Die schweizerisch-deutsche Lyrikerin Nora Gomringer, die 2015 den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis gewann, sprach aktuell im Interview mit dem Journalisten Dirk von Nayhauß, das im Magazin Chrismon veröffentlicht wurde, über ihr wichtige Werte im Leben, die ihr Fundament in ihrem Glauben finden.

Zu ihrer Vorstellung von Gott sagte die 40-Jährige:

„Wie alles in der Schöpfung empfinde ich mich als Ausdruck einer göttlichen Zugewandtheit.“

Dabei erklärte, dass sie in ihrem Leben bis heute noch „nie eine Vertrauenskrise mit Gott“ gehabt habe, was sie wie folgt weiter beschrieb:

„Meine Gottgläubigkeit ist in einem ruhigen Kinderzimmer meines Gehirns abgespeichert, da passieren keine Stürme.“

Nora Gomringer wuchs in den christlichen Glauben hinein. Durch den Ministrantendienst, die Mitgliedschaft in der Pfadfindergruppe sowie einen guten Gemeindepfarrer fand sie einen Bezug zur Kirche. Anfang diesen Jahres bezeichnete Gomringer, die heute in Bamberg lebt, im Interview mit dem Magazin „Leben im Erzbistum Bamberg“  ihr Aufwachsen im Glauben rückblickend als „glückliche Glaubensbiographie“ (wir berichteten). Dabei wurde ihr ein Gottesbild vermittelt, durch das sie erkennen konnte: „Du bist geliebt. Egal, ob dir etwas gelingt oder nicht.“

Im Chrismon-Interview erklärte die 40-Jährige nun, dass das „Kinderzimmer“ ihrer Gottgläubigkeit „immer offen und leicht auffindbar sei“. „Umgeben von Escher-artigen Treppen“ habe sie trotzdem „einen direkten Zugang“, so die Lyrikerin. Diesen Zugang habe sie einige Zeit selbst blockiert, was sie wie folgt beschrieb:

„Ich habe viele Jahre an mir selbst gezweifelt, damit habe ich mich unglaublich sabotiert. Und quasi gegen den Schöpfer gesprochen.“

So denke sie heute auch bei Frauen, die sich selbst ablehnen:

„Wenn jetzt Gott, der dich gemacht hat, neben dir steht, und du sagst: ‚Alles scheiße‘ – das klingt unhöflich.“

Heute ist es Nora Gomringer, die seit 2010 das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg als Direktorin leitet, auch ein Anliegen den christlichen Glauben in ihrem Schaffen Geltung zu verleihen. Dazu sagte sie im Februar 2020 gegenüber dem Magazin Leben:

„Als Schriftstellerin ist es mir ein Bedürfnis, christliche Motivik und auch den Glauben und ein Einstehen für den Glauben zu transportieren.“

Überhaupt wäre die Kunst ihrer Meinung nach ohne Gottesbezug eine andere.

Quellen: chrismon.evangelisch.de, leben.erzbistum-bamberg.de