In einem aktuellen Interview mit dem Kester Schlenz im Stern sprach Anne-Sophie Mutter (54), die seit 40 Jahren auf der Bühne steht, auch über ihr wichtige Werte und ihren Glauben.

Auf die Frage ‚Sie tragen ein kleines Kreuz um den Hals. Sind Sie gläubig?‘ antwortet sie:

„Ja, ich bin Protestantin. Eine große Rolle spielt für mich der Pfarrer, der mich und meine Kinder getauft hat, der mich getraut und später auch meinen Mann beerdigt hat. Ein großartiges Vorbild. Er hat meine Beziehung zum Glauben gefestigt.“

Kein Verständnis zeigt sie für die Frage, wie sie sich nach all den Jahren auf der Bühne die Leidenschaft bewahre, gerade bei über 30 große Konzerte in sechs Monaten auf vier Kontinenten:

„Ich weiß nicht, warum eine Leidenschaft erlöschen sollte, nur weil man älter wird. Dieser Gedanke ist mir absolut fremd.“

Und an späterer Stelle, als sie nach ihrer Disziplin gefragt wird, sagt sie, dass die Leidenschaft erst die Disziplin „ins Leben gerufen“ habe. Ihr sei schnell klar gewesen, dass Leidenschaft zwar „schön und gut“ sei, aber alleine nicht ausreicht: „Das Rüstzeug musste her.“

Weiter sagte sie in dem Interview, dass sie selbst nur wenig Musik höre und die Stille genieße:

„Ich spiele selber so viel, dass mich die Stille fasziniert. Oder die Geräusche der Natur. Wenn ich mal was auflege, dann Klaviermusik.“

Als sie darauf angesprochen wird, dass Berichte über ihre Auftritte selten reine Musikkritiken seien und auch ihr Aussehen eine Rolle spiele, erwidert sie, dass es bedauerlich sei, dass dies überhaupt erwähnt werde. Es sollte keine Rolle spielen. Weiter äußert sie, ob ihre beiden Gesprächspartner, damit sagen wollen, dass ihr künstlerischer Werdegang vor allem mit ihren schulterfreien Kleidern zu tun habe. Als diese auf charmante Weise weiter nachhaken, äußert Anne-Sophie Mutter:

„Ich bin jetzt 54. Und ehrlich gesagt, ich sehne den Tag herbei, an dem Halbsätze zu meinem Aussehen nicht mehr auftauchen.“

Ihr Mann, Detlef Wunderlich, starb, als ihre Kinder drei und ein Jahr alt waren. Auf die Frage, wie sie diese Zeit bewältigt habe und woraus sie Kraft gezogen habe, sagt sie.

„Aus der unendlichen Liebe und Dankbarkeit zu diesem wunderbaren Mann, der mir sechs herrliche Jahre und zwei Kinder schenkte. Und der Gewissheit, dass wir uns eines Tages wiedersehen.“

Weiter äußert sie in dem Interview, dass ihr heute neben der Musik soziales Engagement besonders wichtig ist, weil sie dabei „etwas bewegen kann, was wirklich Bestand hat“.

 

Das komplette Interview gibt’s unter stern.de