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Paulina Fröhlich: „Die Religionen tragen für mich Friedensbotschaften in sich“

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Paulina Fröhlich redet über und arbeitet mit Politik. Geboren 1991, hat Geographie, Islamwissenschaft und Wasserressourcenmanagement und ist heute in Berlin Leiterin des Programmbereichs Zukunft der Demokratie des Progressiven Zentrums, wo politisch vor- und nachgedacht sowie parteilich unabhängig an neuen Strategien gearbeitet wird. Als SPD, Grüne und FDP im vergangenen Herbst in Koalitionsverhandlungen über den Fahrplan der Zukunft saßen, sprach Paulina Fröhlich im Deutschlandfunk Kultur darüber, wie eine Politik von morgen aussehen könnte. Bei RBB online gestaltet sie Podcasts über „Die Frage des Tages“.

Aktuell schilderte die Vordenkerin im Podcast „NDR Info | Gott und die Welt“, dass es bei ihrer Arbeit um eine Abwägung gehe, was von technischen Neuerfindungen oder auch gesellschaftlich neuen Erfindungen tatsächlich Verbesserung für den Menschen bringe. Im Talk mit der evangelischen Pastorin Susanne Richter sprach Paulina Fröhlich auch über ihre christliche Prägung, die Rolle der Kirche in der Gesellschaft und darüber, was ihr persönlich Hoffnung gibt.

Die Kirche sieht die Zukunftsdenkerin als nach wie vor gesellschaftlich bedeutende Institution, die „eine Advokatin für bestimmte gesellschaftliche Vorstellungen“ und Werte sei. Dies zeige sich in der Zusammenarbeit von Kirche mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsbewegungen, in der Kinder- und Jugendbewegung oder bei gemeinnützigen Organisationen wie etwa der Seenotrettung. Dazu betont Paulina Fröhlich:

„Da ist für mich die Kirche eine Impulsgeberin einer Anspielperson und ja, eine starke Allianz-Kraft.“

Auf Kirchentagen tauschte sie sich mit dem Projekt „Kleiner Fünf – radikale Höflichkeit gegen Rechts“ selbst schon mit anderen wichtigen Netzwerkern zum Themenschwerpunkt Demokratie aus.

Über die Bedeutung von christlichen Werten für ihr persönliches Leben und ihr gesellschaftliches Engagement, berichtet sie, dass sie in ihrer Kindheit in Hamburg unter anderem „durch Werte, die sich christlich nennen“, geprägt wurde und auch am Konfirmationsunterricht teilgenommen habe. Überhaupt habe sie sich „viel mit Religion und religiösen Fragen auseinandergesetzt“, weswegen christliche Werte für sie „eine Rolle im Nachdenken und im Wertekompass“ spielen würden. Weiter erklärt Fröhlich:

„Es ist manchmal nicht so offensichtlich oder greifbar, aber manchmal sind es ja sogar die unsichtbaren Dinge, die wir noch nicht ganz begriffen haben und die uns am stärksten lenken.“

In diesem Kontext hebt die Leiterin des Programmbereichs Zukunft der Demokratie die Bedeutung der Religion für den Frieden in einer Gesellschaft hervor, was sie wie folgt darlegt:

„Die Religionen tragen für mich Friedensbotschaften in sich, und den Anspruch, eine sehr große Gruppe an Menschen so zu organisieren, dass sie friedlich koexistieren können.“

Die Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen des Menschseins empfindet sie als wichtig und betont dabei:

„Das ist für mich etwas, ja nicht nur Christliches, sondern auch Religiöses, was mich beeindruckt.“

Danach gefragt, was ihr persönlich Hoffnung gebe, nennt Paulina Fröhlich die Liebe. In ihr stecke „wahnsinnig viel Kraft und Hoffnung, für die kaum eine Begründung notwendig ist“. Überdies schenken ihr Menschen Hoffnung, die sie dadurch inspirieren, „weil sie aus widrigen Situationen, die das Leben ihnen beschert hat, dennoch hervorgehen und für das Gute und für Andere eintreten“. Aus solchen Geschichten über menschliche Vorbilder zieht Paulina Fröhlich Motivation und Hoffnung.

 

Den NDR-Podcast mit Paulina Fröhlich gibt es HIER

Quelle: progressives-zentrum.org, deutschlandfunkkultur.de, rbb-online.de, ndr.de