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Georg Gänswein: „Das Licht des Glaubens darf nicht ausgehen“

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Erzbischof Georg Gänswein, der lange Jahre der Privatsekretär von Papst Benedikt XVI. war und seit 2024 Apostolischer Nuntius in Litauen, Estland und Lettland ist, feierte am 30. Juli seinen 70. Geburtstag. In Interviews äußerte sich der Jubilar zu seiner Sicht auf Glauben und Kirche. Die Berichterstattung zu Georg Gänsweins 70. Geburtstag war sowohl in christlichen als auch in weltlichen Medien enorm.

In Interview mit Radio Horeb schilderte Georg Gänswein, dass ihm als ältestes von fünf Geschwistern in seinem Elternhaus Werte vermittelt wurden, zu denen Glauben, Familiengefühl und Zusammenhalt gehörten und die den Weg zu einem Leben mit Tiefe ebneten. Für die Zukunft der Kirche schöpft der Erzbischof Hoffnung aus der weltweit wachsenden Glaubensfreude, die sich insbesondere in den wachsenden Kirchen Asiens und Afrikas zeigt. Auch in Deutschland seien vielfältige Initiativen junger Menschen zu sehen, die ihren Glauben aktiv entdecken und leben wollen, so Gänswein.

Auch in weltlichen Medien zeigte sich ein hohes Interesse an der Berichterstattung zur Biographie des Jubilars. So empfing dieser etwa die BILD in Vilnius, wo er als Apostolischer Nuntius in den baltischen Staaten tätig ist. Georg Gänswein lässt dabei seine hohe Wertschätzung für Papst Benedikt XVI. durchblicken und gibt zu, dass sein Verhältnis zu Papst Franziskus nicht einfach war. Aber auch auf diese Zeit blickt der 70-Jährige versöhnt und bezeichnet aus heutiger Sicht seine Entsendung ins Baltikum als „die beste Tat von Franziskus mir gegenüber“. Heute könne er dies aus der Perspektive im Glauben „schon besser“ verstehen. Dazu erklärt Gänswein gegenüber BILD:

„Die Einsicht, warum etwas so sein sollte, wächst oft erst nach und nach. Manchmal versteht man es nie ganz. Dann ist es auch ein Akt des Glaubens, es anzunehmen.“

Im Rückblick auf sein Leben beschreibt der 70-Jährige, wie er sein Leben mit Gottvertrauen und dem Einlassen auf Berufung gestaltet hat. Zu seinem Verständnis von Berufung sagt er:

„Berufung ist ein Prozess. Das sind Erfahrungen, Personen, inneres Wachstum, Gärungsprozesse.“

Seine Karriere von der Mitarbeit in der Glaubenskongregation über sein Wirken als Privatsekretär von Papst Benedikt XVI. bis hin zu seiner Funktion als Erzbischof sei nicht geplant, sondern „woanders gemacht“ worden, schildert Georg Gänswein seine Erfahrung zu seinem Leben in Vertrauen auf Gott. Dabei habe er auch Situationen erlebt, in denen er Fragen gestellt habe und Dinge nicht verstanden habe, fügt Gänswein an.

Auf sein Leben zurückblickend sei er heute froh und zufrieden, schildert der 70-Jährige und erklärt zu seiner aktuellen Aufgabe als Apostolischer Nuntius in Litauen, Estland und Lettland, dass er die übertragene Verantwortung als „Geschenk“ begreift und versuche, “ dieses Geschenk mit ganzem Herzen anzunehmen“.

Zur Situation der katholischen Kirche in Europa erklärt der Erzbischof, dass er darum gehe, „dass der Glaube nicht verdampft, nicht versickert und nicht verdorrt“. Dazu betont er:

„Das Licht des Glaubens darf nicht ausgehen.“

Dafür müsse die Kirche seiner Meinung nach verbindlich auftreten und mit Klarheit und Überzeugung sprechen, so dass der Funke überspringe, so Gänswein gegenüber BILD.

 

Anlässlich seines 70. Geburtstages sprach Georg Gänswein im Ravensburger Medienhaus vor kanpp 300 Gästen. Zum Auftritt des Erzbischofs schreibt das Nachrichtenportal schwaebische.de: ‚Es war ein bewegender Moment. Beinahe mystisch. Als wäre die Stille von Gott gesandt.‘

Bei seinem Vortrag ging Georg Gänswein auch auf seine gewählte Lebensform des Zölibats ein. Die Ehelosigkeit bei Priestern sieht er als „die beste Lebensform im Sinne des Himmelreichs“. Dabei gibt er zu bedenken:

„Die größte Schwierigkeit in Deutschland ist nicht die Priesterfrage, sondern die Glaubensfrage.“

 

Quellen: vaticannews.va, bild.de, schwaebische.de

Anbei ein Einblick zum BILD-Interview mit Georg Gänswein:

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Ein Beitrag geteilt von Tanja May (@may_tanja)