Was war das bitteschön? TV-Sendung offenbart unmittelbar vor Weihnachten religiösen Analphabetismus. Im Zuge dessen hält der TV-Moderator und Comedian Wigald Boning ein Plädoyer für die Kirche.

Einen Monat vor Weihnachten wurde in der WDR-Sendung „Die letzte Instanz“, die von Steffen Hallaschka moderiert wird, die Geburt Christi thematisiert, verbunden mit der Frage, ob Heiliger Geist und Zeitgeist zusammenpassten und es infolgesdessen die Kirche überhaupt noch in unserer Gesellschaft bräuchte. Dabei offenbarte sich zum einen der schwindende Einfluss der Kirchen hierzulande und zum anderen spiegelte die Sendung, angereichert von grenzdebilen Kommentaren, wie weit fortgeschritten der religiöse Analphabetismus in unseren Breiten ist. Das blieb vermutlich dem Entertainer Wigald Boning nicht verborgen. In dieser Sendung lieferte er, gegenüber einem sichtlich überraschten Moderator, ein Plädoyer für die Bedeutung der Kirchen in unserer Gesellschaft, und das obwohl er selbst vor Jahren aus der Kirche austrat.

Wigald Boning berichtete zu Beginn der Sendung, dass er katholisch getauft wurde und aus einer Familie kommt, in der das Thema Religion wichtig war. Er sei jedoch vor Jahren aus der Kirche ausgetreten. Im selben Atemzug betonte der 52-jährige jedoch:

„Ich halte die Kirchen für wichtiger denn je.“

Dies begründete er wie folgt:

„Ich glaube, dass in dieser Zeit der Selbstoptimierung, des hemmungslosen Finanzkapitalismus und der Globalisierung es wichtig ist, dass auch ein Hort für Menschen da ist, die sich dem verweigern wollen.“

Dazu erklärte Boning einem ob diesem Statement überraschten Moderator, dass er vor so vielen Jahren ausgetreten sei, dass dies heute schon wieder „verjährt“ sei. Weiter betonte er:

„Ich würde jetzt eventuell nicht mehr austreten, weil ich mich in einer ganz anderen Lebenssituation befinde.“

Auf Hallaschka’s Nachfrage betonte Wigald Boning:

„Ich bin missionsempfänglich. Das kann man so sehen, ja.“

Weiter beschrieb Boning seine derzeitige Situation so, dass er darauf warte, von der Kirche wieder angesprochen zu werden. So bete er heute nach wie vor, was ihm helfe, so wie es seiner Ansicht nach vielen anderen Menschen auch helfe oder helfen könnte. Dies beobachte er etwa in Gottesdiensten, in die er manchmal gehe. Dabei sehe er, dass der Glaube für viele Leute eine große Bedeutung im Leben habe. Diesbezüglich betonte Boning, dass es für die Gesellschaft unklug wäre auf den Glauben an Gott zu verzichten.

Als Hallaschka zum Ende der Diskussion resümierte „Jesus ein guter Mann, aber leider ein Maskottchen einer seltsamen Behörde“, gab Wigald Boning der Runde zu bedenken, dass man sich „leicht über Fehlleistungen“ der Kirche aufregen und dabei das Gute übersehen könne. So habe seine Frau bis vor kurzem einen Chor psychisch Kranker geleitet, der unter anderem auch bei einem Gottesdienst in München aufgetreten sei. Dazu betonte er:

„Für mich war das ein spektakuläres Erlebnis zu sehen, was für eine Bedeutung die Kirche für Menschen hat, die jetzt nicht vom Erfolg durchs Leben getragen werden.“

Hier könne man erkennen, welche Bedeutung der „Beistand Gottes oder seiner Vertreter“ für Menschen auch heute habe. Solche Erfahrungen bringen ihn zu folgender Erkenntnis:

„Daher ist für mich völlig klar, dass die Kirche bis auf Weiteres nicht ersetzbar ist. Ich wüsste nicht durch wen.“

Unbeeindruckt von der vorherigen Diskussion hielt das Publikum im Anschluss an die Diskussion auf Hallaschka’s Nachfrage den Daumen für die Bedeutung der Kirchen hierzulande mit etwa dreiviertel Mehrheit nach oben. Nach einer Sendung, in der Rotlichtgröße Kalle Schwensen es sich nicht nehmen ließ als moralisches Vorbild aufzutreten und die Moderatoren Laura Karasek und Micky Beisenherz im Leib Christi nicht mehr als einen Keks sahen, erkannte wohl auch das Publikum, dass das grenzdebil Dargebotene in keinster Weise ernst nimmt, was gläubigen Menschen heilig ist und lebenswichtige Bedeutung schenkt.

Quelle: wdr.de

 

Während Laura Karasek wie auch Micky Beisenherz zugaben, dass auch für sie ein leiser Restzweifel bestehen bleibe, erklärte Kalle Schwensen im Laufe der Sendung selbstsicher wie altklug: „Entweder ich glaube an die Physik oder an die Religion, beides geht nicht.“ Naja.

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