Der SPD-Politiker Heiko Maas, der seit März 2018 Bundesminister des Auswärtigen ist, hat vor kurzem Papst Franziskus besucht. katholisch.de titelte zu dieser Begegnung, für die sich der Papst 40 Minuten Zeit nahm, „Diplomatisches Treffen mit persönlicher Note“. Maas ist gläubiger Katholik.

Dass er als Deutschlands Außenminister eine Audienz beim Papst bekam, stellt eine Ausnahme dar. Denn normalerweise bekommt man als Außenminister der Bundesrepublik keine Audienz beim obersten Repräsentanten der katholischen Kirche. Solche Begegnungen sind gemäß den diplomatischen Gepflogenheiten eher Staats- und Regierungschefs sowie – im Falle Deutschlands – den Ministerpräsidenten der Bundesländer vorbehalten.

Für den 54-Jährigen war das Treffen nicht nur aus politischen Gründen wichtig. Vielmehr geht für Heiko Maas mit der Privataudienz beim Papst ein „persönlicher Wunsch“ in Erfüllung. Dazu betonte er:

„Natürlich treffe ich den Papst auch als Katholik.“

Im Anschluss an das Gespräch erklärte Maas gegenüber der Presse, dass es ein „sehr persönliches“ Gespräch über „existenzielle Fragen“ gewesen sei. Ein zentraler Punkt des Gesprächs sei die Corona-Krise und eine gerechte Verteilung der Impfstoffe gewesen.

katholisch.de berichtet wie folgt über den Besuch Maas‘: „Trotz des in Deutschland bevorstehenden Wahlkampfs nimmt man dem 54-Jährigen ab, dass es nicht nur um medienwirksame Bilder geht. Sein Interesse an der katholischen Kirche wirkt ehrlich.“

Über seine katholischen Wurzeln sprach Heiko Maas im Oktober 2016 im Interview mit Dirk von Nayhauß für die Rubrik „Fragen an das Leben“ im Magazin Chrismon. Dabei schilderte der SPD-Politiker u.a. sein Aufwachsen im Glauben, seine Gewissheit verbunden mit Zweifeln im Glauben und dass gerade christliche Werte seine politischen Standpunkte prägen würden.

Zu seiner christlichen Prägung sagte er:

„Ich bin klassisch katholisch aufgewachsen, mit vielen Jahren als Messdiener und in der katholischen Jugend.“

Gewissheit, dass es Gott gibt, erlangt Maas durch das Erkennen einer „Ordnung“. Dazu erklärte er:

„Wir kommen nicht aus dem Nichts, es muss etwas geben, wo alles herkommt und wo alles hinführt.“

Auch wenn wir vieles nicht verstehen und erklären können, insbesondere Leid- und Gewalterfahrungen, die „einfach nur schmerzhaft“ sind, steht für ihn sein Gottvertrauen darüber, was Heiko Maas wie folgt betonte:

„Doch ich habe die Hoffnung, dass ­es etwas gibt, das aus diesem Unerklärlichen einen Sinn macht. Und das auch meiner eigenen Existenz fernab aller weltlichen Kriterien einen Sinn gibt.“

Weiter brachte er zum Ausdruck, dass es Situationen gibt, wo sein Gottvertrauen durchaus auf den Prüfstand steht, so wie etwa „in Fällen großer Katas­trophen und großer menschlicher Brutalität“ sowie auch „bei kleinen Ungerechtigkeiten des Lebens“. Dazu erklärte er jedoch:

„Gehadert mit Gott habe ich oft, grundsätzlich gezweifelt noch nie.“

Auch auf sein Agieren im politische Geschäft hat sein Glauben mit dem damit verbunden Wertegerüst Einfluss, was Maas gegenüber Chrismon folgendermaßen beschrieb:

„Das, was ich heute als Solidarität im politischen Leben vertrete, hat viel mit dem zu tun, was ich als Nächstenliebe dort kennengelernt habe.“

Ein spannender Ansatz, über den man bestimmt mit Papst Franziskus sehr gut ins Gespräch kommen kann.

Quellen: katholisch.de, chrismon.evangelisch.de