Foto: © Jörgens.mi/Wikipedia / CC BY-SA 3.0, Johannes Oerding (ZMF 2018) jm78586, cropped, CC BY-SA 4.0

Johannes Oerding & Michael Patrick Kelly singen Lied mit Hoffnung über den Tod hinaus

Der Pop-Musiker und Songwriter Johannes Oerding hat sein achtes Studioalbum „Hotel“ am 27. März 2026 veröffentlicht. Nach einer kreativen Auszeit und Reisen entstanden 12 Songs, die von Neuanfang, Freiheit und Reflexion handeln. Darunter befindet sich der unter die Haut gehende Song „Wolken“, den Oerding im Duett mit Michael Patrick Kelly performt – ein Lied mit Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod.

Der Song „Wolken“ geht der Frage nach einem Leben nach dem Tod nach und beschreibt eine Gegenwart des Verstorbenen beim Blick in die Wolken. Dabei kommt im Songtext die Hoffnung auf ein Wiedersehen nach dem Tod zum Ausdruck.

Zur Albumveröffentlichung von Johannes Oerding sendete Michael Patrick Kelly auf seinem Instagram-Account einen Post mit einem Ausschnitt aus dem Musikvideo zum Song. Dazu schreibt Kelly:

„Das neue Album ‚Hotel‘ von meinem Freund Johannes Oerding ist jetzt da! Ich fühle mich geehrt mit ‚Wolken‘ ein Teil davon zu sein. Es ist einer dieser Songs, die etwas ganz Besonderes in sich tragen.“

siehe HIER

 

 

In einem Talk, den Johannes Oerding auf seinem YouTube-Account veröffentlicht hat, spricht der Songwriter mit Michael Patrick Kelly über Beweggründe und Intension zum Song „Wolken“. Dieser ist vom Tod von Oerdings Vater inspiriert, der im Januar 2024 verstarb. Bereits im Sommer 2024 performte Johannes Oerding zusammen mit Peter Maffay bei Maffays Konzert in der Red Bull Arena in Leipzig den Song „Wenn wir uns wiedersehen“, mit dem die beiden Musiker dem Tod ihrer Väter gedachten (siehe HIER). Das Lied hatte Oerding für Maffay geschrieben, als dessen Vater im Frühjahr 2021 verstorben war.

Zum Song „Wolken“ erklärte nun Michael Patrick Kelly, dass er Songs liebe, die „ins Eingemachte gehen“, indem sie „die schmerzhaften Themen des Lebens“ behandeln und dabei aus dem Schmerz heraus Hoffnung, Trost und Licht erzeugen.

Zu den Beweggründen zum Song berichtet Johannes Oerding, dass sein Vater und seine Mutter ihm und seinen Geschwistern in der Kindheit an Tagen, an denen der Himmel rot-orange eingefärbt war, immer erzählten, dass die Engel Plätzchen backen. Am Todestag seines Vaters habe der Himmel auch diese besondere Farbenpracht gehabt. Dazu schildert Oerding:

„In dem Moment, als mein Vater gestorben ist, und wir das Fenster aufmachten, damit die Seele rausfliegen kann, war genau so ein Himmel.“

Auch in den folgenden Tage habe der Himmel über seinem Heimatdorf und seinem Elternhaus weiterhin sich in dieser Einfärbung präsentiert. Dies habe dazu geführt, dass er nun jedes Mal, wenn der Himmel rot-orange eingefärbt ist, an seinen Vater denkt und ihn im Himmel „manifestiere“. Dazu ließ er weiter wissen:

„Ich sehe ihn dann immer so, wie er am Lachen ist und manchmal mit dem Pfadfinderhut noch auf.“

Den Song „Wolken“ habe er „als Erinnerungsstütze“ geschrieben, um sich damit an seinen Vater zu erinnern.

Auf die Frage Kellys, warum der Songwriter ihn als Duettpartner für diesen sehr persönlichen Song haben wollte, erklärt Oerding, dass dieser Song eine spirituelle Dimension beinhaltet. Weiter beschreibt er:

„Meine Auseinandersetzung mit (den Fragen) ‚Gibt es ein Leben nach dem Tod?‘ und ‚Was ist der Sinn des Lebens?‘ findet in diesem Song statt. Und das hatte etwas Spirituelles für mich. Und da ich weiß, dass du jemand bist, der für sich seinen Glauben schon gefunden hat und der ganz vielen Menschen Hoffnung und Kraft gibt, habe ich gesagt: ‚Eigentlich gibt es nur dich für diesen Song‘.“

Zu seiner Zusage schildert daraufhin Michael Patrick Kelly, dass er es „sehr berührend“ finde, „wenn jemand über etwas extrem Berührendes singt“. Mit Johannes Oerding habe er im Laufe der Jahre immer mal wieder auch „philosophische Gespräche“ über den Sinn des Lebens und den Glauben an ein Leben nach dem Tod geführt. Er selbst sei „ein gläubiger Mensch“, der seinen Glauben keinem anderen „aufdrücken“ wolle, der aber existenzielle Gespräche „extrem spannend“ finde, so Kelly. Für einen Musiker sei es schwer, „nicht irgendeine spirituelle Ader“ zu haben, weil man bei Konzerten eine besondere „Magic“ spüren und beim Songschreiben oft inspirierende Momente empfinden würde, begründet Kelly und erklärt weiter:

„Wir Musiker sind nicht nur irgendwelche Genies, die alles so aus der Hüfte schießen, sondern da kommt irgendwie durch Inspiration auch etwas zugefolgen.“

Dem Song „Wolken“ sei er mit Ehrfurcht und Respekt begegnet, weil ihn Johannes Oerding für dieses sehr persönliche Lied anfragte, fügte Kelly an.

 

Anbei der Song „Wolken“:

HIER

 

Die Pfadfinderzeit, auf die Oerding im aktuellen Talk mit Michael Patrick Kelly mit Blick auf seinen Vater Bezug nimmt, war eine ihn prägende Zeit (wir berichteten). Im März 2023 sprach der Musiker im Interview mit dem Magazin Bene“ des Bistums Essen über die Relevanz, die seine christliche Prägung auch nach seinem Kirchenaustritt für ihn weiter hat. Oerding berichtete, dass er in seiner Kindheit im katholischen Glauben aufwuchs und als Messdiener und Pfadfinder aktiv war. Dazu sagte er im Bene-Interview:

„Das hat mich sehr geprägt. Ich bin bis heute Pfadfinder!“

Mit dem Pfadfinderstamm, den sein Vater vor über 25 Jahren in seinem Heimatdorf gegründet hatte, ist Johannes Oerding bis heute verbunden. So versuche er es terminlich möglich zu machen, „das Sommercamp jedes Jahr für ein paar Tage zu besuchen, um gemeinsam mit den Kids am Lagerfeuer zu sitzen und Gitarre zu spielen“, so der Sänger gegenüber Bene.

 

Johannes Oerding hat seinem Vater schon zu dessen Lebzeiten mit dem Lied „Eins-zu-eins-Gespräch“ ein kleines Denkmal gesetzt, in dem er seine Liebe zu seinem Vater zum Ausdruck bringt.

siehe HIER

 

Quellen: instagram.com, youtube.com, promisglauben.de, bene-magazin.de

 

Anmerkung: Dieser Artikel ist Sabine Reichart (1960 – 2026) gewidmet, die am 30. März verstorben ist und deren letzter Konzertbesuch ein Konzert von Johannes Oerding war.