Emma Weiß: „Ich habe Gottes Liebe und seine Gnade spüren dürfen“
Die Freestyle-Skierin Emma Weiß, die in der Disziplin Aerials antritt und dort derzeit im Gesamtweltcup auf dem 13. Rang liegt, nimmt nach 2022 in Peking nun zum zweiten Mal an Olympischen Spielen teil. Mit einem dritten Platz beim Weltcup in Kanada qualifizierte sich die 26-Jährige für die Olympischen Winterspiele in Cortina d’Ampezzo, wo die für heute geplante Qualifikation im Aerials auf morgen Vormittag ab 10 Uhr verschoben wurde. Im Vorfeld zu ihrem Wettkampf wurde in der medialen Berichterstattung auf ihr besonderes Gottvertrauen verwiesen.
Beim Aerials-Wettbewerb springen die Athletinnen und Athleten mit zwei Skiern an den Beinen über eine steile Schanze und bieten in der Luft mehrere Saltos und Schrauben dar. Dabei werden der Absprung, die Ausführung der Tricks in der Luft sowie die Landung von einer Jury bewertet. Gegenüber sportschau.de erklärte Emma Weiß ihre Sportart Freestyle-Aerial wie folgt:
„Die Schanze ist 76 Grad steil und dann fliegen wir zwölf bis 15 Meter in die Luft hoch mit einer Geschwindigkeit von 55 bis 58 km/h.“
In der Saison 2020/21 erreichte Emma Weiß mit Platz zwei in Ruka ihre erste Podestplatzierung im Weltcup. Mit dieser Leistung war sie nach über 26 Jahren die erste deutsche Aerial Freestyle Skiakrobatin, die wieder einen Podestplatz erreichte. Auf ihrem Instagram-Account postete Emma Weiß ein Video von diesem „Podest-Sprung“:
Zu ihrer Teilnahme am Aerials-Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo wird in der medialen Berichterstattung auf das Gottvertrauen von Emma Weiß Bezug genommen, woraus die 26-Jährige Stärke bezieht. So finden sich Schlagezeilen wie: „Ski-Akrobatin Weiß setzt auf Liebe zu Gott“ (rheinpfalz.de) oder „Mit Gottesglauben und viel Eigeninitiative geht Emma Weiß in ihre zweiten Olympischen Spiele“ (welt.de).
Gegenüber welt.de berichtete Emma Weiß, dass sie seit zwei Jahren aus einer persönlichen Glaubenserfahrung besondere Stärke bezieht. Dazu ließ sie wissen:
„Ich hatte eine Gottesbegegnung an Pfingsten, die mein Leben auf den Kopf gestellt hat. Das war sehr intensiv. Mein Leben hat sich ganz schön verändert – aber in der schönsten Version, die man sich vorstellen kann.“
Um mehr mit Gott in Beziehung zu kommen und mehr über ihn zu erfahren, wendet sie sich im Gebet an ihn und liest in der Heiligen Schrift. Zur Relevanz der Bibel sagt die 26-Jährige:
„Seitdem ist die Bibel mein ständiger Begleiter. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Weisheit in diesem Buch steckt.“
Die lebensverwandelnde Erfahrung, die sie mit ihrer Hinwendung zu Gott gemacht hat, möchte die Aerial Freestyle Skiakrobatin nicht für sich behalten, was sie gegenüber welt.de wie folgt darlegt:
„Seitdem bin ich für Gott unterwegs, versuche die Bühne zu nutzen, um von ihm erzählen zu dürfen, weil ich seine Liebe und seine Gnade spüren durfte, die einfach nicht von dieser Welt ist.“
Zu ihrer zweiten Teilnahme an Olympischen Spielen postete Emma Weiß auf ihrem Instagram-Account ein Bild, das sie mit Kreuzkette um den Hals zeigt. Dazu schreibt sie:
„ICH GEHE ZU MEINEN ZWEITEN OLYMPICS! So dankbar für alles, was für ein Privileg, auf diesem Weg zu sein.“
Weiter teilt die Ski-Akrobatin mit, dass sie fast gänzlich auf eigene Mittel angewiesen ist, um ihre Sportart ausüben zu können. Zu ihrer Bitte um Unterstützung schreibt sie:
„Danke an alle, danke Jesus.“
In ihrer Profilbeschreibung auf ihrem Instagram-Account verweist Emma Weiß auf die Bibelstelle Jesaja 40,31, in der es heißt: „Die aber auf den HERRN hoffen, / empfangen neue Kraft, / wie Adlern wachsen ihnen Flügel. Sie laufen und werden nicht müde, / sie gehen und werden nicht matt.“
Im Interview mit der FAZ sprach Emma Weiß aktuell ausführlich über den Aufwand für ihre Sportart und die Erfahrungen, die sie über die Jahre gemacht hat. Dabei betonte sie auch ihre Verbindung zu Gott.
