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Der in den Medien häufig als „Cyber-Apostel“ oder „Influencer Gottes“ betitelte Carlo Acutis ist am Wochenende in Assisi seliggesprochen worden. Carlo Acutis war ein informatikbegeisterter italienischer Jugendlicher, der 2006 mit 15 Jahren an Leukämie verstarb. Seine Talente brachte er für Gott ein und wurde so zu einem „wahren Zeugen der Liebe Christi“, wie Agostino Vallini, emeritierter Kardinalvikar der Diözese Rom, den verstorbenen Teenager bei dessen Seligsprechung am 10. Oktober in Assisi bezeichnete. Fernsehsender und Internetportale übertrugen die Seligsprechung des Jungen aus Mailand, den seine ausgeprägte Liebe zur Eucharistie international bekannt machte, in ganz Italien.

Wie Matthias Rib in seinem Artikel „Ein Influencer Gottes“ in der F.A.Z. berichtete, erzählte Carlos Mutter, dass ihr Sohn seit jeher innig geglaubt habe und sich insbesondere zur Muttergottes und zur Eucharistiefeier besonders hingezogen gefühlt habe. Weiter habe er sein Taschengeld seiner Pfarrei zugunsten von Obdachlosen und Flüchtlingen gespendet.

Bereits im Februar 2019 war auf katholisch.de im Artikel „Carlo Acutis: Auf der Suche nach der ‚Autobahn in den Himmel'“ zu lesen, dass Carlo im Alter von sieben Jahren extra in ein Kloster ging, um die Erstkommunion früher empfangen zu können als üblich. Weiter wurde berichtet, dass er die Messe jeden Tag besuchte, den Rosenkranz betete und regelmäßig zur Beichte ging. Die Eucharistie, die er als „Autobahn in den Himmel“ bezeichnete, nahm in seinem Leben einen ganz besonderen Platz ein.

Sein „Lebensplan“ sei es, „Jesus immer ganz nah zu sein“.

Dieses Interesse verband Carlo Acutis mit seinem Talent am Computer und beim Programmieren. Schon als Kind soll er Fertigkeiten am Computer besessen haben, für die andere erst einige Semester Informatik studieren müssen. Er schrieb Algorhythmen, gestaltete Webseiten und Layouts für Internet-Zeitungen.

Mit elf Jahren widmete er sich seinem besonderen Herzensanliegen. Er erstellte er ein Online-Verzeichnis aller eucharistischen Wunder weltweit, etwa wenn sich eine Hostie blutrot gefärbt oder gar in Fleisch verwandelt hat. Zweieinhalb Jahre arbeitete er an der Datenbank, bis er sie im Alter von 14 Jahren fertiggestellt hatte. Mittlerweile hat die Vereinigung „Freunde von Carlo Acutis“ aus dessen Online-Verzeichnis der über die Jahrhunderte dokumentierten Hostienwunder eine Wanderausstellung mit 146 Schautafeln erarbeitet und ein Buch herausgegeben.

Sein Engagement und seine Begeisterung für die eucharistischen Wunder begründete Carlo Acutis zu Lebzeiten wie folgt:

„Je häufiger wir die Eucharistie empfangen, desto ähnlicher werden wir Jesus. So bekommen wir hier auf Erden einen Vorgeschmack auf den Himmel.“

Papst Franziskus persönlich war es nun, der den Seligsprechungsprozess Carlo Acutis zum Abschluss brachte. Ein für die Seligsprechung notwendiges, posthumes Wunder soll sich im Oktober 2010 ereignet haben, als auf Fürsprache von Acutis die angeborene Erkrankung der Bauchspeicheldrüse bei einem brasilianischen Jungen auf medizinisch unerklärliche Weise verschwand.

Beim Weltjugendtag 2013 in Rio de Janeiro bezeichnete man Carlo Acutis, der seine Internetaffinität zur Verbreitung von Hostienwundern nutzte, bei der Vorstellung seiner Lebensgeschichte als möglichen „Patron des Internet“.

Quellen: faz.net, domradio.de, katholisch.de