Der russische Rechtsanwalt, demokratische Politiker und Dokumentarfilmer Alexej Nawalny, der im August letzten Jahres Opfer eines Giftanschlages wurde, wurde kürzlich vor einem russischen Gericht zu dreieinhalb Jahren Straflager verurteilt, wogegen der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und die Welt-Öffentlichkeit massiv protestierte. Nun wurde das Urteil vor dem Moskauer Berufungsgericht bestätigt. Bei dieser Verhandlung überraschte der 44-Jährige das Gericht mit der Bergpredigt Jesu Christi.

In der Bergpredigt, die im Neuen Testament in den Kapiteln 5 bis 7 im Matthäusevangelium zu finden ist, beschreibt Jesus Christus seinen Anhängern das Reich Gottes. Diese Worte berühren und inspirieren bis heute auch nichtchristliche Denker.

Alexei Nawalny überraschte nun das Moskauer Gericht als er folgende Worte Jesu zitierte:

„Selig sind, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt werden.“ (Mt 5,6)

Mit den Worten Jesu, die bis heute Menschen Trost und Kraft in einer unvollendeten Welt geben, beschrieb Nawalny seine Hoffnung, dass sich schlussendlich die Wahrheit und Gerechtigkeit durchsetzen möge.

Diesbezüglich waren im Spiegel unter dem Titel „Der neue Nawalny“ folgende Zeilen zu lesen: „Alexej Nawalny zeigte sich an diesem Samstag von einer ungewohnten Seite. Eigentlich ist der russische Oppositionspolitiker bekannt für seinen trockenen Humor, seine Respektlosigkeit gegenüber Autoritäten. Dass derselbe Nawalny sich auf Gott berufen, die Bergpredigt zitieren und seinen Glauben hervorkehren würde, hatte kaum jemand erwartet in jenem Moskauer Gerichtssaal, in dem Nawalny auftrat.“

Wie der Spiegel weiter berichtet, erklärte Nawalny, dass er ein gläubiger Mensch sei und das im Laufe seines Lebens wurde, auch wenn manche seiner Mitstreiter darüber spotteten.

Zudem sagte der 44-Jährige, dass ihm der Glaube in seiner Tätigkeit helfe und durch seinen Glauben „alles viel, viel einfacher“ werde.

Quelle: spiegel.de