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Astronaut Matthias Maurer fliegt mit Christophorus-Figur ins Weltall

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Am 11. November um 3.03 Uhr mitteleuropäischer Zeit hob vom NASA-Weltraumbahnhof in Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida) die SpaceX-Rakete mit dem deutschen Astronauten Matthias Maurer und seinen drei Kollegen zur Internationalen Raumstation ISS ab. Mit an Bord ist auch eine kleine Christophorus-Figur.

Christophorus-Plaketten sind bewährte Begleiter von allen Reisenden. Hin und wieder kann man sie in Autos vorfinden. Auch Matthias Maurer nimmt bei seiner Mission ins Weltall den Beistand des Schutzpatrons in Anspruch. Gegenüber der BILD erklärte der 51-Jährige, dass er sich wie alle Astronauten in erster Linie auf die Technik verlassen müsse und das auch tue. Er sei diesbezüglich auch „extrem entspannt und nicht aufgeregt“, weil er genau wisse, was auf ihn zukommt. Dagegen habe seine Mutter „natürlich ein bisschen Angst“. Als Ausdruck von Sicherheit hat er eine kleine Christophorus-Figur mit an Bord. Dazu sagte der Astronaut auf die Frage von Kinderreportern der ZDF-Nachrichtensendung Logo:

„Mein Papa hat mir einen kleinen Glücksbringer mit ins Gepäck gegeben und das ist so ein kleiner Christophorus, den ich dabei haben werde.“

Christophorus ist der Schutzheilige der Reisenden.

Wie Matthias Maurer, der nun der zwölfte deutsche Raumfahrer und der 600. Mensch im All insgesamt ist, haben auch schon andere Astronauten religiöse Gegenstände im Gepäck gehabt. So zuletzt sein Vorgänger Alexander Gerst, der bei einer seinen ISS-Missionen einen 96 Gramm schweren Stein aus dem Strebewerk des Kölner Doms mitgenommen hatte. Wie katholisch.de diesbezüglich berichtet, sagte Gerst im Jahr 2015, dass dieser Stein für ihn „ein Anker im Weltraum“ gewesen sei.

Dass die Dimension Glaube bei naturwissenschaftlich orientierten Astronauten mitunter von Bedeutung ist, war zuletzt Thema in der Doku „Himmelsstürmer – Woran Astronauten glauben“, die im Januar 2021 in der ARD lief und in der auch Matthias Maurer zu Wort kam. In der Doku wurde der Frage nachgegangen, wie sich die Erfahrungen der Astronauten  im Weltall auf deren Einstellung zu „Gott und der Welt“ auswirken.

In Film von Lars Ohlinger wird berichtet, dass Matthias Maurer den Hype um „Astro-Alex“ zu spüren bekommen habe und deshalb sein Privatleben abschotte. Er wolle in der Öffentlichkeit sein Leben als Astronaut darstellen und transparent mitteilen, den „Privatmenschen Matthias“ und seine Familie wolle er dagegen schützen. Zur Frage nach dem Glauben an Gott erklärte Maurer dann auch nur, dass dies eine Frage sei, die jeder für sich entscheiden müsse.

Zum Glauben an Gott äußerten sich in der Doku der deutsche Physiker und Astronaut Reinhold Ewald, der im Jahr 1997 im Weltall war, und der ehemalige amerikanische Astronaut Charles Duke, der der zehnte Mensch auf dem Mond war.

Reinhold Ewald berichtete, dass er als Katholik groß wurde und dass man mit dem Glauben „eine Vertrautheit mit nach oben“ ins All mitnimmt. Zum Zusammenhang von Glauben und Naturwissenschaft erklärte der 64-Jährige:

„Mit der Technik wird man weder Gottesbeweise noch Widerlegungen von Gottes Existenz machen können. Das sind ja zwei verschiedene Ebenen.“

Und weiter:

„Interessanterweise wird immer gefragt ‚Glauben Sie, dass es noch anderes Leben im Weltall gibt?‘. Glauben ist eine andere Kategorie als Wissen.“

In der Doku wird weiter berichtet, dass „sogar recht viele Moonwalker“ die Bibel mit ins Weltall nahmen oder im All „trotz all der Technik und Wissenschaft“ zum Glauben an Gott gefunden haben.

Charlie Duke erzählte, dass Jim Irwin bei den Apollo-Missionen die Bibel mit dabei hatte und Buzz Aldrin bei seinem Flug auf den Mond das Abendmahl gefeiert habe und die Besatzung von Apollo 8 einen Funkspruch aus der Bibel gesendet hat (siehe Video HIER). Charlie Duke bekannte:

„Ich glaube an Gott, aber ich tat es nicht als ich zum Mond folg.“

Im Weltall habe er keine spirituelle Erfahrung gemacht, sich Gott nicht sehr nahe gefühlt und ihn auch nicht gesucht. Vielmehr sei er sehr auf seine Arbeit fokussiert gewesen. In dieser Zeit habe er „keinen persönlichen Frieden“ gehabt. Erst später habe er spirituelle Erfahrungen gemacht. Duke schilderte, dass er im Zuge großer Probleme in seiner Ehe zum Glauben fand. Dazu sagte er:

„Der Glaube an Gott kam dann 1978 in mein Leben und seitdem gehen wir unseren Weg mit Gott.“

Weiter wird in der Doku berichtet, dass alle Astronauten mit einem tieferen Bewusstsein für die Schöpfung aus dem All zurückkehrten. Dazu erklärte Reinhold Ewald, dass man „das dünne Band der der Atmosphäre“ und auch die Schäden auf der Erde von oben „globaler sieht“, wodurch man zu der „Botschaft“ komme, „dass die Erde gut eingerichtet ist“, der Mensch aber auf dem Weg ist, vieles irreparabel zu beschädigen. Mit dieser Botschaft kämen alle Astronautinnen und Astronauten nach Hause, unabhängig davon, ob man dies nun religiös oder aus Respekt vor der Schöpfung oder als Überlebensstrategie interpretiere.

Quellen: bild.de (1), bild.de (2), katholisch.de, sr.de

 

Anbei die Doku „Himmelsstürmer – woran Astronauten glauben“:

 

 

Hier der beschriebene Funkspruch der Apollo-8-Astronauten: