Inspirierender Talk auf IDEA-Jahresempfang zum Thema „Ist Gott überflüssig?“
Am 28. Januar fand in Wetzlar der Jahresempfang der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA statt, in dessen Rahmen die Finanzwirtin Annegret Adamczak (Zwönitz/Erzgebirge) feierlich in ihr Amt als neue Vorstandsvorsitzende von IDEA eingeführt wurde. Auf dieser Veranstaltung gaben in Talkrunden und Vorträgen u.a. auch der SZ-Journalist und Bestsellerautor Tobias Haberl, der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts INSA Consulere, Hermann Binkert, und der Rektor der Freien Theologischen Hochschule (FTH) Gießen, Prof. Stephan Holthaus, inspirierende Statements zur Bedeutung des christlichen Glaubens für unsere Gesellschaft ab.
Bereits im vergangenen November hatte der IDEA-Vorstand die Finanzwirtin Annegret Adamczak einstimmig an die Spitze des Trägervereins gewählt. Die 56-Jährige ist damit die erste Frau und die erste Ostdeutsche in diesem Ehrenamt. Sie trat zum 1. Januar die Nachfolge von Helmut Matthies an, der ein halbes Jahrhundert für IDEA tätig war, davon fast 40 Jahre als Leiter und acht Jahre als Vorsitzender. Der 75-Jährige fungiert jetzt als Ehrenvorsitzender.
Foto: IDEA/senses-matthiasschmitt.
Die Einsegnung von Adamczak im Rahmen des IDEA-Jahresempfangs nahm der stellvertretende IDEA-Vorsitzende, Pfarrer Martin Scheuermann, vor. Wie Adamczak sagte, hat sie im Erzgebirge bereits als Kind in ihrer Familie Bibellesen und Gebet kennengelernt. Nach ihren Worten hat sie IDEA persönlich viel zu verdanken. Das Medienwerk vertrete in seiner Berichterstattung deutlich christliche Werte. Sie gehört seit 2008 zum IDEA-Trägerverein und seit 2019 zum Vorstand.
Helmut Matthies steht für „Jesus-Zentriertheit“
Freunde und Weggefährten von Matthies würdigten dessen Lebenswerk. Scheuermann stellte unter anderem dessen „Jesus-Zentriertheit“ in Arbeit und Leben heraus. Die frühere thüringische Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) würdigte sein Eintreten für die deutsche Einheit. Er habe zu den wenigen gehört, der in der Zeit der Teilung „unbeirrt immer für die deutsche Wiedervereinigung gestanden hat“. Der Manager und Journalist Michael J. Inacker lobte den Mut, die Tapferkeit und die Glaubensstärke von Matthies. Zugleich würdigte er den Beitrag von IDEA für die Diskussionskultur:
„IDEA ist das Salz in der Suppe unserer Demokratie.“
Der Verleger Norman Rentrop sagte in einer Videobotschaft, Matthies habe IDEA und auch ihn selbst über Jahrzehnte geprägt. Er charakterisierte den Theologen als Menschenfischer und Brückenbauer. Der Geschäftsführer des Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA-Consulere, Hermann Binkert, erklärte: „Helmut Matthies ist einer der stärksten Meinungsbildner, die ich kenne.“
Talkrunde über „Ist Gott überflüssig?“
In einer Talkrunde diskutierten Pfarrer und Journalisten über die Frage „Ist Gott überflüssig?“. Der Journalist und Buchautor Tobias Haberl (Spiegel-Bestseller „Unter Heiden“) sagte, dass viele Menschen eine tiefe Sehnsucht nach Glauben hätten. Es sei ein weitverbreiteter Irrtum, dass es die Hauptaufgabe der Kirche sei, die Welt zu verbessern, so der katholische Journalist bei der Podiumsdiskussion. Selbst Pfarrer und Bischöfe verlören oft aus dem Blick, dass es die Hauptaufgabe der Kirche sei, das Evangelium zu verkündigen.
Die katholische Publizistin und Buchautorin Birgit Kelle forderte, die Kirchen müssten sich wieder missionarisch ausrichten und den Menschen Antworten auf ihre Glaubensfragen geben. Auch in den sozialen Einrichtungen der Kirche wie Kindergärten oder Krankenhäusern müsse der christliche Glaube eine erkennbare Rolle spielen, denn „sonst kann das auch jemand anders machen“.
