Foto: privat (mit freundlicher Genehmigung von Samuel Koch)

Am 4. Dezember 2010 hielt ganz Fernsehdeutschland zusammen mit dem Entertainer Thomas Gottschalk den Atem still und betete für Samuel Koch, der bei einer spektakulären Wette mit Sprungfedern in der Live-Sendung „Wetten dass“ verunglückt war. Der damals 23-jährige überlebte schwer verletzt und ist seit dem querschnittsgelähmt. Für Samuel Koch hat dieser Unfall nicht das letzte Wort. Trost und neue Orientierung fand er in seinem Glauben an Gott, auch wenn dieser Prozess mit einigen Hürden verbunden war, denn Sport war sein Leben. Der heute 31-jährige hat diese Hürden hinter sich gelassen. Anstatt sich zu verkriechen, ist er als Schauspieler aktiv, schreibt Bücher und hält Vorträge, wie vor kurzem in der Kelsterbacher Petrusgemeinde, um anderen Menschen Mut zu machen, .

In seinem Buch „Zwei Leben“ beschrieb er, dass er damals zahlreiche Nächte mit Gott diskutiert habe, voller Wut und Verzweiflung. Dazu äußerte er:

„Ich war nicht mehr der Chaot, der Turner, der Sportler, dem alles gelingt. Ich war reduziert auf das, was der Unfall von mir übriggelassen hat.“

Doch dann half ihm zum Beispiel die berühmte Wette des französischen Mathematikers Blaise Pascal, in der dieser beschreibt, dass eigentlich nur der Glaube an Gott die Option ist, auf die es sich zu setzen lohnt. Ihm wurde klar, dass Gott die Ressource ist, mit der er sein Leid annehmen und bewältigen kann.

Als Samuel Koch vor einigen Jahren an einem Gottesdienst zum Thema „Wie kann Gott das zulassen?“ teilnahm, bei dem ihm Konfirmanden Fragen stellen durften, sagte er rückblickend:

„Mein Glaube war zwar durch den Unfall erschüttert, aber gleichzeitig setzte ich mich weiterhin damit auseinander. Und am Ende stand die Überlegung: Wohin sonst sollte ich gehen.“

Irgendwann habe er das „Vaterunser“ wieder beten und den Satz „Dein Wille geschehe“ wieder aussprechen können. Dazu sagte Samuel Koch in einem Interview:

„Auch wenn der vielleicht ganz anders aussieht als meiner.“

Heute könnte er sich seine Leben ohne seinen Glauben nicht vorstellen. Das brachte er einmal wie folgt zum Ausdruck:

„Ich könnte mir einen Alltag ohne Glauben nicht wirklich vorstellen. Ich brauche ihn. Mein Glaube ist mehr als nur ein psychologisches Konstrukt, das mich irgendwie über Wasser hält. Er ist wirklich auch Zuflucht und Rückzug und etwas, wo ich all den Mist vom Tag abladen kann.“

Den Glauben an Gott bezeichnete auf einer Podiumsdiskussion auf einem Kirchentag mit dem damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck als „lebenserhaltende Maßnahme“, worauf Gauck ergriffen antwortete, dass er Gott dankbar sei, dass er diesen Satz hier hören durfte.

Als Reformationsbotschafter zum „Luther-Jubiläum“ 2017 betonte Koch:

„Ich habe für mich die Botschaft des Neuen Testaments, die ‚Gute Nachricht‘, als lebenserhaltend entdeckt, so dass ich mich fast schon mitverantwortlich dafür fühle, sie anderen nahezubringen. Eine der obersten Maximen ist die Nächstenliebe.“

Dies möchte er in seinen Büchern und Vorträgen vermitteln und Zeugnis dafür ablegen, dass es trotz großer körperlicher Einschränkungen dennoch einen Sinn macht, die Botschaft des Glaubens zu verbreiten: Nicht zu verzweifeln, sondern auf Gott zu vertrauen.

Vor kurzem hielt Samuel Koch einen Vortrag in der Kelsterbacher Petrusgemeinde. Bei der anschließenden Diskussionsrunde mit dem Publikum wurde ihm die Frage gestellt, ob er noch Hoffnung auf Heilung habe. Dazu sagte Koch:

„Es gab so viele medizinische Errungenschaften, die tödliche Krankheiten aus der Welt schaffen. In meinem Fall würde, so glaube ich jedenfalls, nur ein echtes Wunder helfen. Aber solche soll es ja auch gegeben haben.“

Dabei blickte Samuel Koch wie auf unserem Titelbild gen Himmel.

 

Quellen: fnp.de, jesus.de, livenet.de (1), jesus.ch, livenet.de (2) und samuel-koch.com

Autor: Markus Kosian

Herzlichen Dank an David Kadel für die Fotoanfrage bei Samuel Koch

 

Veranstaltungshinweis:

In der Gesprächsreihe „Einblicke“ empfängt Herbert Fandel Samuel Koch am Donnerstag, 15. November, um 19 Uhr im Haus Beda in Bitburg. Mehr Infos unter volksfreund.de

 

Hier noch ein beeindruckendes Video-Statement von Samuel Koch mit dem Titel „Gott bringt mich zum Grinsen“:

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