Foto: privat (mit freundlicher Genehmigung von Hubert Liebherr)

Als Miteigentümer bzw. Teilerbe der Firma Liebherr ist es eher ungewöhnlich, ein solch erfolgreiches Unternehmen hinter sich zu lassen, doch genau das tat Hubert Liebherr.

Die Augsburger Allgemeine Zeitung schrieb über den Unternehmer: „[Er] ist das jüngste von fünf Kindern des Unternehmensgründers Hans Liebherr. Nach Abitur und Studium übernahm er als Bauleiter die Expansion des väterlichen Unternehmens in Nordafrika.“

Sehnsucht nach Gott

Katholisch erzogen und aufgewachsen, ging es ihm wie vielen jungen Leuten. Hubert Liebherr beschäftigte sich als Jugendlicher gerne mit anderen Dingen als Gott. 1981 erlebte er aber einen Autounfall, den er trotz Totalschadens unverletzt überlebte. Die Kapelle, die nicht weit davon entfernt war, entdeckte er erst ein Jahr später. Diese Tatsache berührte ihn jedoch so sehr, dass er wieder Sehnsucht nach Gott verspürte. Er selbst nennt seine Bekehrung eine Bekehrung auf Raten.

Die Augsburger Allgemeine Zeitung berichtet über den heute 68-jährigen: „[Er] ist das jüngste von fünf Kindern des Unternehmensgründers Hans Liebherr. Nach Abitur und Studium übernahm er als Bauleiter die Expansion des väterlichen Unternehmens in Nordafrika.“

Neben seiner Station in Fatima war sein Beichterlebnis in Medjugorje ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu seiner Hinwendung zu Gott. Denn dort erkannte Liebherr:

„Gott liebt mich trotz meiner Schwächen und meiner Fehler.“

 

Glaube als Privatsache

Aber das war erst der Anfang. Als Sohn einer Unternehmensfamilie und jemand, der selbst bei der Firma seines Vaters in der Führungsriege agierte, schickte es sich nicht, öffentliche Glaubensgeständnisse zu machen. Man könnte ja einen Mitarbeiter vor den Kopf stoßen. Aber als bekehrter Christ fällt es einem schwer, nicht begeistert von IHM zu erzählen. Dieser Zwiespalt machte ihm so zu schaffen, dass er um ein Zeichen Gottes betete und das kam dann auch umgehend als Worte aus der Heiligen Schrift: „Verlasse alles, was du bist und hast und folge mir nach!“.

 

Neuausrichtung seines Lebens

Bei seinem nächsten Besuch in Medjugorje bat er Gott um eine Bestätigung, die er bei der Heiligen Kommunion bekam. Es war eine tiefe Gewissheit in seinem Herzen, die ihn veranlasste, seinem Vater von seinem Entschluss zu berichten: „Und ich hatte in dem Moment das ganz klare Gefühl, daß es nicht korrekt wäre von mir, nicht fair, wenn ich meinen Anteil besitze, aber nichts dafür tue. Es ist nicht leicht, eine große Firma – es arbeiten dort heute fast 18.000 Mitarbeiter, 56 Gesellschaften auf der ganzen Welt – so eine große Firma zusammenzuhalten; meine Geschwister müssen auch sehr hart dafür arbeiten. Und so sagte ich zu meinem Vater, ich möchte ihm meinen Anteil wieder zurückgeben. Er fragte, wovon ich dann einmal leben will. Ich sagte, das weiß ich noch nicht, da ergibt sich sicher etwas.“ (www.medjugorje.de) Allerdings habe sein Vater verpflichtend entschieden, dass er bis zu seinem Lebensende aus diesem Firmenanteil regelmäßig Zuwendungen erhalte (vgl. Augsburger Allgemeine).

Von diesem Tag an war es sein größter Wunsch, der Muttergottes zu dienen. Er gründete mit anderen zusammen den Verein „Medjugorje Deutschland“ und begleitet seitdem Pilger an diesen Wallfahrtsort. Aus diesem wurde ein zweiter Verein „Kirchen für den Osten e.V.“ ins Leben gerufen, der „Menschen in Osteuropa undMittelasien auf konkrete und unbürokratische Weise [hilft]“ (www.medjugorje.de). Noch heute berührt es ihn, anderen von seiner Bekehrung zu berichten und Pilger bei ihren Erlebnissen in Medjugorje zu begleiten.

Quellen: medjugorje.de, augsburger-allgemeine.de, aachener-nachrichten.de

Autorin: Stefanie Maier