Christliches Fundament stärken
In einem Impulsvortrag appellierte der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts INSA Consulere, Hermann Binkert:
„Nehmt das Erste Gebot wieder ernst!“
Es sei wichtig, den Menschen in Deutschland zu erklären, wieso der christliche Glaube relevant sei. Gott sei ein liebender Gott, das stimme. Er erwarte allerdings auch, geehrt zu werden, wie aus dem Ersten Gebot hervorgehe. „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“, heiße es dort (2. Mose 20,3). Diesem einen Gott gehöre die Ehre. Auch die Kirchen versäumten es heute oft, dies zu lehren.
Ebenso müsse das christliche Fundament in der Gesellschaft gestärkt werden, um die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu garantieren. Bundeskanzler Helmut Kohl (1930–2017) habe einst gesagt, die zweite deutsche Demokratie stehe in der Gefahr, durch Sattheit, Trägheit und moralische Gleichgültigkeit zerstört zu werden. Diese Analyse sei heute aktueller denn je.
KI als Chance sehen
Der Tech-Spezialist und IT-Manager, Steffen Ehl, äußerte sich in einem Impulsvortrag überzeugt, dass Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu einem Kirchenwachstum in Deutschland führen könnten. KI könne ein Türöffner zu Menschen sein, die zwar auf der Sinnsuche seien, aber nicht auf die Idee kämen, die Antworten in der Kirche zu suchen.
Der Leiter der Stabsstelle Digitalisierung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Christian Sterzik, berichtete in einem Interview, dass seine Kirche KI als Werkzeug nutze: So würden Geistliche und Kirchenmitarbeiter im Umgang mit KI geschult, etwa um effizienter und sicherer zu arbeiten oder Prozesse zu automatisieren. Auch habe man bereits 18.600 Kirchenadressen für KI auffindbar gemacht. Bei der Seelsorge stoße die KI hingegen an ihre Grenzen. Hier brauche es echtes Einfühlungsvermögen und Mitgefühl eines Menschen. Dies könne eine KI nicht leisten.
Prof. Holthaus: Wir sind geistliche Angsthasen geworden
Der Rektor der Freien Theologischen Hochschule (FTH) Gießen, Prof. Stephan Holthaus, schilderte in seiner Andacht die Beobachtung, dass in Deutschland eine zunehmende Mutlosigkeit um sich greife. Auch in Kirchen und Gemeinden nehme Resignation zu. Dazu betonte er:
„Wir sind geistliche Angsthasen geworden.“
Er rief zum mutigen Handeln auf und verwies auf Josua 1,9: „Sei stark und mutig! Erschrick nicht und fürchte dich nicht! Denn der Herr, dein Gott, ist mit dir, wo immer du gehst.“
Unter den rund 180 Gästen des Empfangs waren u. a. Vertreter der EKD, mehrerer Freikirchen, der katholischen sowie der koptischen Kirche, der Gemeinschaftsverbände, von Hilfswerken, Bibelschulen, Hochschulen und Wirtschaftsverbänden sowie Journalisten, Verleger, Pfarrer, Unternehmer und Politiker. Die Veranstaltung moderierten die IDEA-Leiter Daniela Städter und Dennis Pfeifer.
Quelle: IDEA
Über IDEA:
Die 1970 gegründete Evangelische Nachrichtenagentur IDEA publiziert Nachrichten und Meinungen vor allem aus der evangelischen Welt. Sie gibt neben dem Wochenmagazin IDEA den IDEA-Pressedienst heraus. Sie ist sowohl im Internet (www.idea.de) als auch im Fernsehen tätig. Die Sendung „IDEA TV“ wird von Montag bis Freitag auf Bibel TV ausgestrahlt. Die Nachrichtenagentur ist in den sozialen Netzwerken Facebook, Instagram, YouTube und Twitter präsent. Sie steht theologisch der Evangelischen Allianz in Deutschland nahe. IDEA wird von einem mehr als 70-köpfigen Verein getragen und finanziert sich vor allem durch Abonnements und Anzeigen im Magazin sowie im Internet. Zur finanziell unabhängigen IDEA-Gruppe mit knapp 50 Mitarbeitern gehört auch der Kongress Christlicher Führungskräfte (KCF) und die Medienagentur zeichensetzen.




