Foto: Lawrence Jackson creator QS:P170,Q102414330, Kamala Harris Vice Presidential Portrait, cropped, CC0 1.0)

Der Journalist und Fernsehmoderator Robert Lembke (1913 – 1989) sagte einmal: „Im Flugzeug gibt es während starker Turbulenzen keine Atheisten.“ Dass die Verbindung zu Gott bei Turbulenzen im Flugzeug zur Anlaufstelle wird, bestätigt aktuell die Vizepräsidentin der Vereinigten Staaten.

Der Regierungsflieger von Kamala Harris musste am Sonntag kurz nach dem Start aufgrund technischer Probleme zum Flughafen zurückkehren. Wie die BILD-Zeitung dazu mitteilt, berichteten mitreisende Journalisten von einem ungewöhnlichen Geräusch beim Start, weshalb sich an Bord offenbar Sorgen breit machten. Infolgedessen suchten die Insassen die Verbindung zu Gott. Nach der angeordneten Landung erklärte Kamal Harris gegenüber den Reportern:

„Wir haben alle ein kleines Gebet gesprochen, aber uns geht es gut.“

Dieses Gebet hatte bei der 56-Jährigen einen bestimmten Adressaten. Harris ist gläubige Baptistin mit multireligiösen Wurzeln. Über ihre religiöse Prägung berichteten im letzten Jahr domradio.de sowie das christliche Medienmagazin Pro.

Ihre Mutter Shyamala, eine Krebsforscherin, stammt aus Indien, ihr Vater Donald, ein Wirtschaftsprofessor, kommt aus Jamaika. Als Kind lernte Kamala Harris sowohl die religiöse Heimat ihrer Mutter, den Hinduismus, kennen, als auch den christlichen Glauben, dem ihr Vater angehört. Ihre Eltern lernten sich in Berkeley kennen, einer intellektuell und liberal geprägten Stadt in der kalifornischen Bay Area.

Ihre Mutter war es auch, die ihr zwei Vornamen hinduistischen Ursprungs gab. Wenn Kamala Harris über ihre erste Erfahrung mit Gott nachdenkt, fällt ihr die „23rd Avenue Church of God“ im kalifornischen Oakland ein. In dieser Baptisten-Gemeinde habe sie das Bild eines „liebenden Gottes“ kennengelernt, schrieb sie in einem Essay.

Zu ihrer Prägung im Glauben sagte Harris einmal:

„Ich wuchs in Oakland auf, dort besuchte ich die 23rd Avenue Church of God, wo wir gelernt haben, uns um die Geringsten zu kümmern. Und ich sang im Chor darüber, wie uns der Glaube in Verbindung mit Entschlossenheit durch schwierige Zeiten führen wird. Meine Mutter kommt aus Indien, also nahm sie uns auch in den Hindutempel mit, um zu sehen, dass uns alle Religionen lehren, der Gerechtigkeit nachzujagen.“

Heute besucht Harris die Gottesdienste der „Third Baptist Church“ in San Francisco. Deren Pastor Amos Brown bezeichnete Harris laut der Plattform Religion News als „Quintessenz einer Gelehrten“, die „die Spiritualität, das Genie und die Tradition der Gewaltfreiheit“ ihrer Eltern mit der afro-amerikanischen Gemeinschaft verbinde. „Sie ist eine geistliche Person“, sagte der Pastor und Bürgerrechtler weiter.

Seit ihren Kindheitstagen ist Glaube für sie etwas, das durch praktisches Handeln mit Leben gefüllt werden müsse. Im Vorwahlkampf zur US-Wahl verwies Harris immer wieder auf den barmherzigen Samariter. Das Gleichnis erkläre, wer ein Nächster sei. Wie die Christian Post berichtete, sagte Harris:

„Der Nächste ist nicht automatisch der, der dieselbe Postleitzahl hat wie du.“

und weiter:

„Was wir im Gleichnis lernen, ist, dass der Nächste die Person ist, an der du vorbei gehst und die obdachlos auf der Straße lebt. Der Nächste ist ein Kind oder eine junge Person, die weggelaufen ist und die verletzlich ist oder vernachlässigt oder missbraucht wurde.“

 

Die Wochenzeitung Die Zeit berichtete im August 2020 mit der Headline „Woran glaubt Kamala Harris?“ darüber, dass Religion für sie ein wichtiges Thema ist. Dabei war u.a. zu lesen, dass Harris am ersten Sonntag im Oktober 2017 in der First Congregational Church in Atlanta, Georgia, als Rednerin eingeladen war. Zum 150. Geburtstag der ältesten afroamerikanischen kongregationalistischen Gemeinden hielt sie im Rahmen eines großen Festgottesdienstes einen Vortrag, in dem sie auch davon sprach, wie ihr Glaube sie trägt und motiviert. Harris habe viele Gemeindemitglieder mit ihrem ganz eigenen, gerechtigkeitsbetonten Glaubensbekenntnis begeistert, resümierte Reverend Dwight Andrews von der First Congregational Church. Im Rahmen ihres Vortrages betonte Kamala Harris:

„Alle Religionen lehren uns, nach Gerechtigkeit zu streben.“

Quellen: bild.de, domradio.de, pro-medienmagazin.de, christianpost.com, religionnews.comzeit.de,