Als Poetry Slammer ‚Bleu Broode‘ steht Nils Straatmann normalerweise auf Bühnen. Jetzt ist er zwei Monate durch Israel und Palästina gepilgert, um den Spuren Jesu zu folgen. Im Interview mit dem ‚Stern‘ sprach er aktuell auch über seinen Glauben.

Er ist Poetry Slammer, Student der Theologie, lebt mit seiner Freundin Anna und dem gemeinsamen Sohn in einer WG und will vielleicht mal Pastor werden. Dazu sagt er:

„Nach der Schule habe ich gesagt: Entweder studiere ich Theologie, um es besser zu machen, oder ich trete aus der Kirche aus.“

Auf die Frage, wie er darauf kam, Theologie zu studieren, sagt der Poetry-Slamer, dass ihn zwei seiner Onkels, die Pastoren waren, positiv geprägt haben. Zum Zusammenhang zwischen seiner Tätigkeit als Poetry-Slammer und seinem Theologie-Studium sagt Straatmann:

„Beim Slam muss man unterhalten. In der Kirche glauben die Menschen an das, was du erzählst. Also ja, für sie habe ich Verantwortung und davor habe ich Respekt.“

Seine moralische Haltung ist geprägt durch die christlichen Werten:

„Grundsätzlich stehe ich total hinter den christlichen Werten: Nächstenliebe, Feindesliebe, Einstehen für Minderheiten, für Menschen, denen es schlecht geht.“

Zu seinem Bild von Jesus äußert er, dass Jesus für ihn jemand war, der Problemen nicht aus dem Weg gegangen ist und den Kontakt mit Ausgestoßenen, mit Sündern, mit Prostituierten gesucht hat. Auch heute wäre er bei den Menschen, denen es schlecht geht – auch bei denen, die vielleicht nicht seiner Meinung sind – und würde versuchen, sie abzuholen.

„Ich glaube, heute würde Jesus den Kontakt zu den Wutbürgern nicht scheuen.“

Jesus habe Menschen in die Verantwortung genommen.Was er damit mit Blick auf die aktuelle Tagespolitik genauer meint, erklärt er im Stern-Interview weiter.

Auf die Frage, ob er nach zwei Monaten durch Israel und Palästina Jesus und das Christentum nun besser verstehen würde, antwortet Straatmann:

„Ich habe eins verstanden: Wenn wir Angst haben, dass unser ‚christliches Abendland‘ untergeht, sind wir eigentlich unsere größte Bedrohung.“

Auf die Nachfrage „Wie das?“ betont er als Ursache, dass wir unsere Wurzeln und Werte vergessen haben.

Er selbst nimmt für die überzeugende Überlieferung des Evangeliums die Verantwortlichen der Kirchen in die Pflicht, gemeinsam für Frieden und für Liebe einzustehen. Dabei sagt er auch:

„Ich bin sehr überzeugt vom aktuellen Papst – und das sage ich als Protestant.“

Bei einem ist er sich sehr gewiss:

„Gott wird nicht sterben.“

Das komplette Interview gibt’s unter stern.de