Foto: Martin Kraft creator QS:P170,Q65553673, MJK30806 Sibel Kekilli (Berlinale 2017), cropped, CC BY-SA 3.0

Die türkisch-stämmige Schauspielerin Sibel Kekilli, die als Hauptdarstellerin in Fatih Akins mehrfach prämiertem Film Gegen die Wand, als Shae in der US-Fantasyserie Game of Thrones und durch die Rolle der Sarah Brandt im Kieler Tatort hohe Bekanntheit erlangte, sprach kürzlich mit dem Journalisten Dirk von Nayhauß für dessen Serie „Fragen an das Leben“ im Magazin Chrismon (April-Ausgabe) auch über ihre Vorstellung von Gott. Dabei betonte sie den Wert von Freiheit.

Zu ihrer Vorstellung von Gott befragt, berichtete Sibel Kekilli, dass sie als Kind „arabische Gebete auswendig lernen“ musste. Nachdenklich wurde sie darüber, dass ihr gewissen Dinge, wie etwa der Besuch der Koranschule, verwehrt blieben. Dabei brachte die 39-Jährige zum Ausdruck, dass sie infolgedessen keinen Zugang zu Gott fand. Dazu sagte sie:

„Ich habe lange mit mir ­gerungen, doch irgendwann konnte ich an einen Gott nicht mehr glauben. Trotzdem bin ich gewiss, dass es da etwas gibt.“

Dabei stellt sie sich die Frage, ob es das Schicksal gäbe oder Gott die Kraft sei, die sie in sich spüre. Auch beobachtet sie ihre zwei besten Freundinnen, die im Glauben stehen. Dabei sammelt sie auch Erfahrungen im Glauben, so etwa, dass ihre beste Freundin durch den Glauben Sicherheit erhält. Weiter sagte Sibel Kekilli:

„Mit meiner anderen ­besten Freundin gehe ich jedes Jahr an Heiligabend in die ­katholische Kirche. Zum einen ist das natürlich ein ­bisschen Tradition, aber die Predigten des Pfarrers haben mich schon oft sehr berührt.“

Im Umgang mit Krisen helfe ihr dann auch das Gespräch mit ihren engsten Freunden, die ihr zuhören und bei denen sie „einfach sein“ dürfe. Das gebe ihr Halt sowie zudem „auch der Glaube an die besagte höhere Instanz und daran, dass es schon wieder aufwärtsgehen wird, ganz egal, ob man das dann Glaube an Gott, einen Schutzengel oder einfach Schicksal nennt“.

Einen hohen Wert im Leben stellt für sie der Wert der Freiheit da, was sie auch damit begründet, dass sie in einer Kultur aufgewachsen sei, in der „das nicht selbstverständlich“ war und „enge Grenzen“ galten. Das Streben nach Freiheit habe dabei auch dazu führen können, „dass man aus dieser Kultur ausgeschlossen wird und nicht mehr ­dazugehören darf“, so Sibel Kekilli.  Diesbezüglich erklärte sie weiter, dass die Befreiung aus diesen „Zwängen und Regeln“ ihr „unglaublich viel Kraft gekostet“ habe.

Die 39-jährigen Schauspielerin versteht unter Freiheit, selbst entscheiden zu können , wie sie lebt und „ohne Angst, das sagen und denken zu können, was ich will“. Dazu betonte sie:

„Freiheit bedeutet für mich, mich als Individuum entfalten zu dürfen.“

Quelle: chrismon.evangelisch.de