Auf die Frage, ob man für die Sportart, die sie betreibt, nicht auch ein bisschen verrückt sein müsse, erklärte die 26-Jährige, dass es bei der Aerial Freestyle Skiakrobatik schon „ein paar verrückte Typen“ gebe, sie aber nicht dazu gehöre. Vielmehr betont sie:
„Vor eineinhalb Jahren hatte ich eine Gottesbegegnung. Seitdem bin ich sehr gläubig. Das hat meine Sicht auf das Leben stark verändert. Und es gibt mir eine gewisse Sicherheit.“
Diese Sicherheit helfe ihr auch ihre Sportart erfolgreich zu betreiben, obgleich sie sich „komplett selbst“ finanzieren müsse. Eine Wettkampfsaison kostet ihr bis zu 70.000 Euro. Welchen Aufwand abseits der Konzentration auf die sportliche Leistung sie dabei betreiben muss, wird deutlich, wenn Emma Weiß erklärt:
„Ich bin nicht nur Athletin, ich bin auch Reiseplanerin, kümmere mich um Sponsoren und muss das alles unter einen Hut bekommen.“
Eine große Stütze für Emma Weiß ist neben ihrem Gottvertrauen auch ihr Vater Armin, der ihr Trainer ist und der 1992 selbst im Skiballett bei den Olympischen Spielen in Albertville antrat – eine Wertungsdisziplin im Ski-Freestyle-Weltcup, die 1988 und 1992 bei Olympia getestet wurde. Zur Betreuung durch ihren Vater sagte sie gegenüber bild.de:
„Die Verbindung zum Papa ist super wertvoll. Ohne ihn würde ich jetzt hier nicht stehen. Er kennt einfach meinen Körper am allerbesten und er kann so gut Körper lesen.“
Im FAZ-Interview berichtete Emma Weiß, dass ihr Vater ihre Leidenschaft für das Skifahren grundlegte. Als sie ein kleines Kind war, habe er ein Buckelpiste-Team trainiert und sie immer mit zur Trainingsgruppe genommen. Im Alter von 14 Jahren habe sie dann der Schweizer Nationaltrainer gefragt, ob sie zum Aerials wechseln wolle. Das Vertrauen, das sie von ihrem Vater bei dieser Entscheidung entgegengebracht bekam, brachte Emma Weiß im Interview mit der FAZ mit folgenden Worten zum Ausdruck:
„Ich weiß noch genau, wie mein Papa gesagt hat: Emma, ob ich jetzt Buckelpiste finanziere oder Aerials ist mir eigentlich egal, du kannst machen, was dir lieber ist.“
Einen Tag vor dem olympischen Ski-Freestyle-Aerials-Wettbewerb postete Emma Weiß in ihrer Insta-Story ein Bild, das sie mit ihrer Mutter zeigt. Dazu schrieb die 26-Jährige:
„Ich bin so froh, dass meine Familie an meiner Seite ist.“
Quellen: sportschau.de (1), sportschau.de (2), emmaweiss.de, rheinpfalz.de, welt.de, instagram.com, bild.de, faz.net


