In einem ökumenischen Gottesdienst am Samstag in Trier zur Eröffnung der „Woche für das Leben“, die in diesem Jahr unter dem Motto „Kinderwunsch. Wunschkind. Unser Kind!“ und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den Methoden der Pränataldiagnostik (Erkennen von Krankheiten und Missbildungen eines Kindes vor der Geburt) einlädt, sagte der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm:

„Als Christen glauben wir, dass uns das Leben von Gott geschenkt ist. Deswegen hat der Schutz dieses Lebens einen so großen Stellenwert für uns.“

Der Mensch hat schon vor seiner Geburt eine unverfügbare Würde,  betonte Heinrich Bedford-Strohm. Und weiter:

„Auch vorgeburtliches Leben ist einbezogen in den Schutzraum, der durch die Menschenwürde gegeben ist.“

Er beobachte, dass Eltern sich heute zum Teil rechtfertigen müssten, wenn sie ein behindertes Kind zur Welt bringen wollten. Sie seien zunehmend mit einer Mentalität konfrontiert, die nur gesunden Embryonen das Recht auf Leben zugestehe. Das widerspreche der biblischen Botschaft:

„Jeder Mensch besitzt vor Gott einen eigenen Wert.“

In Jesus Christus gründe die Gewissheit, dass die Menschenwürde unverletzlich sei.

Die vorgeburtliche Diagnostik sei, so Bedford-Strohm, zuallererst dem Leben verpflichtet. Sie solle „die medizinischen Risiken für die Frau und das werdende Leben begrenzen“. Dadurch könnten aber auch für die Eltern schwierige Konfliktsituationen entstehen, etwa wenn sich schwere Schädigungen bei dem Embryo abzeichneten. In der heutigen Gesellschaft sei man gewohnt, aus den vielen Optionen das auszusuchen, was einem am ehesten entspreche:

„Es muss klar sein, dass beim Umgang mit menschlichem Leben etwas anderes gilt. Die Achtung vor der unverfügbaren Würde menschlichen Lebens muss die Grundlage und Grenze sein, auf der wir unsere Entscheidungen in den damit zusammenhängenden Fragen treffen.“

Die „Woche für das Leben“ ist seit 1994 eine ökumenische Aktion für den Schutz und die Würde des Menschen vom Anfang bis zum Ende des Lebens.

Der Vorsitzende der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, sagte in seiner Predigt, dass eine Grundhaltung von Zuversicht, Hoffnung und Liebe in jeder Schwangerschaft nötig sei und betonte:

„Als Christen können wir darauf hoffen und vertrauen, dass Gott das Leben schützt und liebt. Denn Gott sagt bedingungslos Ja zum Menschen.“

Bei Gott seien alle Menschen gleichermaßen wertvoll. Dazu betonte er mit Blick auf die Haltung der Gesellschaft:

„Wenn das Jawort zum Leben nicht mehr gilt als Respekt vor allen Menschen, geht es an die Fundamente unserer Gesellschaft.“

Und weiter:

„Wir sind dankbar für alle Zeugnisse von Eltern, denen das Ja zum Leben ihres Kindes einiges abverlangt und die dennoch versuchen, mutig und zuversichtlich in die Zukunft zu gehen.“

Quelle: idea.de und pro-medienmagazin.de