Der britische Musiker Sting ist am vergangenen Mittwoch mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Der ehemalige Ministrant und mehrfache Grammy-Preisträger besuchte gemeinsam mit seiner Ehefrau Trudie Styler die Generalaudienz des Kirchenoberhaupts. Im Vorfeld des Treffens äußerte der Musik-Star, dass er die lateinische Liturgie liebt – und den Papst.

Zur lateinischen Liturgiesprache erklärte Sting in einem Interview mit dem ‚National Catholic Register‘:

„Die Musik dieser Sprache ist wichtig für mich.“

Rückblickend betonte der 66-jährige weiter:

„Ich war Ministrant und habe die lateinische Messe gelernt, aber den Choralgesang habe ich geliebt, ich habe die Gregorianik geliebt, gesungene Messen.“

Auch brachte er in dem Gespräch seine Bewunderung für Papst Franziskus zum Ausdruck und sagte:

„Er (Papst Franziskus) bringt einen frischen Atem. Natürlich ist die Kirche in verschiedenen Bereichen kompromittiert, aber ich denke, er macht einen guten Job.“

Seinen persönlichen Glauben beschrieb Sting aber eher mit agnostischen Bildern und äußerte:

„Ich bin nicht unreligiös, ich bin nicht antireligiös, ich bin einfach nur gegen die Idee, dass wir alle Erkenntnis haben können.“

Insbesondere religiösen Menschen fehle zuweilen die Demut, anzuerkennen, dass sie nicht alles wissen. Heute tue er sich auch schwer mit der katholischen Glaubenslehre. Er wolle aber auch nicht ausschließen, wieder praktizierender Katholik zu werden. Dazu sagte er:

„Ich folge der Pascal’schen Wette.“

Ebenfalls werde er am Ende seines Lebens wahrscheinlich um die Sakramente bitten.

In einem aktuellen Projekt beschäftigt sich Sting derzeit mit dem christlichen Glauben. Für eine Multimedia-Show zur Sixtina, die seit März in Rom gezeigt wird, hatte der Musiker den mittelalterlichen Hymnus „Dies irae“ neu vertont und eingespielt. Den lateinischen Gesangspart übernahm Sting selbst.

Papst Franziskus und dessen Betonung der Barmherzigkeit habe ihn bei der Komposition beeinflusst, so der britische Musiker weiter. Stings Version des mittelalterlichen Hymnus „Dies Irae“ endet mit den Worten

„Deus misericordia“ (lat. „Gott ist Barmherzigkeit“).

Dazu betont er: „Das steht nicht im Originaltext, ich hab mir einfach Freiheiten genommen und es hinzugefügt.“ Der Hymnus handelt vom Jüngsten Gericht. Dazu ließ Sting sein Gottesbild durchblicken und kommentierte etwas eigenmächtig:

„Wenn Gott Barmherzigkeit ist, dann gibt es überhaupt kein Gericht, sondern nur Vergebung. Ich weiß nicht, ob dieser Gedanke häretisch ist, aber für mich funktioniert er.“

Quellen: katholisch.de (1) und katholisch.de (2)