Foto: © Plamen Agov • studiolemontree.com, Ken Hensley&Sunrize - ROCK ON THE ROCKS TOUR 2011 - Sofia - 27, cropped, CC BY-SA 3.0

Der Keyboarder, Gitarrist und Sänger Ken Hensley prägte mit seinem Keyboard-Spiel den Sound der Band Uriah Heep, die neben Weggefährten wie Black Sabbath, Led Zeppelin oder Deep Purple zu den Pionieren des Hardrock zählt. Von 1969 bis zu seinem Ausstieg 1980 galt er als treibende Kraft und Mastermind der Gruppe, weil er einen Großteil der Songs von Uriah Heep verfasste. Am 4. November starb Ken Hensley im Alter von 75 Jahren. Der christliche Glaube gab ihm auch im Rockbusiness Orientierung.

Der wohl größte Hit der Hardrockband Uriah Heep, die Ballade „Lady in Black“, stammt aus der Feder von Ken Hensley. Er schrieb sie angeblich nach der Begegnung mit einer Frau im Sommer 1970 in München und sang das Lied auch als Sänger ein, weil das Lied dem damaligen Sänger David Byron zu „banal“ klang. Der Text dagegen war tiefgehend und lieferte die Aussage, dass das „Böse“ nicht mit dem „Bösen“ überwunden werden kann, selbst wenn das „Gute“ zeitweilig nicht gegenwärtig ist.

In seinem Leben erlebte Hensley selbst, wie die Beziehung zu Gott das Leben zum Guten wenden kann. 16 Jahre seines Lebens war der Rock-Star kokainabhängig. Wie das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt im Mai 2008 berichtete, erklärte der damals 63-Jährige auf die Frage, was ihn von der Sucht befreite, mit einem Wort:

„Gott.“

Dabei zeigte sich der Musiker gewiss, dass dieser Gott noch etwas anderes mit ihm vorgehabt habe. Weiter betonte er:

„Von einem Tag auf den anderen habe ich aufgehört. Kein Arzt, keine Therapie – jedenfalls keine irdische Therapie.“

im Interview mit dem Magazin Rocktimes erklärte Ken Hensley im Juli 2007:

„Als Christ glaube ich, dass Gott einen Plan für jeden von uns hat. Aber wir Menschen sind nun mal auch in der Lage, unsere Leben mit Drogen und Alkohol kaputt zu machen. Oder einfach auch nur damit, unnötige Risiken einzugehen.“

Auch wenn er damals noch keine Beziehung zu diesen Gott hatte, betonte Hensley auch gegenüber Rocktimes voller Gewissheit, dass ihm Gott sein Verlangen nach Kokain genommen habe, so dass er wieder in festere Bahnen fand. Dazu sagte der „Lady in Black“-Komponist im Mai 2008 gegenüber dem Heavy-Metal-Magazin vampster.com, dass er heute durch das Herangehen mit klaren Kopf an die Dinge, „die Lektionen aus der Vergangenheit sehr deutlich“ erkenne. Zudem betonte er:

„Und natürlich bin ich sehr gefestigt durch meinen Glauben an Gott.“

Im Interview mit dem Journalisten Hanno Gerwin sprach Ken Hensley in einem beeindruckenden Interview ausführlich über seinen Weg zum christlichen Glauben. Dabei betonte er, dass er durch seinen Glauben eine stabile Orientierung gefunden habe:

„Mir geben mein Glaube und meine Überzeugung Kraft, den richtigen Weg zu nehmen und nicht den Falschen.“

Zum christlichen Glauben habe er im Jahr 1993 gefunden, als er sich in einer tiefe Lebenskrise befand und „einfach unglücklich“ war. Er sei damals mit seiner Frau zur Kirche gegangen, wo er einen Pastor der Presbyterianischen Kirche, dem er sich anvertraute. Nach vielen Gesprächen legte dieser ihm „eine persönliche Beziehung zu Gott“ nahe, was Hensley nach erster Abwehr schlussendlich annahm. Dazu erklärte er gegenüber Hanno Gerwin:

„Wir haben dann gebetet, und wenn ich ehrlich bin, sagte ich mir damals, ‚Gut. Alles andere habe ich ausprobiert. Warum eigentlich nicht‘.“

Seit diesem Tag habe sich „alles geändert“ in seinem Leben. Diesbezüglich verdeutlichte der Musiker weiter:

„Das war und ist nicht leicht, auch wenn man sich viel Zeit nimmt, ist es schwer. Aber es war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.“

