Benediktinerpater Anselm Grün hat mittlerweile mehr als 300 Bücher veröffentlicht, die in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurden. Aktuell hat er ein Buch über das „Staunen“ geschrieben. Das Buch trägt den Titel „Staunen – Die Wunder im Alltag entdecken„. Im Interview mit Rheinischen Post sprach der Benediktinermönch darüber, was Staunen mit Philosophie, mit Glück und mit Glauben zu tun hat.

Alle Philosophie beginnt nach Ansicht von Anselm Grün mit dem Staunen. Dazu sagt der 73-jährige:

„Ich staune, also denke ich nach.“

Das bedeute, dass sich der Mensch im Staunen „für das Wunderbare und das Besondere“ öffne und infolgedessen darüber nachdenke. Weiter betont er:

„Staunen ist für mich die Bedingung, dass etwas wichtig ist.“

Während das Wundern eher mit der Warum-Frage verbunden sei, komme das Bewundern dem Staunen sehr nahe.

Um nicht einfach „routiniert Lebende“ zu sein, sollten die Erwachsenen sich etwas „von dem staunenden Kind“ in sich bewahren.

Es halte lebendig, „über das Schöne und das Geheimnis“ wieder staunen zu können.

Denn Zusammenhang zwischen Staunen und Glauben beschreibt er wie folgt:

„Im Staunen sind wir offen für das Geheimnis, auch das kleine, erlebbare Geheimnis. Etwa, dass Gott uns jetzt die Stunde der Ruhe geschenkt hat oder diesen wunderbaren Sonnenuntergang. Indem wir staunen, wächst auch der Glaube.“

Im Staunen sei der Menschen ebenso wie beim Empfinden von Glück ganz bei sich und im Einklang mit sich. Dazu sagt er weiter:

„Staunen bedeutet auch, dass ich mich für etwas Größeres öffne.“

Das befreie den Menschen vom Kreisen um sich selbst und ermögliche ihm, vom Geheimnis berührt zu werden. Das könne dann zu einer Erfahrung von der Liebe Gottes oder zu einem Menschen führen.

Er selbst habe zuletzt „über das milde Licht gestaunt, das sich da auf den Feldern ausbreitete“, was ihm die Schönheit unserer Welt am Abend vor Augen führte.

Das komplette Interview gibt’s in der Rheinischen Post.

Quelle: rp-online.de

 

Hier ein schöner Song, der das Staunen der Kindheit schön beschreibt und träumen lässt: