Der Fossilienforscher Dr. Günter Bechly war zeitlebens Atheist und vertrat die Auffassung „Glaube heißt nichts wissen“, in dem Sinne dass es heute dafür, wo Menschen früher religiöse Erklärungen brauchten, wissenschaftliche Antworten gäbe. Eigene Forschungen brachten ihn zum Umdenken, so dass er heute gläubiger Katholik geworden ist. Über seinen Lebensweg vom Atheisten zum gläubigen Christen berichtete aktuell ERF Medien.

Vor noch nicht allzu langer Zeit war Günter Bechly, der sich schon als Kind für Wissenschaft begeisterte, der festen Überzeugung, dass Religion nur ein Überbleibsel unserer primitiven Vorfahren sei, die sich durch Wundergeschichten die Welt zu erklären suchten. Er vertrat die Auffassung, dass Charles Darwin bewiesen habe, dass wir keinen Gott brauchen, um die Entstehung des Lebens zu verstehen. Bei Fernsehauftritten wie bei „Planet Wissen“ erklärte er den Zuschauern die Evolution. Gläubige Menschen hielt Bechly für ungebildete Trottel.

Immer wieder nutzte Bechly öffentliche Plattformen um die Überlegenheit der Naturwissenschaft über religiösen Aberglauben herauszustellen.

Doch irgendwann beginnt der heute 54-jährige sich mit Büchern von Wissenschaftler zu beschäftigen, die Zweifel an der Evolutionstheorie, wie sie heute dargestellt wird, hegten. Bechly forschte weiter und stellte nun selbst Schwächern der Evolutionstheorie fest.

Ein Beispiel: Bei bekannter Mutationsrate lässt sich berechnen, wie lange es bei einer bestimmten Populationsgröße dauert, bis eine Mutation an einer gewünschten Stelle auftritt. Für manche „Evolutionsschritte“ müssen aber nicht nur eine, sondern mehrere ganz bestimmte Mutationen gleichzeitig auftreten. Das Problem: Bei Säugetieren müsste man auf zwei gleichzeitige Mutationen länger warten als das ganze Universum existiert! Und um zum Beispiel ein Landlebewesen in einen Wal zu verwandeln, bräuchte es hunderttausende Mutationen. Laut Lehrbuch sollen sich die Wale jedoch innerhalb läppischer fünf Millionen Jahre entwickelt haben. Für Bechly lag auf der Hand, dass die Geschichte so nicht stimmen kann.

Auch ein atheistischer Kollege habe ihm hinter vorgehaltener Hand heimliche Zweifel anvertraut:

„Mensch Günter, in fünf Millionen Jahren vom Landlebewesen zum Wasserlebewesen – das ist doch unmöglich!“

Für Günter Bechly wurde die Frage, ob an der Sache mit Gott vielleicht doch etwas dran sein könnte, immer konkreter. Er begann auch in anderen Wissenschaftsbereichen nach Hinweisen zu forschen. In der Kosmologie zum Beispiel nach der sogenannten Feinabstimmung der Naturkonstanten: Die Naturgesetze in unserem Universum müssen teilweise bis auf die vierzigste Stelle hinter dem Komma genauso aufeinander abgestimmt sein, wie sie sind, damit intelligentes Leben möglich ist. Bei so unglaublichem Fine Tuning glaubt so gut wie niemand mehr an Zufall. Dazu betont Bechly:

„Mittlerweile sagen gestandene Wissenschaftler aus allen Bereichen, dass die einzige Alternative zu Gott ein Multiversum ist, in dem es unendlich viele Universen gibt. Dann könnte auch eines wie das unsere dabei sein.“

Aber es gab auch Phänomene, bei denen selbst ein Multiversum nicht als Erklärung half. Wie sollte zum Beispiel aus toter Materie Bewusstsein entstehen? In einer rein materiellen Welt prallen nur seelenlose Teilchen aufeinander. Wie auch immer sie zusammenprallen, sie bleiben genau so bewusstseinslos wie vorher. Dazu erläuter Bechly weiter:

„Deswegen wird sich das Bewusstsein auch in 200 Jahren nicht materialistisch erklären lassen. Das anzunehmen wäre ein Kategorienfehler: Es geht prinzipiell nicht. Die Wissenschaft kennt nur die Dritte-Person-Perspektive und kann daher niemals Aufschluss über eine Erste-Person-Perspektive geben.“

Günter Bechly suchte nach einem Weltbild, das all solche Phänomene erklären kann. Zeitweise vertrat er die sogenannte Prozessmetaphysik des britischen Philosophen Whitehead. Später versuchte er es mit Monismus und dem Objektiven Idealismus. Aber immer wieder entdeckte er Unstimmigkeiten in diesen Denksystemen. Irgendwann erstellte er sich eine Excel-Tabelle, in der er alle in Frage kommenden Philosophien gegenüberstelle und Punkte vergab. Seine Kriterien umreißt Günter Bechly etwa so:

„Wie erklären die Systeme Bewusstsein, freien Willen und Kausalität? Wie erklären sie verschiedene empirische Phänomene wie Quantenmechanik, Relativitätstheorie, Zeit usw.?“

Der Materialismus kam dabei am schlechtesten weg. Am besten schnitt der Glaube an einen Schöpfergott ab.

