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Der US-amerikanische Kultautor T. C. Boyle erklärte in einem aktuellen Interview, das in der Augsburger Allgemeinen veröffentlicht wurde, dass seiner Meinung nach die Lage der Welt „düster“ aussehe. Hoffnung, dass die diesseitige Düsternis nicht das letzte Wort hat, hat er dabei nicht, auch wenn er gerne glauben würde.

Ein Gefühl, dass es eine höhere Art von Realität jenseits der materiellen Welt gäbe, hat Boyle nicht. Diesbezüglich erklärte der 72-Jährige:

„Ich würde gerne an etwas glauben, das über unser materielles Leben hinausgeht.“

Jedoch habe er „den Glauben an die Religion“ schon im Kindesalter verloren, weil er keinen vernunftbegründeten Zugang finden konnte. Dazu betonte er:

„Ich bin gefangen in meiner Rationalität.“

Dabei hat Boyle diese Sehnsucht nach MEHR, was er wie folgt beschrieb:

„Ich wünschte, ich könnte den Sprung in den Glauben vollziehen, von dem Kierkegaard spricht. Aber so sehr ich es möchte, ich schaffe es einfach nicht an diesen Punkt.“

 

Im September 2017 sprach T. C. Boyle im Interview mit dem Magazin Chrismon über seinen verloren gegangenen Glauben. Nach seiner Vorstellung von Gott gefragt, sagte der Schriftsteller:

„Ich bin katholisch aufgewachsen, jeden Sonntag in die Kirche gegangen. Ich glaubte an Gott. Doch als ich elf oder zwölf Jahre alt war, begann ich zu zweifeln.“

Die Zweifel wurden größer und letztendlich habe er seiner Mutter erklärt, dass Gott eine menschliche Erfindung sei, durch die der Mensch Trost erfährt. Als er später auf dem College Werke von Existenzialisten las, sei er endgültig „von Gott und Sinn zum nackten Universum“ gelangt. Ein vernunftbegründeter Zugang zu Gott scheint ihm seitdem unmöglich. Dabei erklärte Boyle:

„Ich würde sehr gern an Gott glauben, aber ich kann nicht. Ich brauche einen Beweis – den habe ich nie bekommen.“

Dass ein vernunftbegründeter Zugang zum christlichen Glauben möglich ist, konnte T. C. Boyle jedoch in seinem persönlichen Umfeld selbst erleben. So habe sich einer seiner engsten Freunde im Alter wieder dem christlichen Glauben zugewandt und besuche nun täglich die katholische Messfeier. Zur Diskussion mit seinem Freund berichtete der Kultautor:

„Er malt mir gern aus: Während ich dereinst wie eine Ratte in meinem Grab verrotten werde, wird er bei Gott sein. Ich bitte ihn dann, ein gutes Wort für mich einzulegen.“

Weiter erklärte Boyle, dass er den Tod fürchte. Dabei bezeichnete er den Gedanken an den Tod als „der blanke Horror“. Er hoffe aber, auch die letzte Phase seines Lebens gut zu überstehen.

Quellen: augsburger-allgemeine.de, chrismon.evangelisch.de