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Der österreichische Arzt und Schriftsteller Günther Loewit hat ein beachtenswertes Buch mit dem Titel „Sehnsucht Unsterblichkeit“ (Goldegg-Verlag) veröffentlicht, in dem er beschreibt, dass heutzutage im gesellschaftlichen Denken die „Götter in Weiß“ an die Stelle des Heilandes getreten sind. Wo man früher auf Gott vertraut habe, vertraue man heutzutage auf die Medizin, erklärt der 61-Jährige in seinem Buch und berichtet dabei von seinen Erfahrungen aus 40 Jahren als praktizierender Arzt.

In seiner Rezension unter dem Titel „Wenn Medizin zur Religion wird“ legt der Journalist Jörn Schumacher im christlichen Medienmagazin Pro die Kern-These von Günther Loewit wie folgt dar: ‚Der Tod muss heutzutage um jeden Preis bekämpft und das Sterben mit allen Mitteln verzögert werden. Während vormals der christliche Glaube mit seiner Ausrichtung auf ein Leben nach dem Tod im gesellschaftlichen Denken verankert war, ist nun die Unsterblichkeit das Ideal.‘

Der Hinkefuß an dieser Denkweise ist aber, dass die tragende Hoffnung auf Gott sowie der Trost in Gott wegfällt. Dies ist umso tragischer, wenn der Arzt nichts mehr tun kann und als Hoffnungsquelle versiegt. Diesbezüglich gibt Günther Loewit zu bedenken:

„Inwiefern kann Hochleistungsmedizin in einer lustorientierten Gesellschaft die Rolle der Religion ersetzen? Oder übernehmen? Indem sie durch Gewährleistung von Heilung und Gesundheit das menschliche Bedürfnis nach spiritueller Anlehnung an ein höheres Wesen minimiert. Indem sie selbst zum Heilsbringer wird. Und Gesundheit zum Götzen erklärt.“

An diesen Zielen müsse die Medizin zwangsläufig scheitern. Während die Religion von jeher ein Leben nach dem Tod anbietet, hat die Heilkunde dafür keinen Plan. Deshalb laute das oberste Gebot der Medizin: Der Tod muss um jeden Preis bekämpft, das Sterben mit allen Mitteln verzögert werden. Sie erweitere dabei ihr Angebot von der Heilung zum Versprechen der ewigen Instandhaltung.

Mit Blick auf eine Gesellschaft, in der der menschliche Körper zum „Alpha und Omega“ geworden sei, stellt Loewit fest:

„Das Leben nach dem Tod ist als Option verschwunden. Das Leben findet hier und jetzt, in einem einzigen Körper statt. Geliftet, gestrafft, mit künstlichen Gelenken und Austauschorganen versehen, aber immer noch sterblich.“

Dies habe einen hohen Preis. So untergrabe die Allmacht der Medizin Würde, Freiheit und das Bewusstsein um unser menschliches Sein, so Loewit.

Quellen: pro-medienmagazin.de, goldegg-verlag.com

Die Rezension von Jörn Schumacher zu Loewitz Buch „Sehnsucht Unsterblichkeit“ gibt es HIER