Widerwillig schaute Günter Bechly sich daraufhin verschiedene Religionen an und bekennt rückblickend:

„Da habe ich gemerkt: Verdammt, die Argumente für die Glaubwürdigkeit der Evangelien und die Auferstehung Jesu sind gar nicht so schlecht, wie ich dachte.“

Diese Erkenntnis führte dazu, dass sich der nun ehemalige Atheist Günter Bechly dem christlichen Glauben zuwandte, weil ihn die Fakten überzeugten. Dazu sagt er heute:

„Die Vorstellung, die Bibel fordere einen blinden Glauben ohne empirische Evidenzen, ist Quatsch. Der Glaube des Neuen Testaments ist ein Glaube, der durch Hinweise abgedeckt ist.“

Diesbezüglich erinnert Günter Bechly z.B. an Paulus, der auf fast 500 Augenzeugen für die Auferstehung Jesu verwies und seinen zeitgenössischen Lesern die Möglichkeit gab, seine Aussagen zu überprüfen.

Heute ist er gewiss, dass sich nicht jeder mit Quantenphysik beschäftigen müsse, um an Gott zu glauben. Für manche Leute seien die eigenen Kinder schon Gottesbeweis genug. Dazu führt er mit einem Schmunzeln weiter aus:

„Und mal ehrlich: Wer in die Augen seiner Kinder sieht und nicht glaubt, dass es da mehr geben muss – der ist doch irgendwie falsch verdrahtet, oder?“

So ist es ihm heute wichtig, mit seinen Kindern zu beten und ihnen das Angebot des Glaubens zu machen. Seine persönliche Hinwendung zum christlichen Glauben habe direkte Auswirkungen auf sein Leben gehabt. Dazu sagt der heute gläubige Katholik:

„Ich habe zum Beispiel gemerkt, dass sich mein Verhalten im Straßenverkehr verändert hat seit ich Christ bin. Früher bin gefahren wie eine besengte Sau. Heute versuche ich mich an die Regeln zu halten.“

Günter Blechy scheint angekommen zu sein und im christlichen Glauben gefunden zu haben, was im Leben und darüber hinaus trägt, mehr als die Antworten auf intellektuelle Fragen. Dazu sagt er weiter:

„Ich hatte vorher eigentlich nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Aber ich habe mir auch nicht bewusst gemacht, dass in einer Welt ohne Gott eigentlich alles für die Katz‘ ist.“

Weiter führt er zu dieser These aus:

„Wenn alles, was die Menschheit je hervorgebracht hat, irgendwann im Wärmetod des Universums verdampft und dann eine Ewigkeit von einem sich ins Nichts ausdehnenden, in Ruinen liegenden Universums folgt, ist völlig egal, ob da mal eine höherentwickelte Affenart irgendwelche Bildchen gemalt oder Geschichtchen erzählt hat. Dann ist alles wurscht. Dann kann auch jeder tun und lassen was er will.“

Viele Menschen machten sich das nicht klar und glaubten an hehre Werte wie zum Beispiel Menschenrechte, obwohl ihre Weltanschauung das gar nicht hergebe, resümiert der Forscher. Natürlich könnten sich auch Atheisten moralisch verhalten, nur hätten sie eigentlich keinen Grund dafür.

„Der eine ist zum Beispiel für Schwulenrechte und der andere dagegen. Na und? Der eine mag eben Vanilleeis und der andere Schokoladeneis. Ohne absoluten Maßstab sind Werte eine reine Geschmacksfrage.“

Nietzsches Konzept vom Übermenschen wäre laut Bechly die einzig logische Konsequenz: „Dann sähe ich keinen Grund, nicht zu sagen: Ich versuche in diesem Leben so viel Macht und Besitz zu kriegen, wie möglich und die anderen sind mir egal.“ Seit er Christ ist, habe sich seine Sicht komplett verändert, sagt Bechly:

„Ich habe einen wirklichen Sinn in meinem Leben und die Gewissheit, dass alles eine tiefere Bedeutung hat.“

Das spornt ihn an, anderen von seinem Glauben zu erzählen um wenigsten ein paar Menschen für Jesus zu gewinnen. Denn das habe eine bleibende Bedeutung für die Ewigkeit.

Seine Kritik an der Evolutionstheorie hatte für den einst angesehenen Wissenschaftler, der nach wie vor nicht an eine wörtliche Sechs-Tage-Schöpfung glaubt und die gemeinsame Abstammung der Arten bejaht, Konsequenzen. Er verlor seinen Job im Naturkundemuseum. Man wolle Gott mit Zähnen und Klauen draußen behalten, so Blechy.

Für ihn als Naturforscher wäre es persönlich kein Problem, wenn sich der Darwinismus doch als richtig erweisen würde. Für die Existenz Gottes sprechen so viele Gründe aus Physik, Kosmologie, Philosophie, dass das für ihn einfach gefestigt ist. Manchmal kommen noch Zweifel hoch. „Aber dann gucke ich mir wieder die Argumente an und weiß: Doch, es stimmt.“ Intelligent Design ist dabei nur ein Baustein.

In den akademischen Diskus möchte er die Fragen aber auch deswegen einbringen, weil sie wissenschaftlich interessant seien. Er gibt zu bedenken:

„Ich lehne die Evolutionstheorie ja nicht aus religiösen Gründen ab. Es sind wissenschaftliche Argumente, die mich davon überzeugen, dass sie falsch ist.“

Günter Blechy- früher überzeugter Anhänger von Richard Dawkins – heute lehnt er den Naturalismus und Materialismus ab und vertritt hinsichtlich biologischer Ursprünge die Intelligent-Design-Theorie.

Günter Blechy – früher Atheist – heute ein rational glaubender, katholischer Christ.

Dieser Artikel wurde zu großen Teilen vom ERF-Medien-Artikel „Glaube an Schöpfung fand ich primitiv“ übernommen.

Quelle: erf.de