Foto: Olaf Kosinsky, 2021-01-23 Armin Laschet MG 5668, cropped, CC BY-SA 3.0 DE

Nachdem sich in der vergangenen Nacht der CDU-Bundesvorstand mit einer deutlichen Mehrheit für Armin Laschet als Kanzlerkandidaten der Union aussprach und sein Kontrahent Markus Söder diese Entscheidung „ohne Groll“ akzeptierte, tritt Laschet nun bei der Bundestagswahl am 26. September als Kanzlerkandidat der Union an. Wie Markus Söder bekennt sich auch Armin Laschet zum christlichen Glauben, der ihm seit Kindestagen Orientierung gibt.

Schlagzeilen wie „Mann mit Stehvermögen“ (Neue Züricher Zeitung), „Katholik, Jurist, Journalist: Laschet ist Kanzlerkandidat der Union“ (katholisch.de) oder „Mit Armin Laschet strebt ein Versöhner ins Kanzleramt“ (Berliner Morgenpost) lassen das Wertefundament des 60-Jährigen erkennen.

Armin Laschet wurde am 18. Februar 1961 in Aachen geboren. Politik wurde dem heute 60-Jährigen nicht in die Wiege gelegt. Wie die Neue Züricher Zeitung berichtet, wuchs Amin Laschet mit seinen drei Brüdern in einer katholischen Familie auf. Seine Mutter kümmerte sich um die Kinder, während sein Vater als Bergmann arbeitete und später zum Lehrer umschulte. Die Neue Züricher Zeitung berichtet dazu: „Es ist eine behütete Kindheit in der deutschen Provinz mit Gymnasium, katholischer Jungschar, Chor und Kirche als Referenzpunkten. Laschet ist gläubig und denkt sogar an einen Eintritt ins Priesterseminar.“

Dann lernte er jedoch im Kirchenchor seine spätere Ehefrau Susanne Malangré kennen, mit der er drei Kinder Julius, Eva und Johannes hat.

Katholisch.de berichtet, dass Laschet als Jugendlicher Messdiener und Gruppenleiter in seiner Pfarrgemeinde war, als Journalist 1991 Chefredakteur der Kirchenzeitung für das Bistum Aachen wurde und bis heute aus seiner ihn prägenden rheinisch-katholischen Herkunft keinen Hehl macht.

Mit 18 Jahren begann für ihn, als damals jüngster Ratsherr für die CDU in den Aachener Stadtrat, seine politische Laufbahn. Seit 2017 ist der Christ-Demokrat der elfte Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Zur Motivation für sein politisches Engagement betonte Armin Laschet einmal:

„Mein Wunsch war es immer, mich einzusetzen für eine bessere Welt.“

Dies erklärte der 60 Jahre alte Politiker heute u.a. auch, als er als Kanzlerkandidat vor die Presse trat.

Orientierung im Einsatz für eine bessere Welt gibt ihm sein christlicher Glaube. Was er näherhin unter dem „C“ versteht, verdeutlichte Laschet 2018 pointiert angesichts von Forderungen, die CDU müsse konservativer werden. So betonte er, wie domradio.de berichtet, dass das „C“ eben nicht für konservativ stehe, sondern dafür, dass das christliche Menschenbild in konkrete Politik umzusetzen sei.

Katholisch.de berichtet aktuell, dass Laschet als Ministerpräsident ‚ein betont freundliches Verhältnis zu den Kirchen‘ pflegt. Bei einer Privataudienz erhielt er unlängst den Segen von Papst Franziskus, den er bei dieser Gelegenheit zu einem Besuch in Deutschland einlud. Für das Kirchenoberhaupt zeigt Laschet große Wertschätzung. So betonte er etwa zur Umwelt-Enzyklika ‚Laudato si‚ von Papst Franziskus:

„Franziskus fordert uns alle zu mehr Kompromissbereitschaft für globale Lösungen und mehr Einsatz in internationalen Organisationen auf – und trifft damit den Kern vieler Konflikte dieser Tage.“

 

