entscheidung herauskristallisiert, in dem ich dieses ganze Leben, was ich hatte, verlassen habe, um durch Verzicht, durch Stille, Rückzug und viel Gebet, Studien in Philosophie und Theologie, die wichtigsten Fragen des Lebens einmal zu klären.“

Die Zeit im Kloster bezeichnet er als Reset fürs Leben und sein künstlerisches Schaffen. Zunächst habe er völlig auf das Musikmachen verzichtet und nach einer Zeit mit einer einfachen Gitarre einmal in der Woche wieder musiziert. Er habe im Kloster auch die verlorengegangene Leidenschaft für Musik zurückbekommen, weil er nicht mehr Musik machen musste, um den nächsten Radiohit zu liefern. Er habe einfach Musik für sich und für Gott gemacht und auch für „die Brüder, die immer hinter der Tür gelauscht haben“.

Das habe ihm die Leidenschaft für Musik zurückgegeben. Die älteren Mitbrüder haben ihm dann auch gesagt, dass sie sich nicht sicher seien, ob das monastische Leben seine Berufung sei und sprachen die Empfehlung aus:

„Mach wieder Musik. Such dir eine schöne Frau und geh mit Gott.“

Diesbezüglich stellt Kelly, der 2013 seine Jugendliebe heiratete, heute fest:

„Die schöne Frau wurde mir dann geschenkt und Musik auch.“

Weiter sprach er auch über die unterschiedlichen Etappen im Klosterleben und deren Herausforderungen: über das Noviziat und die Zeit der zeitlichen Gelübbde.

Auf die Frage, welcher Weg schwerer sei, der Weg ins Kloster hinein oder der Weg aus dem Kloster heraus, antwortete Kelly, dass der Weg heraus schwieriger sei, weil die Struktur mit geordnetem Tagesablauf, die es beim Weg ins Kloster gäbe, auf einmal weg sei.

Auch zu seinen Suizidgedanken im Jahr 1999 äußerte sich Michael Patrick Kelly. Danach gefragt, warum er beschlossen habe, den Suizid schlussendlich nicht zu unternehmen, sagt er, dass das zwar eine sehr intime Frage sei, er sich aber dazu äußere, weil es viele Menschen betreffen würde. Er sagte:

„Ich habe in dem Moment eine Gegenwart von jemand gespürt, den ich als Gott interpretiere.“

Er habe in dem Moment auch keine Visionen gehabt und sei auch nicht unter dem Einfluss von Drogen gewesen, sondern er sei bei relativ klarem Bewusstsein gewesen. Weiter führte er aus:

„Es war so als würde diese Gegenwart mir sagen: ‚Tu es nicht – Hold on‘.“

Über dieses Erlebnis habe er auch seinen Song „Hope“ geschrieben.

Das Ganze sei ein Schlüsselerlebnis für eine zweite Chance im Leben gewesen und er habe sich gesagt:

„O.k. Aber dann möchte ich, das DU jetzt mein Leben in die Hand nimmst. Weil, wenn es nach mir geht, endet dieses Leben vielleicht nicht da, wo es enden könnte.“

Darauf fragte die Moderatorin Bettina Böttinger nach, ob er wirklich das Gefühl habe, dass eine höhere Macht sein Leben lenkt und er es nicht vielmehr selber sei. Darauf stellte Kelly klar, dass er glaube, dass wir Menschen freie Wesen sind und nicht wie Marionetten von irgendwelchen Göttern manipuliert werden. Weiter betonte er:

„Aber ich empfinde manchmal, als gebe es einen unsichtbaren Regisseur meines Lebens, der mir bestimmte Rollen anbietet oder ermöglicht und vielleicht einlädt, in diese Richtung zu gehen. ER ist ein bisschen so wie ein Navi oder eine innere Stimme. Man ist aber frei ‚Ja oder Nein‘ zu sagen.“

Der Mensch sei keine Marionette. Er versuche dabei auf dem Boden zu bleiben und nicht esoterisch abzuheben und sagt dazu weiter:

„Ich glaube, dass Gott sehr real und realistisch ist und nicht über außergewöhnliche, übernatürliche Wege zu einem spricht, sondern durch das, was vor einem steht.“

Im Anschluss zum Interview performte Michael Patrick Kelly seinen neuen Song „Roundabout“.

Wir von PromisGlauben halten resümierend fest:

Wow! Was für ein mutiges und vernünftiges Statement für den Glauben inmitten einer TV-Talkshow! Beeindruckend, Bodenständig, Berührend!

Autor: Markus Kosian

Quelle: WDR.de

 

Auf Youtube gibt es das Video zur Sendung. Um Minute 17 ist bis Minute 35 das Interview mit Michael Patrick Kelly zu sehen sowie die Darbietung seines Songs ‚Roundabout‘:

 

Diese nachdenklichen Einblicke waren in der Klatschpresse wie bei klatsch-tratsch.de oder promiflash.de, wen wundert’s, kein Thema. Vielmehr wurde ein Statement von Michael Patrick Kelly in der Vox-Sendung ‚Meylensteine‘ zur klösterlichen Keuschheit zur Headline in den Blättern. Gegenüber seinem Musikerkollegen Gregor Meyle sagte er in dessen Sendung auf Nachfrage:

„Ich bin ein Mann wie jeder andere. Es ist eher so, dass die Menschen, die nicht im Zölibat leben, denken, man denkt ständig an Sex! Aber wenn man so lebt, ist man total fokussiert und denkt gar nicht an solche Sachen.“

Viel intensiver habe er sich in dieser Zeit mit dem Verzicht auf materielle Dinge auseinandergesetzt.