Sein Leben habe sich durch die persönliche Beziehung zu Jesus Christus, die er durch tägliches Gebet und Bibellesen pflegt und die ihn seither trägt, zum positiven verändert, was Ken Hensley mit folgenden Worten näher beschrieb:

„Ich bin also niemals alleine, egal was passiert, ich weiß, er geht mit mir jeden Schritt auf meinem Weg. Das gibt mir die Zuversicht, die ich sonst nirgends gefunden habe.“

Seine Loskommen von der Kokainsucht von einem Tag auf den anderen sei schon ein Jahr vor seiner Hinwendung zum Glauben passiert. Rückblickend erklärte Ken Hensley damals bei „Gerwin trifft“:

„Heute weiß ich, schon damals war Gott in meinem Leben.“

Dass er damals von den Drogen nach 16 Jahren loskam und er von einen Tag auf den anderen kein Verlangen mehr hatte, bezeichnete Hensley als „Wunder“. Seitdem vertraue er auf das Wirken des Heiligen Geistes in seinem Leben, worin er sich bei Rückblick auf sein leben seit 1993 bestätigt sah. Dazu betonte der Musiker:

„Mir ist auch klar, wie wichtig es ist, ihm die Kontrolle zu überlassen.“

Dabei erwarte er nicht, dass der Heilige Geist alles für ihn erledige oder seinen persönlichen Willen erfülle, was er wie folgt beschrieb:

„Ich bete auch kaum für mich selbst, sondern dafür, dass sein Wille geschieht. Ich bete schon mal für Andere, auch ganz bestimmte Menschen, wie Freunde oder Familie. Für mich bete ich nicht, weil mir klar ist, dass er weiß, was ich brauche.“

Und weiter:

„Es geht darum, dass ich ihm vertraue und auslebe, was er in mich steckt. Ich versuche ihm einfach jeden Morgen, den Tag zurück zu geben, um nach seinem und nicht nach meinem Willen zu leben. Und das klappt wunderbar.“

Gegenüber Hinz & Kunzt berichtete Ken Hensley im Mai 2008, dass er auf Nachfrage über seine Erfahrungen an andere Menschen weitergibt:

„Ich renne nicht rum, haue den Leuten mit der Bibel auf den Kopf und sage: Du musst an Jesus glauben! Jesus ist deine Rettung! Aber ich erzähle, was ich durchlebt habe, wenn es jemand wissen will. Ich bin dankbar, dass ich noch am Leben bin.“

Auch in den Texten seiner Songs gebe es Hinweise auf seinen Glauben, auch wenn das nicht gleich zu erkennen ist. Im Interview mit Hanno Gerwin erklärte Ken Hensley, dass zum Beispiel sein Song „The Last Dance“ aus dem Album „Blood on the Highway“, worin es im Text heißt: „Um mich und um dich geht es jetzt nicht,/ sondern um die Liebe zu etwas Größerem, außerhalb unserer Sicht./ Es geht darum was wir teilen und was uns vereint, /der, der in unserem Herzen lebt ist hier gemeint.“

Auch wenn Jesus und Gott in so einem Lied nicht vorkommen, sei die Botschaft klar. Weiter erklärte der Musiker:

„Der Text hat viel damit zu tun, dass der Glaube für mich das Wichtigste auf der Welt ist. Ich kann meinen Fans nicht mit der Holzhammermethode kommen. Ich stelle ihnen Jesus einfach vor und lasse ihn den Rest tun.“

27 Jahre nach dem Wendepunkt und Perspektivwechsel in seinem Leben schlief Ken Hensley am 4. November 2020 friedlich ein, wie sein Bruder Trevor Hensley via Facebook mitteilte.

Quellen: ntv.de, bild.de, gerwintrifft.de, rocktimes.info, hinzundkunzt.de, vampster.com, wikipedia.org

Das beeindruckende Interview von Hanno Gerwin mit Ken Hensley (Print und Video) gibt es HIER

 

Hier der Song „The Last Dance“, der nach Aussage von Ken Hensley „viel damit zu tun [habe], dass der Glaube für mich das Wichtigste auf der Welt ist“:

 

 

Hier der Uriah-Heep-Welt-Hit „Lady in Black“, den Ken Hensley komponierte und auch sang, mit der Aussage, dass das „Böse“ nicht mit dem „Bösen“ überwunden werden kann, selbst wenn das „Gute“ zeitweilig nicht gegenwärtig ist:

Mehr Infos zum Song „Lady in Black“ gibt’s HIER