Alexander Esswein, Fußballprofi bei Hertha BSC Berlin, sprach aktuell im Interview mit dem Tagesspiegel über Fußball an Heiligabend, Weihnachten in der Pfalz und seine Verbindung zu Gott.

Heute ist Alexander Esswein ein Mensch der sich sozial engagiert und tiefergehenden Fragen nachgeht. Soziales Engagement ist für ihn „selbstverständlich“, das sich aber nur dann richtig anfühlt, wenn man es „aus vollem Herzen macht“. Im Interview benennt der 27-jährige zwei Wendepunkte, die in seinem Leben eine Rolle für seine heutige Denkweise gespielt haben. Zum einen die Geburt seiner Tochter und zum anderen die Entwicklung seines Glaubens an Gott, der immer zentraler für ihn wurde.

Im Alter von 15 Jahren habe die Religion für ihn noch keine Rolle gespielt. Irgendwann habe er festgestellt, dass es ihn beruhigt, wenn „ich abends mal in die Kirche gehe, Zeit für mich habe und in Ruhe über bestimmte Dinge nachdenken kann“. Weiter sagt er:

„Es tut gut zu wissen: Da ist jemand, der glaubt immer an dich. Gerade wenn dich ein schweres Ereignis trifft oder du Hilfe brauchst und du vielleicht nicht mit deiner Mutter oder deiner Frau darüber reden kannst.“

Mit 17, 18 Jahren ist der Glaube dann für ihn wichtiger geworden. Dazu äußert er:

„Das heißt nicht, dass ich damals jede Woche zwei Mal zum Gottesdienst gegangen bin, aber ich habe angefangen, mich mit der Religion zu beschäftigen, habe mal in der Bibel gelesen. So wurde bei mir mehr und mehr das Interesse geweckt, und der Glaube wurde immer stärker.“

Heute versuche er einmal in der Woche in die Kirche zu gehen. Der Ort Kirche ist für seine Glaubenspraxis wichtig geworden:

„In der Kirche habe ich meine Ruhe, zwischen Tür und Angel finde ich diese Ruhe nicht.“

Zu seiner Gottesvorstellung äußert Alexander Esswein:

„Ob Mann oder Frau, Bart oder Haare, groß oder klein – ich habe kein Bild von Gott. Ich brauche auch keine Vorstellung. Gott ist für mich eine Stimme, ein Zeichen. Wichtig ist, dass ich eine Verbindung spüre.“

Verwundert zeigt er sich über die Frage, ob die anderen Gottesdienstbesucher erstaunt seien, ihn in der Kirche zu sehen. Vielmehr sei er mit Sicherheit nicht der einzige Bundesligaspieler, der in die Kirche gehe. Der Glaube an Gott gebe ihm Kraft und Ruhe und tue ihm einfach gut, so Esswein weiter. Auf die Frage, wofür er betet und ob er auch für Siege beten würde, sagt er:

„Ehrlich gesagt habe ich, wenn ich in die Kirche gehe, noch nie einen Gedanken an Fußball verschwendet. Ich bete für meine Familie. Ich bete für alltägliche Dinge. Bedanke mich für alltägliche Dinge.“

Im Fußball gehen es nicht um Hilfe von oben. Deshalb bekreuzige er sich auch nicht bei einem Torerfolg. Es könne sein, dass das anderen Mut und Stärke auf dem Platz gebe. Für ihn seien das „zwei verschiedene Dinge“.

Das komplette Interview gibt’s unter tagesspiegel.de