Die Schauspielerin und Sängerin Isabel Varell, deren neues Album „Eine Tasse Tee“ am 24. Juli auf den Markt kommt, sprach aktuell im Interview mit dem Express über oberflächliche Entscheidungen in ihrer Vergangenheit, die sie rückblickend bereut. Heute sind ihr tiefgehende Werte und ehrenamtliches Engagement wichtig. Darüber und über die Dimension Glaube sprach sie vor vier Jahren in einem beeindruckenden Interview mit der Journalistin Julia Scherf in der Sendung „So gesehen – Talk am Sonntag“.

Als Sängerin, Schauspielerin und Moderatorin ist Isabel Varell heute eine feste Größe im Showgeschäft. Doch bis sie sich nachhaltig etablieren konnte, dauerte es etwas. Weil der große Durchbruch etwas auf sich warten ließ, traf die heute 58-Jährige in jungen Jahren Fehlentscheidungen wie ein Shooting für den Playboy im Jahr 1982.

Auf die Frage, was sie nach 40 Jahren im Showbusiness bereue, erklärte die Entertainerin aktuell im Express-Interview:

„Ich hab’ mich lange sehr geschämt, dass ich mich als junge Frau zu Playboy-Fotos habe überreden lassen.“

Das begründete sie wie folgt weiter:

„Ich wollte als Sängerin wahrgenommen werden, landete stattdessen oben ohne in den Zeitungen. Das hat mir im Nachhinein weh getan.“

Ansonsten habe aber alles rückblickend „seinen Sinn“ gehabt.

 

Dass ihr im Laufe der Jahre die Tiefendimension des Lebens zunehmend wichtiger wurde, brachte Isabel Varell vor vier Jahren in der Sendung „So gesehen – Talk am Sonntag“ zum Ausdruck. In einem berührenden Interview mit der Journalistin Julia Scherf  sprach sie über ihr wichtige Werte im Leben, den Umgang mit dem Tod sowie über die Dimension Glaube.

Im Lauf des Gesprächs berichtete die Sängerin, dass sie einige Abschiede im Leben erleben musste. In der Auseinandersetzung damit sei ihr bewusst geworden, wie wichtig es ist, dass jemand im Leben „zu dir gehört“.

Weiter sprach Isabel Varell über ihren Umgang mit dem Thema Tod. Um nach dem Tod ihrer Mutter ihre Trauer zu verarbeiten, engagierte sich Varell drei Jahre ehrenamtlich im Hospiz „Hamburg Leuchtfeuer“. Dies war ihr möglich, weil sie in dieser Zeit ein Festengagement an einem Theaterhaus in Hamburg hatte. Als sie von einem Freund in ihrer Trauerphase den Tipp dazu erhielt, kam ihr der Gedanke:

„Ja das ist es: An einen Ort gehen, wo der Tod ein Thema sein darf.“

Sie habe damals, als sie nicht wusste, wie das Leben weitergehen soll, die Erfahrung gemacht, dass es selbst Menschen in ihrem engeren Umfeld schwerfällt, darüber zu sprechen.

„Für mich war das in der Tat eine Hilfe, dahin zu gehen, wo über den Tod geredet wird.“

In der Gesellschaft sei der Tod dagegen ein Tabuthema, so die Sängerin weiter.

Sie habe dann, nachdem sie zuvor ein Seminar besuchte, drei Jahre ehrenamtlich im Hospiz gearbeitet, worüber sie heute, mit entsprechendem Abstand, gerne spreche, weil sie darin auch eine Aufgabe erkenne, Menschen für die ehrenamtliche Arbeit im Allgemeinen zu begeistern. Dazu sagte sie:

„Es gibt so viele Einrichtungen, wo man sich zu Menschen setzen kann, und dadurch seine eigene Kraft entdeckt.“

Weiter äußerte sie:

„Dass man das überhaupt in sich hat, konnte ich ja nicht ahnen.“

Für sie sei es eine prägende Erfahrung gewesen, zu sehen, welche Kraft man einem Menschen, der auf seinem letzten Weg ist, geben kann. Dabei zeigte sich Isabel Varell überzeugt, dass Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, über sich hinaus wachsen, indem sie ihre eigene Stärke spüren, was wiederum auf andere ausstrahle. Man entdecke dabei „Urkräfte“, die in einem hochkommen. Zudem konnte Isabel Varell im Dasein für sterbende Menschen feststellen:

„Ich bin beschenkt worden in dieser Zeit.“

Auch konnte sie in dieser Zeit die Erfahrung machen, dass der Glaube sterbenden Menschen Halt und Stärke gibt. Das Sprechen über Gott sei in der letzten Lebensphase für viele Menschen wichtig. Auch ihr haben die Gespräche über den Glauben geholfen. Dazu sagte Varell weiter:

„Man spricht natürlich über den Glauben, was glaubt der Mensch und was kommt danach. „

Und:

„Es ist so toll, was da passiert mit Menschen, die innerlich Frieden schließen wollen. Dabei war der Glaube ein großes Thema. Das war für mich wunderschön zu sehen, wie der Glaube einem Menschen helfen kann.“

Mit einer sterbenden Frau habe sie etwa darüber gesprochen, ob Menschen nach dem Tod weiter von oben zuschauen. Diese Frau habe ihr gesagt, dass sie nach ihrem Tod von oben weiter auf sie aufpasse. Darauf hätten sie gescherzt, dass sie ihr aus dem Jenseits ein Zeichen geben solle, derart, dass die Waschmaschine von Isabel Varell kaputt gehen solle. Doch auch wenn ihre Waschmaschine nicht kaputt gegangen sei, betonte die Sängerin:

„Aber trotzdem glaube ich, dass sie von irgendeiner Wolke weiter zuguckt.“

Mit dieser Geschichte wolle sie auch deutlich machen, dass im Hospiz nicht nur Schwere zu erfahren war, sondern auch viel gelacht wurde. Dazu sagte sie weiter:

„In diesem Haus wurde in erster Linie gelebt und auch gelacht.“

Sie selbst habe in dieser Zeit die Angst vor dem Sterben „ein Stück weit verloren“, weil sie glaube, dass in dieser Lebensphase „etwas natürliches in einem Menschen passiert, dass er damit [mit dem Tod] irgendwann einverstanden ist“. So ist sich die Entertainerin heute gewiss:

„Ich glaube, dass man keine große Angst vor dem Sterben haben muss.“

Im Gespräch mit Julia Scherf hob Isabel Varell hervor, dass es für jeden Menschen gewinnbringend ist, sich ehrenamtlich zu engagieren und dafür der entscheidende Schritt nicht in der Frage liege, ob man es schaffe, sondern darin, den Schritt einfach zu gehen.

Dass sie selbst ein Mensch ist, der ein immenses Pensum leisten kann, begründete Isabel Varell vor zwei Jahren im Interview mit der Zeitschrift NEUE POST mit den ihr gegebenen Fähigkeiten. Wörtlich sagte die:

„Der liebe Gott hat mir einen riesigen Akku mitgegeben.“

Quellen: express.de, rundfunk.evangelisch.de, schlager.de

Das „So gesehen“-Interview zum Nachsehen gibt’s HIER

 

Hier das Lied „Leichtigkeit“ von ihrem neuen Album „Eine Tasse Tee“: