Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Hart aber fair - 2020-02-10-4295, CC BY-SA 4.0

Cem Özdemir: „Der evangelische Religionsunterricht hat mich tief geprägt.“

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir, der von Dezember 2021 bis Mai 2025 Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft war und bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März als Spitzenkandidat der Grünen antritt, erklärte aktuell im Interview mit der BILD, dass er in der Schule den evangelischen Religionsunterricht besuchte.

Kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg stellte die BILD den beiden Spitzenkandidaten, Manuel Hagel (CDU) und Cem Özedemir (Grüne) unterschiedliche Fragen. Dabei wurde auch die Gretchenfrage zum Thema.

Auf die Frage, ob der Glaube an Gott eine Rolle für die moralischen Leitlinien des Handelns spiele, betonte Cem Özdemir, dass seinen Eltern die Vermittlung von Werten wie „Anstand, Respekt, Fleiß, Achtung vor dem Anderen“ sehr wichtig gewesen sei. Dazu erklärte der 60-Jährige weiter:

„Darum haben sie mich auch in den evangelischen Religionsunterricht geschickt, der mich tief geprägt hat.“

Als politische Vorbilder bezeichnete er „alle Menschen, die sich für Freiheit und Menschlichkeit eingesetzt haben oder einsetzen“.

 

Bereits in der Vergangenheit berichtete Cem Özdemir, dessen Eltern türkische Gastarbeiter waren, von seiner Prägung durch den christliche Religionsunterricht (wir berichteten). Im Sommer 2018 sagte der Grünen-Politiker im Interview des Evangelischen Rundfunkdienstes Baden, dass seine Eltern ihm die Teilnahme am evangelischen Religionsunterricht ans Herz legten und er außerdem zu einer christlichen Jugendgruppe im Ort gehörte. Seine Mutter sei der Meinung gewesen, dass er im evangelischen Religionsunterricht „etwas Richtiges“ lerne. Er habe wiederum den Religionslehrer „Löcher in den Bauch gefragt“, schilderte Özdemir rückblickend und erklärte weiter, dass er in der Bibel insbesondere die Schöpfungsberichte und die Evangelien spannend gefunden habe.

 

Im Juni 2025 sprach Cem Özdemir im Podcast „MAYWAY“ der Journalistin Tanja May (Unterhaltungschefin und stellvertretende Chefredakteurin von BILD) über seine Prägung im Elternhaus. Dazu ließ er wissen:

„Wir waren keine Christen, sondern säkulare Muslime. Meine Eltern stellten mir zuliebe einen Christbaum auf an Weihnachten, und meine Mutter wollte auch, dass ich mich, wie die anderen Kinder, an Fasching verkleide.“

Seine Eltern sei „extrem weltoffen“ gewesen und diese Sichtweise auf andere Menschen und Kulturen sei für ihn prägend gewesen, fügte Cem Özdemir an.

 

Quellen: bild.de (1), pro-medienmagazin.de, bild.de (2)