Gregor Schlierenzauer ist einer der erfolgreichsten Skispringer aller Zeiten. Er ist Olympiasieger und mehrfacher Weltmeister. Eine Sinnkrise und ein Kreuzbandriss warfen ihn zurück. Mittlerweile ist er wieder auf dem Weg zu alter Stärke, wobei er Erfolg heute anders definiert. Darüber sprach er aktuell mit der Bild und dem österreichischen Magazin ‚Der Standard‘. Zu seinem Glauben an Gott bekannt er sich schon vor Jahren.

Während für ihn früher nur eines galt: ‚Wettkampferfolg um jeden Preis‘, hat sich die Definition von Erfolg bei Gregor Schlierenzauer heute grundsätzlich geändert. Eine schwere Sinnkrise und eine schwere Verletzung verbunden mit dem Beinahe-Karriereende haben den gebürtigen Tiroler gelehrt, dankbar zu sein. Zum Beispiel, dass er noch im Skisprung-Weltcup dabei sein darf. Dazu sagt er:

„Für mich ist Erfolg, wenn ich am Abend im Bett liege, grinse und sage: das und das war heute für mich ein sehr erfüllender Moment und sehr erfolgreich.“

Im Skisprungzirkus wurde der österreichische Skisprung-Held früher gefeiert wie ein Popstar, die Erwartungshaltung an ihn war immens und laugte ihn aus. Diesbezüglich äußert der heute 27-jährige:

„Wenn man dieser Besessenheit nachgibt und stets nach dem immer Höher und Schneller strebt, ist das für den Erfolg sehr gut. Doch gleichzeitig ist man im Hamsterrad und in der Blase gefangen und verliert vielleicht manchmal den Blickwinkel nach außen.“

Und weiter:

„Wer will einem dann sagen, was im Leben sonst noch wichtig ist?“

In Zeiten der Sinnkrise stellte er sich dann existenzielle Fragen:

„Wenn du für ein Jahr aus dem Hamsterrad herausgekommen bist, siehst du Dinge aus einem anderen Blickwinkel. Dann nimmst du zum ersten Mal das wahre Leben wahr.“

Während seiner Auszeit habe er reflektiert und viel über sich nachgedacht. Dadurch, dass er tagtäglich an seiner „Gesundheit gearbeitet“ hat, habe er gespürt, das diese das Wichtigste sei. Weiter betont er:

„Ich hab mich zum ersten Mal mit wichtigen Fragen auseinandergesetzt: Wer bin ich? Was will ich? Was kann ich? Wo will ich hin? Will ich das überhaupt noch?“

Diese Fragen bestimmen heute das Leben des einstigen Ausnahme-Athleten weitaus mehr, was auch seine Mannschaftskollegen im österreichischen Team bemerken. So stellt z. B. sein Teamkollege Stefan Kraft fest, dass Schlierenzauer heute manche Dinge anders sehe und dass es für ihn „auch etwas anderes“ als Skispringen gebe. Er sei „einfach relaxter und abgebrühter“.

So betont Gregor Schlierenzauer, der bis heute 53 Weltcupsiege in seiner Karriere errungen hat, schlussendlich:

„Wenn es sich nicht ausgeht und man nicht auf Toplevel springen kann, dann geht die Welt auch nicht unter.“

Quellen: bild.de und derstandard.at

Kraft und Stärke im Leben gibt Gregor Schlierenzauer sein Glaube an Gott, wie er in einem Interview einmal, wie folgt, bekannte:

„Ich glaube, dass vieles, was im Leben passiert, einen Grund hat. Für mich regelt dies jemand und das ist Jesus.“

Weiter sagte er im Nachsatz:

„Ich glaube, dass Spitzensportler grundsätzlich sehr gläubige Menschen sind, obwohl nicht alle es zugeben würden.“

Quelle: erzdioezese-wien.at