Wie wichtig ihm der Wert der Religionsfreiheit ist, zeigte Laschet, als er bei den Corona-Lockdowns einen direkten Eingriff des Staates in die Religionsfreiheit ablehnte. Im Interview mit dem christlichen Medienmagazin Pro betonte der CDU-Politiker:

„Religionsfreiheit einzuschränken ist etwas anderes, als eine Kneipe zu schließen.“

Dass ihm die Orientierung im Glauben persönlich wichtig ist, versteckt Armin Laschet nicht. So legte er etwa zum Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund einen Bibeltext aus dem alttestamentlichen Buch Hiob aus. Dabei betonte er:

„Hiob kann Vorbild für uns sein. Ein Vorbild für Prinzipien- und Grundsatztreue.“

Dazu entfaltete Laschet seine Vorstellungen, warum diese Prinzipientreue in der Politik von besonderer Bedeutung ist und wie sie sich mit der Notwendigkeit von Kompromissen in der Demokratie verträgt.

Bei einer Diskussionsveranstaltung in der Evangelischen Freikirche Köln-Ostheim im April 2017 rief Armin Laschet dazu auf, dass sich Christen stärker in die Politik einbringen sollen und appellierte an die Zuhörer aktiv Verantwortung zu übernehmen oder zumindest wählen zu gehen. Dazu sagte der Christdemokrat:

„In der Politik gibt es zu wenige Christen. Es tut dem gesamten politischen Spektrum gut, dass sich Christen engagieren.“

Laschet verwies darauf, dass vor allem Christen der Katholischen wie der Evangelischen Kirche wesentlich zur friedlichen Revolution in Deutschland wie auch in Polen beigetragen hätten. Darauf bezugnehmend ermutigte er zu einem selbstbewussteren Auftreten von Christen in der heutigen Zeit und betonte:

„Christen sollten viel öfter sagen: Wir haben eine Überzeugung, die sogar Mauern zum Einstürzen bringen kann, wenn wir den Mut dazu haben.“

Und weiter:

„Die christliche Botschaft ist das Beste, was wir der Welt anbieten können. Wenn sich daran alle hielten, hätten wir weniger Krieg und anderes auf dieser Erde.“

Ganz in diesem Sinn erklärte Laschet gegenüber dem Christlichen Medienmagazin „Pro“ (Ausgabe 17. August 2020), dass er die Bergpredigt Jesu als Kompass für politisches Handeln ansieht, was er wie folgt zum Ausdruck brachte:

„Natürlich kann man die Bibel nicht eins zu eins in Politik umsetzen. Das wird nicht funktionieren und es entspricht auch nicht ihrer Intention. Aber ein Kompass sollte die Bergpredigt schon sein.“

Das christliche Menschenbild, für das die CDU stehe, binde den Menschen „an seinen Schöpfer“ zurück, so der Politiker. Weiter betonte er:

„Der Mensch soll die Erde gestalten, aber er soll nicht selbst Gott spielen.“

 

In seiner Rede im münsterschen Paulusdom in der Reihe der „Domgedanken“, die unter dem Leitwort „Zurück zum Leben mit Corona“ standen, bekannte Armin Laschet im August 2020, dass er sich bei den vielen schweren politischen Entscheidungen während der Corona-Pandemie von seinem christlichen Glauben leiten lassen hat. Er habe oft aus einer „uns Christen eigenen Zuversicht“ gehandelt, die ihm wichtigen Halt gegeben habe. Sein Glaube habe ihm geholfen, die Auseinandersetzung mit Mut und Gottvertrauen anzugehen. Die „christliche Botschaft von Hoffnung, Zuversicht und Stärke“ sei wie ein „Kompass, der hilft, wenn man selbst unsicher ist“. Das habe ihm Angst genommen. Weiter betonte er:

„Es tut dann gut, das christliche Menschenbild in sein eigenes Handeln einbeziehen zu können.“

Quellen: nzz.ch, katholisch.de (1), morgenpost.de, bild.de, herder.de, pro-medienmagazin.de (1), domradio.de (1), nw.de, welt.de, pro-medienmagazin.de (2), katholisch.de (2), domradio.de (2), kirche-und-leben.de

 

Hier das Interview von Armin Laschet mit dem christlichen Medienmagazin Pro im Sommer 2020: