Foto: Kanae Vuijcic - Facebook

Nick Vujicic ist ein außergewöhnlicher junger Mann, er wurde ohne Arme und Beine geboren, was man als genetischen Defekt namens Phokomelie, bezeichnet. Und trotzdem führt er ein relativ normales Leben mit einer wunderschönen Frau und vier Kindern.

Er wurde in Melbourne geboren und für seine Eltern war es natürlich ein Schock, ihren Sohn bei der Geburt ohne Gliedmaßen zu sehen. Der Vater war Pastor und so fiel es den beiden sehr schwer zu akzeptieren, dass Gott so etwas zuließ. Seine Mutter brauchte vier Monate, bis sie ihn vollkommen annehmen konnte. Aber von da an waren es seine Eltern, die ihm stetig das Gefühl gaben, geliebt zu sein. Trotzdem wollte er sich im Alter von 8 Jahren selbst in der Badewanne ertränken. Dazu drehte er sich ein paar Mal um sich selbst. Aber er konnte es nicht tun, da er in seinem Inneren sah, welche Schuldgefühle seine Eltern deswegen haben würden.

An seinem Tiefpunkt dachte er sich:

„Ich werde niemals heiraten, ich werde keinen Job finden; ich werde kein Leben haben, das irgendeinen Sinn hat. Was für ein Ehemann könnte ich schon sein, der nicht einmal die Hand seiner Frau halten kann?“

Er forderte Gott heraus und sagte, dass er ihm erst dienen werde, wenn Gott ihm die Frage beantworten würde:

„Warum? Warum habe ich keine Arme und Beine?“

Natürlich hatte er noch einige andere Tiefschläge in seinem Leben, seine Schulzeit war nicht einfach, Jesus.ch erzählt davon, dass er gemobbt und ausgelacht wurde, er konnte viele Dinge, die andere in seinem Alter unternahmen, nicht mitmachen. Aber als seine Mutter sagte: „Gott wird dich gebrauchen [genauso wie du bist]. Ich weiß nicht wie oder wann, aber Gott wird dich gebrauchen.“, ist eine Saat in ihm aufgegangen.

Und ein paar Jahre später hat Nick die Bibelstelle aus dem Johannes-Evangelium mit 15 Jahren ins Herz getroffen: „Unterwegs sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst oder seine Eltern, sodass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden.“ (Joh 9,1-3)

Er erkannte, dass es keinen Sinn mache, äußerlich komplett zu sein, wenn man im Inneren zerbrochen sei. Er betont:

„Und ich erkannte, dass Gott dich heilen kann, auch ohne die Umstände zu ändern.“

Über sein heutiges Leben sagt der 36-Jährige:

„Ich habe gelernt, jeden Tag für sich zu leben und mich nicht vom Unbekannten lähmen zu lassen. Heute bin ich Motivationstrainer, ich helfe Opfern von Missbrauch, Gewalt und Aggressionen, ihre Selbstachtung wieder zu finden. Ich denke, meine Erfahrungen haben mir ermöglicht, Vieles über solche Dinge zu lernen: ich glaube an die Möglichkeit, wieder heil zu werden.“

Und er sieht sich heute als Gottes Werkzeug:

„Wenn Gott einen Mann ohne Arme und Beine nutzen kann, Seine Hände und Füße zu sein, dann wird er definitiv jedes suchende Herz für sich gewinnen.” (von der Autorin aus dem Englischen übersetzt).

Er surft, schwimmt, geht auf Reisen und arbeitet auf der ganzen Welt. Kath.net berichtet: „Inzwischen hat er vor über drei Millionen Menschen in 25 Ländern gesprochen. Vornehmlich hält er Vorträge an Schulen, in Kirchen und bei christlichen Kongressen. Er hat mehrere Organisationen gegründet und einige Bücher geschrieben.

Er konnte die Dinge in seinem Leben anders betrachten und erzählt:

„Ich habe vielleicht keine Hände, um die Hand meiner Frau zu halten, aber wenn die Zeit gekommen ist, werde ich ihr Herz halten.“

Und die Zeit ist gekommen, 2010 lernte er seine heutige Ehefrau auf einer Konferenz kennen und 2011 haben sie geheiratet. 2013 und 2015 wurden ihre Söhne Kiyoshi James und Dejan Levi geboren, 2017 kamen Zwillingstöchter zum Vujicic-Clan hinzu.

Nick Vujicic sieht sich mittlerweile so:

„Ich entschied mich, andere zu ermutigen. Ich entschied mich, dankbar für das zu sein, was ich habe und nicht wütend über das, was fehlt. Ich schaute mich im Spiegel an und sagte: ‚Weißt du was? Die Welt hat recht: Ich habe keine Arme und keine Beine. Aber sie können mir niemals die Schönheit meiner Augen nehmen. Ich will mich auf etwas Gutes, das ich habe, konzentrieren.’“

Quellen: lifewithoutlimbs.org, jesus.ch (1), jesus.ch (2), jesus.ch (3)

Autorin: Stefanie Maier