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Physiker Matthias Egg: „Im Glauben geht es um die existentielle Realität“

Der Physiker und Wissenschaftsphilosoph Dr. Matthias Egg, der als Privatdozent an der Universität Bern lehrt, sprach im Interview mit kath.ch über das Thema Wunder.

Matthias Egg berichtete, dass der Glaube an die christliche Botschaft stets zu seiner Person gehört habe und er keinen Widerspruch zwischen seinem Glauben und naturwissenschaftlicher Erkenntnis erkennen kann. Vielmehr habe sich sein Interesse für Physik und Philosophie „aus der Frage nach dem Zusammenhalt des Seins“ entwickelt. Dazu betont der Dozent der Uni Bern:

„In der Physik schaut man die materielle Realität an, im Glauben geht es um die persönliche, existentielle Realität. Beides ist Teil eines Lebens.“

Auch das Eintreten von Wundern hält er für möglich, wenn in der wissenschaftlichen Weltsicht kein metaphysisch aufgeladener Gesetzesbegriff, der aus dem 16./17. Jahrhundert stamme, unterstellt wird. Weiter erklärt er, dass man die Position des Naturalismus vertreten könne, sich dann aber im Klaren darüber sein müsse, „dass dies eine philosophische Position ist, die uns die Naturwissenschaft nicht aufdrängt“. Dazu betont er:

„Man kann Wissenschaft so sehen, dass diese alles beschreibt, aber das ist eine philosophische Entscheidung, die man nicht mitmachen muss.“

Aus seiner Glaubensperspektive heraus ist er sich wiederum gewiss, dass Gott „der Schöpfer aller Dinge“ ist und „dass er auch in den sogenannt natürlichen Vorgängen handelt“, so Egg.

Dass in den Evangelien Ereignisse beschrieben werden, die mit unserem Wissen von Naturgesetzen nicht vereinbar sind, wie zum Beispiel die Auferweckung des Lazarus, erklärt sich Matthias Egg mit der Existenz einer übergeordneten Dimension. Gott habe die Natur mit ihren Gesetzen geschaffen und sei auch heute tätig, zeigt er sich gewiss und merkt an:

„Gott ist einfach größer als unser Denken.“

Dabei gibt Egg zu bedenken, dass der menschliche Körper so hochkomplex und nicht „allein mit physikalischen Mitteln“ erklärbar sei.

Weiter merkt er an, dass in der Wissenschaft Spezialisten ihren Fachbereich beherrschen, die Fachbereiche aber immer enger werden. Zu verstehen, was naturwissenschaftliche Phänomene im Kontext des gelebten Lebens bedeuten, sei aber etwas anderes, schildert Egg und betont:

„In gewissen Sinn versteht der Alltagsverstand mehr als die Wissenschaft, weil er immer das ganze Leben im Blick hat.“

Diese Art des Verständnisse beschreibt der Physiker und Wissenschaftsphilosoph an der Universität Bern als unabhängig vom wissenschaftlichen Fortschritt. Deshalb werden Menschen nicht aufhören, sich zu wundern, zeigt sich Matthias Egg gewiss.

Quelle: kath.ch