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In seiner Auslegung zum Sonntagsevangelium (Mt 16,21-27) legt unser geistlicher Begleiter Pfarrer Christoph Kreitmeir dar, wie Gottes Wort Halt, Trost, Freude, Zuversicht, Zurechtweisung, eine neue Sicht, Hoffnung und Mut für den Alltag und in besonderen Situationen geben kann.

Hier die Worte seiner Predigt als Audio-Datei und anschließend im Text-Format:

 

 

Kennen Sie das? Sie wollen nicht, dass jemand, der Ihnen nahe steht und den Sie ins Herz geschlossen haben, jemand, den Sie lieben, leiden muss. Sie umgarnen ihn mit allerlei tröstenden, aber die Wahrheit nicht wahrhaben wollenden Aussagen, so wie Petrus es im heutigen Evangelium getan hat: „Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen!“

Solche gutgemeinten Sätze höre ich auch oft im Krankenhaus, ausgesprochen oder zumindest gefühlt und gedacht von Angehörigen, die ihre Lieben leiden sehen müssen.

Jeder Mensch mit dem Herzen am rechten Fleck wird solch ein Tun verstehen. Es hilft aber leider Gottes gar nicht weiter, es behindert den Leidenden manchmal sogar, die notwendigen Schritte auf seinem Leidensweg zu gehen. Selten, aber doch, erlebe ich, wie schwer Kranke, ja sogar Sterbende dann mehr oder weniger energisch darauf hinweisen, das ihnen so etwas nicht hilft, sie um Begleiter und Helfer auf dem schweren Weg bitten und nicht um Leugner.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum Jesus heute so energisch gegen diese Aussage von Petrus vorgeht. Seine Worte kommen für unsere Ohren befremdlich rüber, wenn er sinngemäß sagt: „Tritt hinter mich, du Satan, du Versucher! Geh mir aus den Augen, aus dem Weg, damit ich den notwendigen Weg weitergehen kann. Nicht, was Menschen wollen, sondern was Gott will ist wichtig. Dafür bin ich gekommen!“

Wir kennen es aus unserem eigenen Leben. Wenn wir ehrlich sind, dann gehen wir auch lieber den bequemen Weg, weichen Schwierigkeiten aus, wollen es leichter und nicht steinig.

Wir ziehen das Polster dem harten Holz vor, wir wollen Wellness und nicht Kreuz.

Das Problem dabei ist aber, dass wir nicht weiterkommen, uns im Kreis drehen und sogar Rückschritte auf unserer Lebensreise machen.

Wer kein Ziel vor Augen hat, kommt nie an. Wer nur Wellness will, wird verweichlichen.

Er wird dem Lebenskampf nicht genügen können, ausweichen, schwach und unzufrieden werden.

Wer aber ein Ziel hat, der lässt sich von niemandem und nichts davon abbringen, auch nicht von sich selbst und seinen eigenen Schwächen.

Viktor Emil Frankl, ein weltberühmter Psychiater mit 27 Ehrendoktorwürden, ein Mensch, der dabei ganz menschlich und einfach geblieben ist, ein jüdischer Arzt, der 2 ½ Jahre durch die Hölle von mehreren KZs gehen musste, prägte sinngemäß diese so wichtige Aussage:

„Wo ein Ziel ist auch ein Weg. Ja schon, aber was tun, wenn das Ziel abhanden kommt. Wer einen Sinn im Leben hat, der wird das Ziel nicht aus den Augen verlieren und dadurch immer wieder den Weg finden und gehen können. Wo ein Sinn ist, da ist auch ein Ziel. Und wo ein Ziel ist, da ist auch ein Weg.“

Wir brauchen solche Sinnworte, wenn Empfindungen und innere Sätze uns von unserem Weg abbringen oder abhalten wollen. Wir brauchen positive Worte gegen unsere negativen Gedanken und Gefühle. Es ist so wichtig, diese Grunderkenntnis gelingenden Lebens zu verstehen und danach zu handeln.+

Die alten Wüstenväter der ersten Jahrhunderte waren Meister im richtigen Umgang mit falschen Gedanken und Gefühlen. Sie entwickelten, heute würde man sagen, psychologisch-psychotherapeutische Methoden, um wieder Regie über das eigene Denken, Fühlen und Handeln zu bekommen:

Gedanken widerstehen, wenn sie mir schaden, oder sie fördern, wenn sie mir helfen, mich weiterbringen.

Jedem negativen Gedanken setzten die Wüstenväter durch ihre antirrhetische Methode Bibelworte als Heilmittel entgegen. Heutige Psychologen tun dies z. B. mit Affirmationen, lebensbejahenden Einreden. Nach Ralf Senftleben ist eine Affirmation ein selbstbejahender Satz, den wir uns selbst wieder und wieder sagen, um unsere Gedanken umzuprogrammieren. Das Ziel dabei ist, unser Verhalten und unsere Gefühle dauerhaft zu verändern. Denn Denken, Fühlen und Handeln hängen wechselseitig zusammen und wenn wir unsere Gedanken durch Affirmationen dauerhaft ändern, dann ändert sich nach einer Weile auch unser Verhalten und selbst unsere Gefühle ziehen nach.

Auf der Schweizer Homepage gottgibt-gibweiter.ch hat eine geistliche Gemeinschaft unter dem Namen „Gott gibt – gib weiter“ Spruchkarten entwickelt, die Gottes Wort auf diese Weise und kostenfrei in visitenkartengroßen Kärtchen weitergibt.

Gottes Wort will Halt, Trost, Freude, Zuversicht, Zurechtweisung, eine neue Sicht, Hoffnung und Mut für den Alltag und in besonderen Situationen geben.

Auf heiledeinleben.de finden sich persönlichkeitsstärkende und auch christlich orientierte Affirmationen, die uns helfen können, unser je eigenes Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und unser persönliches Leben zu leben. Sie helfen uns auch, den christlichen Weg der Nachfolge und des Kreuztragens – wenn es sein muss – ehrlich und tapfer zu gehen. Amen.

 

Hier ein schöner Song von Samuel Harfst zu den Worten von Pfarrer Christoph Kreitmeir: